Bangkok – Erste Eindrücke und Behördengänge

Wir erleben einen krassen Temperaturunterschied von 45°C. Flip-Flops und Sommerklamotten sorgen für gute Laune! Farben, Gewusel und Gerüche machen uns neugierig auf mehr.


Eigentlich hatten wir nicht vor, darüber zu schreiben, wie wir nach Bangkok gekommen sind. Wir fliegen gezwungenermaßen… weil es keine andere Option gibt, von Wladiwostok aus. (Warum das so gekommen ist und wie es eigentlich hätte laufen sollen, erfahrt ihr hier.) Also geht es über Tokyo nach Bangkok. Damit könnte die Geschichte schon zu Ende sein, wenn es nicht die japanische Küche gäbe! Über den Wolken genießen wir das mit großem Abstand beste Flugzeugessen unseres Lebens. Ehrlich, das hätte auch in einem Sterne-Restaurant serviert werden können (OK, vielleicht auf anderem Geschirr *grins): Omelette aus Seetang mit japanischem Senfdressing und gekochter Rapsblüte, gedämpfter Weißfisch in gesalzenen Kirschblättern, Shrimps und Kartoffeln auf japanischem Basilikum-Pesto, gemahlene Sojabohnen, Gemüse, Pilze,… Durchweg super lecker und eine Geschmacksexplosion! So sah es aus:

Japan Air Flugzeugessen Red U 35 ausgezeichnet
die geniale Picknickbox von japanischen Nachwuchskochstars (Red U35)

Von Tokyo können wir sonst noch berichten, dass der Flughafen sehr leer ist. Dadurch haben wir unzählige Sitz- und Liegemöglichkeiten, sowie Arbeitsplätze fast für uns alleine und die Wartezeit vergeht sehr schnell. Die wenigen Passagiere, die sich hier noch aufhalten, laufen nahezu ausnahmslos mit Mund-Nasen-Schutz herum. Es gibt für eigentlich alles, was wir brauchen und nicht brauchen, einen Automaten. Auch eine kleine Multimedia-Kunstausstellung darf nicht fehlen. Außerdem lernen nun auch wir die japanischen High-Tech-Toiletten kennen, die mehr Knöpfe haben als jede Raumstation und gewisse Geräusche mit dezentem Wasserrauschen verschwinden lassen… Beim Boarden werden wir gefragt, ob wir auf dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess gewesen sind. Mein verwundertes „nein“ reicht aus, um das Flugzeug betreten zu dürfen.


Und dann kommen wir am späten Abend mit unseren dicken Fleecejacken bei etwa 30° in Bangkok an. Immerhin haben wir es geschafft, nach Russland noch ein weiteres Reiseziel ausfindig zu machen. Wir sind froh, hier zu sein!

Als wir vor dem verschlossenen Eingang vom Airport-Express stehen, sind wir überrascht, dass die öffentlichen Verkehrsmittel um diese Uhrzeit nicht mehr in die Innenstadt fahren. Wir dachten, Bangkok sei die Stadt, die nie schläft. Wir leisten uns also ein Taxi und sind ein zweites Mal überrascht: Hier gibt es eine gekennzeichnete Taxi-Schlange mit Automaten, an denen man sich eine Marke zieht, auf der die Wagennummer des zugeordneten Taxis steht. Wir hatten das eher so wie in Lateinamerika erwartet: Alle rennen wild fuchtelnd, schreiend um dich herum, verschiedene Personen möchten dich in verschiedene Richtungen in ihr Auto zerren und du versucht erst einmal einen kühlen Kopf zu bewahren. Aber so ist es für heute auf jeden Fall besser. Zudem ist der Preis fix und wir müssen nicht am Ende mit dem Taxifahrer verhandeln, bevor dieser unser Gepäck wieder rausrückt. Eine Anekdote gibt es dann aber doch noch zum Schluss, bevor wir ins Bett fallen: Meine erste Handlung in Bangkok ist es, alleine mit unseren beiden Rücksäcken auf Thomas zu warten, der mit dem Taxifahrer irgendwo hinfährt, um Wechselgeld zu holen. Mmmh… es gibt sicherlich Gegenden auf der Welt, da hätte ich mir deutlich mehr Sorgen gemacht. Aber so hundemüde, mitten in der Nacht, brauche ich das auch in Bangkok nicht. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt Thomas aber angelaufen und alles ist gut.

Thailand Bangkok Backpacks warten in der Nacht
warten am Straßenrand… immerhin ist es warm!

Die Betten sind sehr bequem und wäre es nicht so verdammt heiß, hätten wir super geschlafen. So, was ist jetzt der Plan? – Erstmal ankommen. Für uns ist Bangkok und Südostasien komplettes Neuland! Ja, wirklich! Wir waren noch nie hier. (Wie viele verwunderte und entgeisterte Blicke ich dafür schon bekommen habe! *grins) Zwar haben wir schon viele Länder in Lateinamerika besucht und auch in Afrika waren wir schon. Aber Südostasien stand irgendwie immer erst weiter unten auf unserer Wunschliste. Warum ist das so?

Sicherlich liegt es nicht an den Ländern an sich. Dass die wunderschöne Natur, die interessanten Kulturen und verschiedenen Küchen uns bezaubern werden, davon bin ich überzeugt! Ich würde sagen, es liegt zum einen an der Sprachbarriere und zum anderen an dem Bild, was wir aufgrund verschiedener Berichte im Kopf haben. Zu erstens, der Sprache: Für mich ist das wichtigste am Reisen, mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen. Nur so habe ich das Gefühl, wirklich zu erfahren, wie es ist, in dem Land zu leben, welche Themen die Menschen im Alltag bewegen und welche Neuigkeiten die lokalen Zeitungen und Fernsehsender gerade unter der Bevölkerung verteilen. Ohne die Sprache zu sprechen, kann ich nicht mit der alten Frau auf dem Markt reden, die mir erzählt, wo sie ihr Gemüse anbaut und wie schwierig es ist, dieses von ihrem kleinen Garten hierhin zu transportieren. Auch von den Taxifahrern bekomme ich keinerlei Geschichten zu hören, und die sind wirklich die allerbesten Informationsquellen in einem fremden Land. Wenn du wissen möchtest, was der Großteil der Bevölkerung über die jeweilige Landesregierung denkt, wie es um das Gesundheitswesen steht oder was die Leute glücklich und zufrieden macht, empfehle ich dir eine mindestens 20-minütige Taxifahrt durch die jeweilige Hauptstadt! Zu zweitens, dem Bild in meinem Kopf: Gleich vorneweg gesagt, meine Einschätzung muss nicht stimmen. Von dem, was ich allerdings über Südostasien gehört und gelesen habe, stelle ich mir das individuelle Reisen vor Ort schwierig vor. Vielleicht weil so viele Pfade schon ausgetreten sind? Weil irgendwie alle die gleiche Strecke zwischen Ho-Chi-Minh, über das Mekongdelta und Phnom Penh nach Bangkok zurücklegen und dabei gefühlt die gleichen Tempel und Sehenswürdigkeiten abklappern? Vielleicht ist aber auch gerade das die Herausforderung: Die gleichen Regionen zu sehen und trotzdem seinen eigenen Weg zu gehen…

Wir freuen uns in jedem Fall, dass wir nun hier sind. In Bangkok möchten wir zunächst nur zwei oder drei Tage sein und dann irgendwo an den Strand reisen. Das Kennenlernen der Stadt haben wir uns für unseren zweiten Aufenthalt in Bangkok vorgenommen. Daher haben wir uns ein schönes Zimmer, etwas „außerhalb“ vom Zentrum gebucht. Außerhalb ist in Bangkok ja relativ. In unserem Fall heißt das, in dem kleinen, lebendigem Viertel Khlong Tan, welches ganz im Westen von Suan Luang liegt. Alle Sehenswürdigkeiten könnten wir von dort aus mit dem Flughafen-Express oder der MRT (U-/ Hochbahn) bequem und schnell erreichen. Außerdem gibt es in der fußläufigen Umgebung jede Menge lokale Märkte.

Thailand Bangkok Khongtan BB House Unterkunft accommodation suan luang
unsere erste Unterkunft in Thailand mit Blick auf den Phetchaburi Highway

Also starten wir in den Tag: Zum Frühstück möchten wir natürlich etwas aus der thailändischen Küche testen. Ich habe die passende Währung in der Tasche, weiß, wie ich „Hallo“ und „Danke schön“ auf Thai sagen kann und laufe los. Der kleine und vollgestopfte Markt hat alle Gerüche zu bieten, die man sich nur wünschen kann und auch solche, die man auf keinen Fall braucht. Es gibt einige kleine Stände, an denen Dinge angeboten werden, von denen ich keine Ahnung habe, was es ist. Ich entscheide mich für den Stand einer Frau, die mich freundlich anlächelt, als ich etwas überfordert all die für mich neuen Sachen inspiziere. Sie verkauft mir kleine Päckchen aus süßem Klebereis, in Bananenblättern. Dazu kaufe ich an einem anderen Stand Bananen, Melone und Guaven. Von dem süßen Reis, der mit Kokos dekoriert ist – teilweise aber auch nach Fisch schmeckt – sind wir total begeistert! (Die Päckchen mit Eierpudding sind aber auch ganz gut.) Auf Thai heißt diese beliebte Süßspeise Khao niao sangkhaya.

Den weiterenTag verbringen wir damit, uns über Thailand zu informieren, die Umgebung unserer Unterkunft zu erkunden und unsere Sachen zu sortieren. In Wladiwostok hatten wir recht schnell gepackt und beim genauen Betrachten der Rucksackinhalte entdecken wir noch einige Sachen, die wir aussortieren möchten. Jeder Gegenstand weniger verschafft uns ein bisschen mehr Freiheit. Wir fühlen uns mit unseren Wintersachen ohnehin schon deplatziert, in der heißesten Stadt der Welt. Bei der Suche nach unserem nächsten Reiseziel finden wir nämlich heraus, dass die Durchschnittstemperatur in Bangkok bei 28,4°C liegt. Und wo wir gerade dabei sind, noch ein bisschen lustiges Unnütz-Wissen: Der offizielle Name der Stadt Bangkok lautet: Thep Maha Nakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yutthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udom Ratchaniwet Maha Sathan Amon Phiman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit. Ob den wohl jeder Thai kennt?

Wir laufen durch unser Viertel, entdecken verschiedene Straßenmärkte mit unzähligen Garküchen und probieren weitere thailändische Spezialitäten, z.B. Taro. Auf Deutsch sagt man auch Wasserbrotwurzel dazu, hatten wir aber vorher auch noch nie gehört. Es ist leicht violett und schmeckt ein bisschen so wie Esskastanie. Umhüllt ist es wieder mit Klebereis und Kokosmilch und nennt sich khao tom mad. Am Abend essen wir an einem kleinen Straßenstand in unserer Straße und werden von der Freundlichkeit der Thai überwältigt: Zum Bestellen zeigen wir auf zwei verschiedene der gut aussehenden Saucen und gehen davon aus, dass wir diese mit Reis serviert bekommen. Fehlanzeige! Leider gibt es die mit Fleisch… und schmecken tun sie ziemlich sauer. Na gut, erster Abend, erster Versuch. Das wird bestimmt noch, denn die thailändische Küche wird doch immer als eine der besten der Welt gelobt. Die Atmosphäre ist auf jeden Fall toll. Die Straße ist belebt, aber nicht zu laut. Während des Essens werden wir auf einmal vom Nachbartisch „gefragt“, ob wir auch ein Bier trinken möchten (sie heben ihre Flaschen hoch und zeigen abwechselnd auf diese und dann fragend auf uns). Ja, warum nicht. Natürlich denken wir, dass der Mann, der uns fragt, zu dem Essenstand gehört und das Bier dort verkauft. Nein, so ist es nicht. Er läuft tatsächlich zum nächsten Mini-Markt und kommt kurze Zeit später mit zwei Flaschen Bier und dem Kassenzettel wieder. Wir sind sprachlos. Vor allem hätte er uns das Bier doch jetzt zu einem viel höheren Preis verkaufen können… Natürlich zahlen wir noch ein kleines Trinkgeld obendrauf und bedanken uns vielmals. Dann zeigt er uns, dass er auf einem Wandbild hinter den kleinen Tischen abgebildet ist. Zwar verstehen wir, dass er definitv nicht an dem Straßenstand arbeitet, aber leider erfahren wir nicht, was er stattdessen macht. Trotzdem lachen wir zusammen und prosten uns mehrmals zu. Sie scheinen sich zu freuen, dass wir da sind. Zumindest geben sie uns das Gefühl.

Thailand Bangkok Khao Tom Mad Klebereis Bananen Taro Paeckchen Bananenblaetter
gute Zwischenmahlzeit: frisch gegrillte Klebereis-Päckchen mit Bananen und Taro gefüllt
Thailand Bangkok Verkehr Verkehrsteilnehmer Roller fahrbare Untersaetze
Kann der Moped-Fahrer noch etwas sehen unter seinem Gefährt?
Thailand Bangkok Verkehr rush hour Sonnenuntergang Phetchaburi Road
Blick von unserem Balkon auf die Rushhour – stadteinwärts ist der Highway abends leer…
Thailand Bangkok Verkehr Verkehrsteilnehmer Khlong Boot Haltestelle Ram 1
Haltestelle der Khlong-Boote (Ram 1) in unserem Viertel
Thailand Bangkok Ramkhamhaeng Street City Line Street Food Market
tolle Atmosphäre auf diesem Street Food Markt unter der U-Bahn-Haltestelle Ramkhamhaeng
Thailand Bangkok Street Food  Garkueche Alley khlong tan
unser erstes Abendessen an der Garküche in unserer Straße

Unseren zweiten Tag in Bangkok könnten wir als „sinnlos“ bezeichnen, weil unser Plan mal so gar nicht funktioniert hat… Aber schön war es irgendwie trotzdem! *grins. Was ist passiert?

Wir sind mit einem sogenannten visa on arrival in Thailand eingereist. Dies ist eine visumfreie Einreisegenehmigung mit der sich z.B. deutsche Staatsbürger 30 Tage zu touristischen Zwecken in Thailand aufhalten dürfen. Dieser Zeitraum kann beim immigration bureau einmalig um weitere 30 Tage verlängert werden. Genau das möchten wir: 60 Tage in Thailand bleiben. Auf der offiziellen Internetseite Thailands (https://www.immigration.go.th/branch_center) suchen wir die nächste zuständige Behörde raus. Diese Stelle wird ebenso auf verschiedenen Blogs genannt. Wir starten früh und hoffen, dadurch nur eine kurze Wartezeit zu haben. Also los!

Die Fahrt zur Immigrationsbehörde ist unkompliziert. Zwar gibt es im Metronetz von Bangkok drei verschiedene Zugbetreiber, aber die verschiedenen Züge sind alle super miteinander verbunden und können problemlos miteinander kombiniert werden. Die klassische U-Bahn ist die MRT, welche durch einen Skytrain (BTS) und den Airport Rail Link (ARL) ergänzt wird. Für uns war der wesentliche Unterschied, ob Rechts- oder Linksverkehr herrscht *haha… Eigentlich ist in Thailand Linksverkehr, weshalb auch die Füßgänger z.B. in der MRT links zu laufen haben. Der Airport Rail Link scheint da eine internationale Ausnahme zu sein, dann dort haben uns die Markierungen auf dem Boden veranlasst, rechts zu laufen. Das ist natürlich am Ende total egal, aber wir finden, es ist eine lustige Anekdote.

Thailand Bangkok Phetchaburi crossing Umstieg MRT Verkehr traffic
umsteigen an der Phetchaburi Station mit Blick auf den Verkehr
Thailand Bangkok Sathon Strassenverkauf Blumen Strassenhaendler
Straßenverkäufer im ruhigeren Geschäftsviertel Sathon
Thailand Bangkok Sathon Strassenverkauf Obst
so reiht sich ein Geschäft an das andere, dazwischen stehen immer wieder Garküchen

Nach etwas mehr als einer Stunde sind wir angekommen und werden super freundlich begrüßt! Die Dame am Empfang holt sogar sofort jemanden, der uns auf Englisch fragt, wie er uns helfen kann. Tja, im Ergebnis leider gar nicht!! Eine Verlängerung des visa on arrival wird in diesem Immigrationsbüro seit kurzem nicht mehr angeboten… Dafür müssen wir in den neuen Regierungskomplex, der sich weit im Norden der Stadt befindet. Echt jetzt? Ja! Es stellt sich heraus, dass der dazugerufene Angestellte neben Englisch auch noch Deutsch spricht, da er in Hessen studiert hat. Wir unterhalten uns noch kurz. Er erklärt uns, dass der neue Regierungskomplex relativ weit weg ist und der Zug vom Hauptbahnhof aus etwa eine Stunde dorthin braucht. Da es noch vormittags ist, entscheiden wir uns, gleich zu starten. Lieber alles an einem Tag erledigen, bevor wir morgen nochmals los müssen.

Eine Stunde später stehen wir am Hauptbahnhof Hua Lamphong von Bangkok, mitten im Gewusel zwischen Passagieren, Taxifahrern und Straßenverkäufern und erfahren, dass der letzte der Züge, die überhaupt in die Richtung des Regierungskomplexes fahren, gerade weg ist. Eine Rückfahrt gibt es heute auch nicht mehr. Das darf doch nicht wahr sein! OK, dann eben mit dem Taxi… Ohne den Versuch einer wahnsinnigen Abzocke geht es natürlich nicht. Aber wir lassen uns nicht beirren und zahlen am Ende den Preis, der uns vorher von anderen Einheimischen genannt wurde. Jetzt kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Wir haben alle benötigten Kopien und Passfotos dabei und das Formular, welches wir vor Ort ausfüllen müssen, ist – nachdem wir noch schnell einen Kugelschreiber gekauft haben (der neutralste von allen war pink mit Hello Kitty)- auch kein Problem. Zack, geht es zur Wartenummern-Ausgabe: Nummer 672 und 673. Gut! Thomas möchte sich gerade in den Stuhlreihen vor den Büros niederlassen, als ich kurz zusammenzucke! Thomas, die sind gerade bei Nummer 370!! Da steht: Nummern ab 500 kommen ab 16:00 dran. – Es ist nicht einmal zwei!! So ein Mist, ich habe echt keine Lust mehr!! Also gehen wir erst einmal in Ruhe essen. Allerdings können wir den Food Court im Gebäude nicht wirklich empfehlen, vor allem dann nicht, wenn ihr vegan oder vegetarisch essen wollt. Bei uns gibt es Nudeln mit einer Gemüsesauce, die wieder sehr sauer ist. Im Anschluss haben wir noch genug Zeit das Gebäude zu bestaunen. Das bereitet mir große Freude, dann es ist riesig, modern und sehr beeindruckend. Schließlich sitzen wir trotzdem noch über zwei Stunden vor dem Büro. Im Ergebnis brauchen wir mehr als fünf Stunden bis wir die Verlängerung des visa on arrival in den Händen halten. Auf dem Rückweg teilen wir uns das Taxi zurück zum Hauptbahnhof mit einem französischen Pärchen – die übrigens auch zuerst am falschen Gebäude waren…

Thailand Bangkok Immigration Regierungskomplex
einer der Innenhöfe des Regierungskomplexes

Vom Hauptbahnhof aus nehmen wir für die restliche Strecke nach Hause wieder die U-Bahn. Auf dem Streetfood-Markt an unserer Haltestelle essen wir dann unser erstes Pad Thai in Thailand. Leider ist es auch wieder sehr sauer… Mmh, die thailändische Küche wird doch immer so gelobt. Vielleicht ist es einfach nicht meins. Aber wir haben ja noch ein paar Tage Zeit, um uns weiter durch die lokalen Spezialitäten zu testen. Insgesamt war der Tag zwar ganz anders als ursprünglich gedacht, aber dennoch konnten wir ein bisschen mehr von Bangkok kennenlernen und sind somit zufrieden.

Thailand Bangkok Hua Lamphong Bruecke Chao Phraya
Brücke über den Seitenarm des großen Chao Phraya Flusses, direkt neben dem Hauptbahnhof
Thailand Bangkok Hua Lamphong  Bahnhof main station
wehende Fahnen vor dem Hauptbahnhof Hua Lamphong
Thailand Bangkok Ramkhamhaeng Street City Line Street Food Market Pad Thai
Reisnudeln mit Sprossen und Tofu: unser erstes Pad Thai in Bangkok
Thailand Bangkok Ramkhamhaeng Street City Line Street Market
zum Abschluss des Tages ein Hinweis auf das Virus: überall steht kostenloses Desinfektionsmittel….

Am nächsten Tag steht wieder ein Behördengang an, diesmal um unsere Drohne anzumelden. Wir hoffen, dass es heute deutlich schneller geht, als gestern! Nach einem kurzen Frühstück mit frischen Brötchen und süßer Bohnenfüllung laufen wir zur Khlong-Boot-Haltestelle. Von dort fährt uns eines der regelmäßig verkehrenden Khlong-(Kanal-)Boote direkt in die Innenstadt. Die Fahrt an sich ist schon ein Erlebnis, da wir einen guten Einblick in die Wohnsituation der Thai bekommen, die ihre Häuser direkt an den Kanal gebaut haben. Streckenweise ist es sehr grün, hin und wieder entdecken wir ein kleines Café oder einen Imbiss und dazwischen moderne Hochhäuser. Kurz vor dem Zentrum steigen wir in ein größeres Boot um, welches in die Stadtmitte fährt. Krass, wie viele Menschen da drauf passen. Für den schmalen Kanal bei uns im Viertel sind diese Boote zu groß. Insgesamt ist es eine sehr schöne Fahrt. Der einzige Wermutstropfen ist der viele Plastikmüll, der zwischen den Booten auf dem Kanal rumschwimmt.

Thailand Bangkok Phetchaburi Road Lebensmittelladen small shop
Lebensmittelgeschäft unter dem Phetchaburi Highway
Thailand Bangkok Phetchaburi Road Impressionen
die Phetchaburi Rd. auf dem Weg zum Khlong-Boot
Thailand Bangkok Wat Sri Bunruang Khlong canal Kanal Boot
auf dem Wat Sri Bunruang Kanal Richtung Innenstadt

Auf dem Weg zur NBTC (dem Office of The National Broadcasting and Telecommunications Commission), wo wir unsere Drohne anmelden möchten, steigen wir zunächst quasi direkt vor der Siam Einkaufswelt aus. Zuerst erblicken wir den Siam Skywalk, der zum Siam Discovery Center führt, daneben finden sich noch das Siam Center und das Siam Paragon. Verrückt! Diese riesigen Malls passen für uns gar nicht so recht zu den bisherigen Eindrücken der Stadt. Es gibt so viele dieser riesigen, modernen Einkaufspaläste und sie sind wohl aus dem Stadtbild von Bangkok nicht mehr wegzudenken. Wir halten uns allerdings nur sehr kurz im Siam Paragon auf, nämlich genau so lange, bis wir den Laden von Asia Books gefunden und uns einen Reiseführer für Thailand gekauft haben. Ja, wir reisen mit Reiseführern in Buchform! Sie sind resistent gegen Hitze, Wasser und Sand und benötigen weder Strom noch Internet – genau das, was wir brauchen.

Thailand Bangkok Siam Skywalk Siam Discovery Center
Ankunft in der Innenstadt mit Blick auf den Siam Skywalk
Thailand Bangkok Siam Skywalk Siam Discovery Center Shopping Mall
auf dem Siam Skywalk freuen wir uns über den Schatten
Thailand Bangkok Siam Skywalk Siam Discovery Center Shopping Mall
Eingang zur Siam Discovery Mall
Thailand Bangkok Siam Paragon inside Shopping Mall Eingang
Eingangsbereich der Siam Paragon Mall

Mit dem Reiseführer in der Tasche machen wir uns auf den Weg in das wohlhabende Viertel Phaya Thai. Diese Gegend passt schon eher zu den riesigen Einkaufszentren: Es gibt viele gepflegte Grünflächen, sehr schicke und moderne Restaurants und die gleichen, beliebigen Hipster-Cafés und Craft-Bier-Schänken, wie überall auf der Welt. Hier finden wir auch das riesige Gebäude des NBTC (Office of The National Broadcasting and Telecommunications Commission), der Kommission für nationalen Rundfunk und Telekommunikation. Um die Drohne fliegen zu dürfen, müssen hier die benötigten Sendefrequenzen beantragt und registriert werden. Doch auch heute haben wir kein Glück: Die Buchungsbestätigung unserer Unterkunft wird nicht anerkannt, da sie heute abläuft. Um die Registrierung zu bekommen, muss die Unterkunft jedoch bis zum Tag nach dem Tag der Beantragung nachgewiesen werden können. – Fragt bitte nicht wieso. Da heute Freitag ist, und die Behörde am Wochenende geschlossen hat, werden wir wohl noch bis Dienstag in der Stadt bleiben, um dann am Montag unsere ausreichend lange Buchungsbestätigung vorzeigen zu können und es erneut zu versuchen.

Thailand Bangkok Phaya Thai Geisterhaeuschen Geisterhaus gross
Geisterhaus in Phaya Thai vor einem Bankgebäude
kleines Café in Phaya Thai

Es wird langsam dunkel, wir sind etwas frustriert und haben Hunger. Da der Food Court im Terminal 21, einer weiteren Shopping-Mall, sehr gut sein soll, beschließen wir, auf dem Nachhauseweg dort anzuhalten. Im Terminal 21 machen wir eine Weltreise im Schnelldurchlauf *grins. Jede Etage ist sehr liebevoll und detailliert im Design einer bestimmten Region gestaltet. So sehen wir z.B. London, Istanbul, Rom, San Fransico und die Karibik innerhalb einer Viertelstunde. Auch hier laufen wir nur an den Geschäften vorbei und orientieren uns zielstrebig in die oberste Etage, zum Pier 21. Oben angekommen laufen wir erst noch an einigen höherpreisigen Restaurants vorbei, die uns von der Auswahl der Gerichte so gar nicht ansprechen. Aber lasst Euch davon nicht abschrecken. Im hinteren Teil der Etage befindet sich das Pier 21 und es wurde uns absolut nicht zu viel versprochen! Der Food Court besteht aus vielen einzelnen Ständen, die den Garküchen auf der Straße nachempfunden sind. Da wir uns aufgrund der aktuellen Situation nicht unbedingt in das Getümmel der Straßenmärkte begeben möchten, ist es eine gute Alternative, das Street Food Thailands kennenzulernen. Am Eingang erhalten wir eine Karte, die zum späteren bezahlen mit Geld aufgeladen werden muss. Sollte ein Restbetrag auf der Karte verbleiben, bekommt man ihn am Ausgang natürlich wieder ausbezahlt. Die Auswahl an Essen ist wirklich beeindruckend und wir können uns kaum entscheiden. Alles, was wir bestellen, schmeckt uns super lecker! Es gibt Reis mit verschiedenem Gemüse, Sesam und Nüssen und zum Nachtisch… natürlich Mango-Sticky-Rice (Klebereise mit Mango und Kokosmilch)! Endlich!! Außerdem gefällt uns der Ausblick von unserem Fensterplatz sehr!

Thailand Bangkok Asok Terminal 21 Blick ueber MRT Zentrum Center
Blick von der Asok U-Bahn-Station vor dem Terminal 21
Thailand Bangkok Asok Terminal 21 Shopping Mall Zentrum Center
Eingangsbereich zum Terminal 21
Thailand Bangkok Terminal 21 Shopping Mall Pier 21
Ausblick beim Essen vom Pier 21

Nach dem Essen fahren wir zurück zur Unterkunft. Auch heute ist nicht alles nach Plan gelaufen… Dafür haben wir sehr gut gegessen, haben etwas von der Stadt gesehen und der gescheiterte Versuch, die Drohne anzumelden, hat uns weitere vier Tage in Bangkok beschert. Davon erzählen wir Euch aber im nächsten Bericht.

Thailand Bangkok Ramkhamhaeng Street City Line Market
unser Nachhauseweg: der Markt unter der U-Bahn-Haltestelle Ramkhamhaeng

So langsam sind wir auf die Temperaturen und das neue Umfeld eingestimmt. Seid ihr gedanklich nun auch schon im Warmen angekommen? Bis zum nächsten Beitrag! Viele Grüße Jenny

4 Kommentare

  1. Schöner Bericht, und das Essen sieht so lecker aus und hört sich so gut an. Ich liege im Bett (0:57Uhr) und hab grad total Hunger🤣 Bin gespannt wie es weiter geht. Liebe Grüße

    1. Es freut uns so sehr, dass dir unsere Berichte gefallen! Eine tolle Motivation, weiterzuschreiben! Danke! Hoffentlich hast du noch was zu essen bekommen 🙂 Liebe Grüße, bis bald.

  2. Das erscheint mir wie eine völlig andere Welt. Ich weiß nicht, ob ich mich dort wohl fühlen würde. Ist mir einfach zu groß und voll. Wofür braucht ihr eine Drohne?

    1. Wir mussten uns auch erst einmal ein paar Tage akklimatisieren. Vor allem, weil es plötzlich so heiß war! Aber wir waren auch sehr neugierig auf alles. Naja, von „brauchen“ würden wir bei der Drohne jetzt nicht sprechen… aber wir freuen uns schon auf die Videos und Fotos aus der Luft!

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