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Koh Chang – und wieder steht alles still | UnterwegsSein 6

In Thailand auf Koh Chang dachten wir, wir hätten es geschafft. Endlich Wärme, Leichtigkeit und ein Reisefeeling stellt sich ein, aber dann geht einfach gar nichts mehr. Bei UnterwegsSein 6 nehmen wir Euch mit in eine turbulente Zeit zwischen der paradiesischen Insel Koh Chang und dem Chaos in unseren Köpfen.


Unser YouTube-Video #6 ist online! Die Story und Links zu unseren Erlebnissen in Thailand findet ihr hier.

… übrigens ist das Video Teil der Serie: UnterwegsSein

Hier kannst du dir das Video „Koh Chang – und wieder steht alles still“ angucken:

Für alle, die lieber lesen, statt zu gucken – oder nachträglich noch einmal lesen möchten – ist hier der Beitrag zum Video: Koh Chang – und wieder steht alles still. Und natürlich auch für uns selbst. Denn unser Blog ist einfach unser digitales Wohnzimmer. Also darf dieses neue Kapitel unserer Weiterentwicklung auf Reisen hier natürlich nicht fehlen!

Reise & Mindset Serie: UnterwegsSein

Schon seit Ewigkeiten haben wir für uns den Wunsch formuliert, auch bei YouTube präsent zu sein. Wir lieben es, klassische Reisethemen mit der Reise zu uns selbst zu verbinden und gleichzeitig etwas zurückzugeben. In drei Worten: Reisen. Wachsen. Wirken.

So haben wir zu unserem Format gefunden: Eine Serie auf YouTube, in der wir alle unsere Reiseziele zeigen und Euch erzählen, was diese Reisen mit uns gemacht haben. Wir teilen unsere innere Reise und unsere Learnings mit Euch. Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen bei „Koh Chang – und wieder steht alles still“

In Thailand auf Koh Chang dachten wir, wir hätten es geschafft. Endlich sind wir in der Wärme, erleben Leichtigkeit und ein Reisefeeling stellt sich ein. Aber dann geht einfach gar nichts mehr.

In diesem Video nehmen wir euch mit nach Koh Chang und zeigen Euch, wie aus dieser ehemaligen Notlösung Thailand, weil es ja die einzige Option war, wirklich etwas wunderschönes wird. Wir kommen auf der Insel Koh Chang an. Wir genießen die Ruhe, die Natur, tanken neue Energie und es fühlt sich so richtig nach diesem Reisealltag an, den wir uns gewünscht hatten. Ja, doch dann ging plötzlich überhaupt nichts mehr. Von einem Tag auf den anderen gab es keine Option mehr für uns, wir wussten überhaupt nicht, was wir machen sollten und mussten lernen loszulassen, ohne Sicherheit zu haben.

Ich bestimme, wie es mir geht

Jenny:

Willkommen zu meinen Learnings von Koh Chang. Ich hoffe, ich kann diese rüberbringen. Ich muss sagen, dass es mir in dieser Zeit emotional gar nicht gut ging und alles ein bisschen vage war. Deswegen sind vielleicht auch die Learnings vage. Aber vielleicht hilft es Euch ja weiter oder inspiriert Euch in irgendeiner Art und Weise.

Also, am Anfang war es super schön auf Koh Chang. Wir haben viel erkundet, sind mit dem Roller rumgefahren, waren in den Wäldern, beim Wasserfall und beim Schnorcheln. Für uns war es das Paradies in dem Moment.

Als dann aber diese Schlagzeilen immer lauter und Regularien immer strenger wurden und wir abgesehen haben, dass wir aus Thailand nicht mehr weiterreisen können, hat es sehr viel mit mir gemacht. Es ging mir wirklich schlecht in der Zeit. Ich habe mich total in der Opferrolle gesehen. Und mir ist auch zum ersten Mal bewusst geworden, dass es so ist.

Weil ich immer wieder die Gedanken hatte, „Ja, toll, jetzt habe ich alles gekündigt, alles aufgegeben in Deutschland. Ich habe Freunde und Familie zurückgelassen, kein Zuhause mehr, keinen Besitz und sitz jetzt hier auf dieser Insel und kann nichts machen“. Es hat sich so verloren angefühlt, weil ich mich vom Außen so abhängig gemacht habe. Immer wieder dachte ich: „Warum passiert mir das? Warum ich? Einmal in meinem Leben gehe ich für mich los und tue das, was ich machen möchte, nämlich Reisen, und dann wird es mir eigentlich direkt wieder verweigert.“

Ich habe sehr schlecht geschlafen in dieser Zeit, eigentlich nächtelang gar nicht. Dann saß ich draußen unter dem Sternenhimmel, was wunderschön war. Dennoch hat mir das gezeigt, wie sehr mich das innerlich aufgewühlt hat. Ich dachte, anscheinend kommt jetzt alles aus den letzten Jahrzehnten hoch, was ich unterdrückt habe und will gesehen werden. Es war super intensiv.

Das war also mein Learning, zu erkennen, dass ich in dieser Opferrolle stecke und dachte, mir passiert etwas im Außen und deshalb geht es mir schlecht. Und dann kam da dieser Funken von Erkenntnis: Okay, vielleicht kann das auch anders sein in meinem Leben.

Wir haben nur eine Welt

Thomas:

An die Zeit auf Koh Chang erinnere ich mich mit gemischten Gefühlen. Einerseits war es einfach eine traumhafte Insel mit türkisblauem Wasser, wunderschönen Buchten, Regenwald und schönen Tempelanlagen. Andererseits war die Zeit auch geprägt von krassen Unsicherheiten und von negativen Erfahrungen, die wir da gemacht haben.

Ein Beispiel, wo die Extreme für mich ganz nah beieinander lagen, ist unsere Umwelt. Klar wissen wir alle, dass wir mit unserer Umwelt besser umgehen müssen. Oder zumindest hoffe ich das. Mir ist es dort in extremer Form bewusst geworden: Wir hatten eine tolle Unterkunft direkt über dem Meer, also auf Holzpfählen und gucken jeden Morgen auf dieses türkisblaue Wasser. Dann wollten wir schnorcheln gehen und das erste, was wir sehen sind tote Fische, die in der angeblich schönsten Schnorchelbucht von Koh Chang treiben. Das war schon ein Schock für mich.

Auch haben wir an einer Müllsammelaktion teilgenommen. Es waren etwa 20 oder 30 Freiwillige, die da mitgemacht haben. So schnell haben sich die Säcke mit Plastikmüll gefüllt. Jenny hat sich dann aber mehr auf die Kleinigkeiten beschränkt und viele Zigarettenkippen aufgesammelt. Und ich glaube, dass man das auch ins Leben übertragen kann. Vielleicht haben nicht immer die offensichtlichsten Brocken den größten Mehrwert für uns, sondern wenn wir an so vermeintlich kleinen Dingen auch an uns arbeiten und die auflösen. Dies kann viel wichtiger sein.

Ich entdecke meinen inneren Beobachter

Thomas:

Ich entdecke meinen inneren Beobachter. Die letzten Tage auf Koh Chang waren sehr geprägt von Negativität für mich. Ich habe mich so krass in Live-Tickern, Krisenmeldungen und Horror-worst case-Szenarien verloren, dass ich z.B. überhaupt nicht mehr die Schönheit der Insel wahrnehmen konnte. Ich saß da über dem Meer und in meinen Gedanken gab es nur noch Krise, Krise, Krise. Das hat mich sehr traurig gemacht.

Aber es gab auch einen sehr positiven Aspekt dabei. Nämlich, dass ich diesen inneren Beobachter entdeckt habe, der merkt, okay, ich verliere mich gerade in einer Situation. Ich hatte jetzt vielleicht noch nicht die Lösung an der Hand. Aber ich habe es gemerkt und so viele Triggerpunkte in mir entdeckt.

So beispielsweise auch, dass es mir überhaupt nicht gut tut, wenn ich mich nur vom Außen beeinflussen lasse. Es geht mir viel besser, wenn ich auch mal nach innen gucke. Deswegen behalte ich das in sehr positiver Erinnerung von der Zeit auf Koh Chang, dass ich diesen inneren Beobachter in mir entdeckt habe. Dadurch habe ich auch so viel Potenzial in mir erkannt, das ich in den nächsten Jahren freisetzen kann.

Ich fühle Verbindung

Jenny:

Im Süden von Koh Chang haben wir einen kleinen Tempel besucht, Salak Phet. Das war eine richtig magische Erfahrung für mich. Wir sind mit dem Roller in ein ganz kleines Fischerdorf gefahren. Der Tempel war entsprechend auch relativ klein. Ich habe mich so richtig geborgen und geschützt gefühlt in dieser Gebetshalle vor dem goldenen Buddha.

Gerade als wir schon rausgehen wollten, haben wir gesehen, dass an der Wand eine Einladung stand, sich auf den Boden zu setzen und zu meditieren. Bis dahin hatte ich keine großen Berührungspunkte damit. Aber ich dachte, ja, warum denn nicht? Und irgendwie habe ich in mir einen Drang gespürt, dass es jetzt die richtige Zeit ist, genau das zu tun. Dass das jetzt für mich dran ist. Und was ich dann erlebt habe, das war wirklich krass.

Ich habe mich selber gespürt. Also, es gab eine kleine Anleitung, wie man atmen kann, sodass man mit sich selber in Verbindung kommt. Und auf einmal habe ich gespürt: „Wow, in mir ist ja jemand. Ich habe ein Sein in mir, ich bin jemand.“ Und der Gedanke „Ich darf sein.“ der kam mir auch. Den Satz werde ich auch nicht vergessen. Ich darf sein. Insgesamt war es so eine schöne Erkenntnis, als ich mich da selber zum ersten Mal gefühlt habe, also die Verbundenheit zu mir selber gefühlt habe.

Die Verbindung zur Natur erdet mich

Jenny:

Bei all dem Trubel, der auf Koh Chang dann geherrscht hat und durch diese Regularien und das internationale Geschehen, war ich natürlich ständig im Kopf. Mein Gedankenkarussell hat überhaupt nicht mehr angehalten. Also, ich habe nur noch gedacht: Was machen wir? Worst case? Was kann passieren und was gibt es für Möglichkeiten? Ich habe gemerkt, dass ich nur noch in der Vergangenheit oder in der Zukunft gehangen.

Was mich jedoch richtig geerdet hat, war der Kontakt zur Natur. Wir sind ja auch viel mit dem Roller rumgefahren und haben eine Wanderung durch den Regenwald zu den Wasserfällen gemacht. Aber was mich immer besonders ins Jetzt geholt hat, waren die Begegnungen mit Tieren. Beim Schnorcheln zum Beispiel, oder wir haben ja auch viele Affen dort beobachten können, überall auf der Insel. Und da hat das Gedankenkarussell sofort gestoppt. Ich war immer im Jetzt und ich dachte, irgendwie ist das vielleicht ansteckend und wie sehr es helfen kann, in die Natur zu gehen.

Was kann ich der Umwelt zurückgeben?

Jenny:

Bei meinem letzten Learning auf Koh Chang geht es um das Thema Umwelt. Wir haben da ein Cleanup gemacht mit der Organisation Trash Heroes. Außerdem gibt es einige Startups auf der Insel, die sich engagieren, z.B. die Tauchschule, die Trinkwasser auffüllt in Flaschen, die man mitbringt und man eben keine Plastikflaschen kaufen muss und so weiter.

Das alles fand ich super schön. Als wir dann einmal so durch den Wald gelaufen sind, habe ich mich gefragt, warum mache ich das? Was ist meine Motivation dahinter? Da habe ich gemerkt, dass nicht oberflächlich ist, um irgendwie mein Gewissen zu beruhigen, sondern dass es wirklich viel tiefer geht. Weil ich auf einmal erfahren habe, wie sehr Menschen, Natur, Tiere in diesem System zusammenleben. Natürlich war mir das kognitiv auch vorher klar. Trotzdem finde ich, dass es etwas ganz anderes ist, wenn man das in der Natur erlebt und die Auswirkungen sieht. Das hat einfach was mit mir gemacht.

Daraufhin habe ich für mich den Entschluss gefasst, ich möchte definitiv mehr beitragen und mehr zurückgeben. Alleine dafür, dass ich reise und so viele tolle Menschen und Orte kennenlernen kann und darf, möchte ich einen kleinen Beitrag geben, dass es unserer Welt einfach ein bisschen besser geht.

Neue Denkmuster entwickeln

Thomas:

Ich hatte eben schon von diesen Krisenmeldungen und Live-Tickern berichtet, die meine Aufmerksamkeit sehr vereinnahmt haben. Irgendwie war es nur noch, das geht nicht mehr, das geht nicht mehr, die Grenze ist zu, die Grenze ist zu… Wir hatten schon so viele Möglichkeiten im Kopf durchgespielt und dann ging es doch wieder nicht. Dieses klassische Denken oder diese Orientierungen waren einfach nicht mehr da.

Und dann kam mir der Gedanke, okay, jetzt denk doch mal anders. Denk doch mal daran, was ging als erstes überhaupt nicht mehr. Vor ein paar Wochen saßen wir in Wladiwostok und konnten nicht mehr nach Japan oder Südkorea, weil die Fähren ausgesetzt waren. Wie war die aktuelle Situation allerdings dort? Es klang relativ okay. Also haben wir geguckt: Südkorea ist möglich. Das war ja eh ein Ziel, wo wir gerne hin wollten. Es war März -ach cool, dann können wir sogar noch zur Kirschbüte nach Seoul.

Das ist für mich das Learning, da außerhalb der klassischen Pfade zu denken. Nämlich nicht zu überlegen, was war eigentlich vor zwei, vier, oder sechs Wochen, sondern wie ist es im Jetzt. Und mich dann nicht mehr so sehr von der Vergangenheit beeinflussen zu lassen, sondern einfach eine Situation neu zu bewerten und auch vorurteilsfrei zu gucken, was ist jetzt.

Das Video zu diesem Beitrag findest du auf unserem Kanal: weitglücklich@youtube

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Wie geht unsere Reise weiter und was erleben wir nach Thailand? Wir freuen uns auf tolle Orte, Begegnungen und neue Learnings. Alles Liebe und bis zum nächsten Mal, Thomas und Jenny

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