Der Beginn einer großen Veränderung – Wir machen’s wirklich | UnterwegsSein 2
Der Beginn einer großen Veränderung, unserer Weltreise! Wir machen’s wirklich und fahren los. Die Wohnung und Jobs sind gekündigt, fast alles, was wir besitzen ist verkauft. Mit vier Rucksäcken starten wir in unser großes Abenteuer. Was dieser Schritt in uns bewegt, erzählen wir Euch in unseren neuem YouTube-Video und natürlich hier!
Unser zweites YouTube Video ist online und hier gibt es die Story zum Lesen.
… übrigens ist es Teil der Serie: UnterwegsSein
Hier kannst du das Video „Der Beginn einer großen Veränderung – Wir machen’s wirklich“ zu diesem Beitrag angucken:
Für alle, die lieber lesen, statt zu gucken – oder nachträglich noch einmal lesen möchten – ist hier der Beitrag zum Video: Der Beginn einer großen Veränderung – Wir machen’s wirklich. Und natürlich auch für uns selbst. Denn unser Blog ist einfach unser digitales Wohnzimmer. Also darf dieses neue Kapitel unserer Weiterentwicklung auf Reisen hier natürlich nicht fehlen!
Reise & Mindset Serie: UnterwegsSein
Schon seit Ewigkeiten haben wir für uns den Wunsch formuliert, auch bei YouTube präsent zu sein. Wir lieben es, klassische Reisethemen mit der Reise zu uns selbst zu verbinden und gleichzeitig etwas zurückzugeben. In drei Worten: Reisen. Wachsen. Wirken.
So haben wir zu unserem Format gefunden: Eine Serie auf YouTube, in der wir alle unsere Reiseziele zeigen und Euch erzählen, was diese Reisen mit uns gemacht haben. Wir teilen unsere innere Reise und unsere Learnings mit Euch. Herzlich willkommen!
Herzlich willkommen bei „Der Beginn einer großen Veränderung“
Herzlich willkommen zum Beginn unserer Weltreise. Auch wenn sich für uns die Entscheidung absolut richtig anfühlt, ist sie natürlich trotzdem begleitet von einem Gefühlschaos. Heute erzählen wir Euch unsere Erfahrungen, Gedanken und Learnings aus dieser Zeit zwischen Aufbruch und Vorfreude.
Raum und Bewusstsein im Jetzt
Jenny:
Was mir bis heute ganz stark in Erinnerung geblieben ist, ist diese Situation auf dem Schiff, als wir dann wirklich von Deutschland abgelegt und losgefahren sind. Das war der Moment, wo ich dachte, wow, jetzt geht’s wirklich los. Ich habe mich so frei gefühlt. Es war richtig schön dieses Gefühl und es hat mir total gut getan, diesen Moment einfach so zu genießen und vor allem mir selber diesen Raum zu nehmen: Einfach zu realisieren, was passiert hier jetzt gerade.
Geh los für deine Träume
Jenny:
Und noch etwas ist mir klar geworden, als ich oben mit Thomas am Deck stand und auf die dunkle Ostsee geguckt habe – man hat ja eigentlich gar nicht viel gesehen, außer die Lichter von Travemünde, die immer kleiner geworden sind – zu realisieren, krass, wir haben es gemacht! Und daher ist auch mein Learning: Ja, du musst es einfach nur machen. Das kam mir plötzlich so in den Sinn. Ich dachte nämlich, krass, wie sind wir jetzt hier hingekommen? Wir haben alles verkauft, alles hinter uns gelassen und stehen jetzt wirklich hier mit unseren zwei Backpacks.
Ja, man muss es einfach machen. Also natürlich ist es nicht einfach, ich hoffe, ihr wisst, wie ich das meine. Natürlich gehört da Vorbereitung dazu und Arbeit. Aber trotzdem haben wir einfach diese Macht. Wir sollten uns nicht von den Sorgen, Ängsten, Gedanken leiten lassen. Das darf alles da sein. Ihr dürft es alles hören und fühlen. Aber lasst Euch nicht davon steuern, sondern geht los für Euren Traum.
Nimm dir Zeit fürs Ankommen
Thomas:
Zum Thema Fährfahrt kann ich sagen, ich habe es so gefeiert, dass wir diese Entscheidung getroffen haben. Eigentlich bin ich nicht für so wahnsinnig lange Anreisen zu haben, weil ich dann doch eher unruhig werde und wieder raus möchte, um irgendetwas machen. Und diesmal war es aber einfach perfekt.
Ich weiß gar nicht mehr, es waren 30 oder 35 Stunden, die wir mit der Fähre von Travemünde nach Helsinki gefahren sind. Es war so richtig, dass wir uns für diese Form des Einstiegs entschieden haben. Auch hat es mir überhaupt ermöglicht, vielleicht einen ersten Ankommensschritt in diese Weltreise zu machen. Dafür war das echt Gold wert. Ehrlich gesagt, hätte ich nach den ganzen Tagen im Vorfeld oder nach den Wochen – nach dem letzten Arbeitstag, der Verabschiedung von Familie und Freunden, die Wohnung auflösen, am letzten Tag noch abmelden, und da war so viel in mir los – gar nicht die Kapazität gehabt, zum Flughafen zu fahren und dann, weiß ich nicht, 5 bis 6 Stunden zu fliegen und in irgendeiner Metropole auszusteigen. Das hätte mein System überhaupt nicht aufnehmen können. Und daher kann ich nur sagen, als Learning: Nimm dir Zeit!
Wähle dein Umfeld bewusst
Jenny:
Richtig gut getan auf dem Schiff, hat mir das Umfeld. Ich glaube, heute ist mir das ganz anders bewusst als damals. Aber warum es mir gut getan hat, war, weil da plötzlich andere Leute waren, die uns verstanden haben, die ähnliche Träume hatten, die auch, von zu Hause losgefahren sind, um die Welt zu entdecken. Und ich habe mich plötzlich so verstanden gefühlt.
Also in Hamburg war es schon oft so, dass die Leute eher skeptisch waren, gar nicht mal negativ, aber irgendwie immer skeptisch: Warum macht ihr das und wie lange und wann kommt ihr denn wieder und ja haben erzählt, was denn alles schiefgehen kann. Es waren viele Sorgen und Ängste dabei.
Und auf diesem Schiff haben wir, glaube ich, mit vier anderen Reisenden ganz lange zusammengesessen und gesprochen. Und die haben das überhaupt nicht komisch gefunden oder so, dass wir auf Weltreise gehen. Ja, klar, natürlich geht ihr auf Weltreise und natürlich ist es unbegrenzt und natürlich wisst ihr nicht, wo ihr überall hinfahren möchtet. Das war so, normal in dieser Welt und das hat mir noch mal gezeigt: Sucht Euch wirklich Euer Umfeld.
Egal, was ihr vorhabt, was Euer Traum ist, es gibt immer Leute, die Euch verstehen und die das unterstützen. Also, wenn ihr da vielleicht in so einem Umfeld seid, die Euch eher runterziehen oder wo viele Ängste sind, viel Kritik ist, dann macht Euch wirklich auf die Suche. Es lohnt sich so sehr. Habt Leute um Euch rum, die Euch unterstützen, die für Euch da sind und die Euch sagen, dass es cool ist, wenn ihr Eure Träume lebt.
Dein „richtiger“ Weg muss sich nicht immer leicht anfühlen
Jenny:
Unsere erste Übernachtung in Helsinki war in einem kleinen gemütlichen Hostel. Ich bin super gerne im Hostel, das werdet ihr wahrscheinlich noch sehr oft von mir hören und ich werde vielleicht auch noch mal irgendwann genauer erzählen, warum ich mich so wohl fühle dort. Da hatte ich jedenfalls den Gedanken, dass wir uns auch Zeit nehmen dürfen, in einer neuen Situation anzukommen.
Es muss also nicht so sein, dass du dich, wenn du einen neuen Schritt machst, jederzeit zu 100% wohlfühlst in der Situation. Natürlich dürfen auch Gedanken da sein und irgendwelche Gefühle, die dir vielleicht was anderes erzählen. Das fand ich es für mich wichtig, einfach mir die Zeit zu nehmen. Zum Beispiel habe ich mehrere Stunden in dieser Hostelküche gesessen an der Heizung, habe einen Tee getrunken und rausgeguckt, um zu realisieren, was tun wir hier eigentlich gerade, was machen wir hier und, um anzukommen in der neuen Situation. Das war für mich ganz wichtig.
Ankunft im neuen Leben – der AHA-Moment
Thomas:
Ankommen ist ein gutes Stichwort. Oder auch die Frage: Haben wir überhaupt schon realisiert, dass wir auf Weltreise sind? Ich kann für mich sagen, zu Beginn habe ich das nicht. Aber es begann mit der Fährfahrt…
Und dann gab es für mich einen Moment, als wir, ich glaube am ersten oder zweiten Abend im Hostel gesessen haben in Helsinki. Früher hätten wir uns dann gesagt, wo gehen wir jetzt hin, gehen wir was essen oder nur irgendwo was trinken. Und jetzt war es eigentlich schon fast selbstverständlich, dass wir unsere Laptops ausgepackt und angefangen haben zu arbeiten. Wir haben begonnen, an unserem Blog zu schreiben. Ja, und da habe ich gemerkt, wir leben jetzt einfach anders und wir sind nicht nur auf irgendeiner Urlaubsreise, sondern wir leben jetzt unterwegs. Das war für mich auf jeden Fall so ein Moment des Ankommens und ein krasses Learning, dass es jetzt einfach ein anderes Leben ist, in dem wir unterwegs sind. Und es hat sich gut angefühlt.
Dein Leben – deine Entscheidungen
Jenny:
Und passend dazu ist auch: Du darfst für dich selber immer entscheiden und definieren, was du für dich wählst. Damit meine ich, dass, wenn wir jetzt das Beispiel der Weltreise nehmen, du dann nicht jeden Tag unterwegs sein musst, jeden Tag was Neues entdecken musst, sondern, dass du das wirklich für dich selber entscheiden kannst.
Wir haben zum Beispiel auch nicht die Weltreise gewählt, um möglichst viel zu sehen oder irgendwas abhaken zu können. Wenn ihr uns schon länger begleitet, dann wisst ihr das auch. (Wenn nicht, findet ihr hier auf unserem Blog alle unsere Gedanken zur Weltreise und auch zur Entscheidung.) Genau, deswegen definiere das einfach für dich. Auch wenn jemand sagt, oh was, du warst auf Weltreise und hast nicht alle fünf Kontinente in einem Jahr gesehen oder du hast nicht das Highlight in der Stadt gesehen. Egal. Es ist deine Weltreise. Mach es so, dass es für dich passt und dass du glücklich damit bist. – Anmerkung: Und das gilt für alle anderen Entscheidungen genau so!
Erwartungen und Offenheit in Balance bringen
Thomas:
Das Thema Erwartungsmanagement möchte ich noch ansprechen. Ich weiß nicht, kennt ihr das auch, dass ihr irgendwo hinfahrt und ihr habt schon im Vorhinein ein Bild vor Augen? Ich hatte gedacht, wir fahren Ende Januar in Hamburg los und tauchen dann in so ein skandinavisches Wintermärchen ein. Ja, und dann kommen wir da an und es sind, glaube ich, 2-3°C und grauer Himmel, teilweise Regen. Das hat natürlich meine Erwartungen, die ich im Vorfeld hatte, ein bisschen enttäuscht.
Andersrum wieder, war es aber auch so, dass für mich Helsinki zwar irgendwie der Start der Weltreise ist, aber irgendwie auch nicht, weil unser erstes großes Ziel und das kommt dann im nächsten Video, Russland ist. Da war Helsinki für mich eher so der perfekte Ort, um mit der Fähre den ersten Zwischenstopp zu haben und dann von da aus mit dem Zug nach Russland weiterzureisen. Von demher hatte ich eigentlich wenig Erwartungen und andererseits aber die eine Erwartung, dass alles irgendwie verschneit ist.
Das ist auf jeden Fall mein Learning, das Erwartungsmanagement einfach mal bewusst runterzuschrauben und sich einzulassen auf das, was kommt. Und das bedeutet für mich nicht, dass ich dann sagen muss, ich möchte mir jetzt hier die Uspenski Kathedrale oder den Dom zu Helsinki deswegen nicht angucken. Sondern dann vielleicht irgendwann einen Cut zu machen und sagen, ja, ansonsten lasse ich einfach mal die Stadt auf mich wirken.
Gleichberechtigung im Alltag
Jenny (kein Learning, ein Dankeschön!):
Was mich richtig berührt hat in Helsinki in der Oodi Bibliothek, die ist richtig schön, finde ich, dass da das Thema Gleichberechtigung und Familie, so super toll integriert ist in diesen Bibliotheksablauf. Also, man kommt rein, man hat direkt Parkplätze für Kinderwägen. Es gibt ganz selbstverständlich Kindertoiletten, Familientoiletten, eine Leseecke für die Kleinen, wo die auch selber so eine Bibliothek haben mit Sesseln, mit Sitzecke, Kuschelecke, Spielsachen. Und es ist auch ganz normal, dass die Kleinen da sind, spielen und sie dürfen auch laut sein. Und wenn andere dann wirklich Ruhe brauchen, dafür gibt’s extra so kleine Räume, die man dann benutzen kann. Ja, fand ich so cool.
Ich glaube, ich habe es noch nirgendwo auf der Welt so konsequent und umfassend gesehen und obwohl das ja in dem Moment gar kein Thema in unserem Leben war, hat es mich irgendwie total gerührt und das wollte ich jetzt gerne noch teilen. Danke Finnland!
Das vollständige Video findest du auf unserem YouTube-Kanal: weitglücklich@youtube
Wir freuen uns, wenn ihr unser Video guckt und uns Feedback gebt. Für uns ist diese Reise eine ganz Neue und wir sind über alle Meinungen dankbar, um auch an dieser Etappe zu wachsen.
Als nächstes fahren wir von Helsinki mit dem Zug nach Russland (2020) und erleben unsere erste „große“ Station unserer Weltreise. Wir freuen uns auf viele neue Eindrücke und darauf, was sie mit uns machen! Alles Liebe Thomas und Jenny