Peaks of the Balkans – Unsere Tipps für eine abenteuerliche Wanderung

In unseren letzten Berichten haben wir Euch von unseren sieben Etappen auf dem Peaks of the Balkans erzählt. Die Bergregion rund um das Prokletije-Gebirge ist in weiten Teilen noch unentdeckt und wir waren oft alleine in der endlosen Natur. Wir teilen unsere Erlebnisse mit Euch und geben Euch Tipps für die eigene Trekkingreise.


Im Folgenden findet ihr Anregungen zur Vorbereitung einer Wanderung des Peaks of the Balkans und Informationen über die Strecke. Wenn ihr gleich zu den einzelnen Etappen möchtet, dann klickt hier: Etappe 1 & 2, Etappe 3 – 5 und Etappe 6 & 7. Insbesondere den ersten Bericht empfehlen wir Euch, wenn ihr wissen möchtet, was der Peaks of the Balkans oder Gipfel des Balkans überhaupt ist.

Wir können den Rundweg sehr empfehlen und möchten Euch gerne noch einige Hinweise geben, die Euch bei Eurer eigenen Wanderung möglicherweise helfen. Dazu haben wir nochmals ein wenig im Internet recherchiert und den Eindruck gewonnen, dass der Peaks of the Balkans Wanderweg seit unserem Besuch im September 2016 weiter beworben und ausgebaut wurde. Es finden sich deutlich mehr Informationen im Internet, zum Beispiel auf den beiden Seiten www.peaksofthebalkans.com und peaksofthebalkans.info. Auch scheint es mittlerweile, zumindest im Sommer (etwa von Ende Juni bis Ende September), mehr Übernachtungsmöglichkeiten in den Schäferhütten zu geben und die Wegmarkierungen sollen wohl durchgehend angebracht sein. Falls ihr den Weg auch schon gelaufen seid und neuere Informationen habt, freuen wir uns, davon zu hören!

Peaks of the Balkans Prokletije Gebirge Albanien
Eindruck von dem schroffen Prokletije-Gebirge und dem Wegverlauf in Albanien

Planung der Route und Genehmigung der Grenzübertritte

Der 192 km lange Wanderweg verläuft durch teilweise sehr abgeschiedene Bergregionen des Prokletije-Gebirges, auf einer Höhe von etwa 600m bis zu 2.300m. Neben der offiziellen Peaks of the Balkans-Strecke, die man wahlweise in sieben oder zehn Etappen laufen kann, gibt es noch leicht abweichende Routen, wenn man noch zusätzliche Gipfelwanderungen integrieren möchte. Auch gibt es die Möglichkeit, die teilweise recht langen Etappen zu unterteilen und zwischendurch in kleinen Hirtendörfern zu übernachten. Wir sind die klassische Route, nach dem Outdoor Handbuch von Jan Dohren, in Kombination mit den Markierungen vor Ort und einer detaillierten Karte der Region, gelaufen. GPS haben wir nicht verwendet. Mittlerweile gibt es unter den bereits genannten Internetadressen auch relativ genaue Beschreibungen inklusive Höhenprofil und Dauer der Etappen. Diese können als einzelne pdf heruntergeladen werden. Uns hätte das sehr geholfen, aber damals gab es solche Beschreibungen noch nicht.

Der Wanderweg war zur Zeit unseres Besuchs vor Ort größtenteils markiert, oft aber sehr spärlich, zu spät hinter den Abzweigungen oder manchmal eben auch gar nicht. Je nachdem, wie ihr laufen möchtet, informiert ihr Euch am besten vorher, wie die Wegmarkierungen für die jeweilige Strecke sind. Denn diese sehen in den drei Ländern unterschiedlich aus, auch wenn es letztlich die gleiche Route des Peaks of the Balkans ist. Es ist jedoch enorm wichtig, auf den markierten Wegen zu bleiben. Der Wanderweg verläuft nämlich durch ehemals verbotenes Grenzgebiet, was uns insbesondere an der Grenze von Albanien aufgefallen ist. Dort haben wir viele zugeschüttete Bunker und einige verfallene Militärposten gesehen. Zwar gilt der gesamte Peaks of the Balkans als minenfrei, nicht aber das Umland.

Die in unserem Wanderführer angegebenen Dauern der Etappen haben wir als sportlich empfunden. Allerdings wandern wir auch sehr entspannt und legen keinen Wert darauf, irgendwelche zeitlichen Ziele zu erreichen. Lieber nehmen wir uns Zeit für Fotos, genießen die Aussicht und sind deshalb eigentlich immer länger unterwegs als im Wanderführer angegeben. Unabhängig davon würden wir empfehlen, früh loszulaufen, um noch Puffer bis zur Dämmerung zu haben.

Wir selbst sind im September gelaufen und waren damit schon relativ spät im Jahr. Die Bergdörfer sind meist nur von Juni bis September bewohnt, das heißt, außerhalb dieser Zeit sind die Schäferhütten zum Übernachten geschlossen. Wir hatten teilweise Glück und haben jemanden in den Bergen angetroffen, manchmal aber auch im Zelt übernachtet, weil alle Hütten zu waren. Dafür war die Strecke aber auch menschenleer. Schnee haben wir nur von Weitem auf den umliegenden Gipfeln gesehen. Auf unserer Strecke war es immer warm genug zum Zelten und tagsüber angenehm zum Wandern, etwa um die 15 bis 20°C. Im Winter kann es auf der Strecke empfindlich kalt werden. Dann ist nochmal eine ganz andere Ausstattung notwendig und man sollte den Weg nur mit ausreichender Bergerfahrung laufen. (Achtung: In Montenegro ist das Zelten außerhalb der Campingplätze offiziell nicht erlaubt. Natürlich ist es fraglich, ob das oben in den Bergen jemand kontrolliert, aber man sollte sich dessen bewusst sein.)

Bevor ihr mit Eurer Bergtour startet, ist es wichtig, noch einige Formalitäten zu beachten. Auf Eurer Route bewegt ihr Euch in drei verschiedenen Ländern und werdet die Grenzen immer mal wieder überschreiten. Dies ist vorher von den zuständigen Behörden genehmigen zu lassen. Für alle Wanderer haben sich die drei Länder Montenegro, Albanien und Kosovo auf eine vereinfachte Prozedur geeinigt, sodass ihr nur eine Genehmigung braucht und nicht eine für jedes Land. Allerdings unterscheiden sich die Formulare, je nachdem in welchem Land ihr loslauft. Zwischenzeitlich haben wir öfters mal gelesen, dass verschiedene Wanderer für jedes Land eine Genehmigung beantragt haben. Aus unserer Sicht und gemäß der damaligen Bestätigung der montenegrinischen Polizei ist dies aber nicht notwendig. (Weiterführende Links findet ihr hier: www.peaksofthebalkans.com/Cross-Border-Procedures)

Im Detail lief unsere Genehmigungsprozedur für den Start in Montenegro so: Wir mussten online ein Formular einreichen, aus dem ganz konkret hervorgeht, wann wir welche Etappe laufen möchten. Ganz konkret bedeutet, dass tatsächlich die Uhrzeiten anzugeben sind, wann welches Land verlassen oder betreten wird. Dazu müsst ihr dann natürlich Eure Strecke kennen und wissen, wie schnell ihr in etwa unterwegs seid, um die Uhrzeit der Grenzübertritte abschätzen zu können. Unserer Einschätzung nach kommt es hier zwar nicht auf die Minute an, aber wir empfehlen Euch trotzdem, es so genau wie möglich anzugeben. Nachdem wir die Anfrage bei der angegebenen Agentur eingereicht hatten und sie bearbeitet wurde, mussten wir noch Fotos unserer Pässe hochladen und die Genehmigungsgebühr in Höhe von 40€ bezahlen. Danach wurde unsere Anfrage an die örtliche Polizei weitergeleitet und diese hat uns die Genehmigung erteilt. Für den ganzen Prozess sollen laut Angaben auf der Internetseite 15 Tage ausreichen. Bei uns hat es über einen Monat gedauert, aber wir waren auch sehr früh dran. Vielleicht haben sie sich deshalb Zeit gelassen… Die Polizei behält sich zum Beispiel während der Saison von Juni bis Oktober eine Bearbeitungszeit von sieben Tagen vor, bei uns hat es im September zehn Tage gedauert. Deshalb empfehlen wir, lieber etwas mehr Zeit einzuplanen und die Genehmigung rechtzeitig zu beantragen. Die erteilte Genehmigung ist während der gesamten Wanderung ausgedruckt oder digital auf dem Handy mitzuführen. Als letzten Schritt, müsst ihr eine Bestätigung der lokalen Polizeibehörde vor Ort abholen. Dazu nehmt ihr die Genehmigung digital oder besser ausgedruckt mit zu der Polizeistation, die Euch zusammen mit der Genehmigungserteilung genannt wird. Wir sind einen Tag vor der Wanderung zu der Polizei in Plav (unserem Start in Montenegro) gegangen und haben dort eine Bestätigung bekommen, dass wir laufen und die Grenzen wie genehmigt überschreiten dürfen. Achtet darauf, bei der Polizei Eure Zahlungsbestätigung griffbereit zu haben! Manchmal wird Euch erzählt, ihr müsstet eine zusätzliche Gebühr vor Ort bezahlen. Das ist aber nicht der Fall. Alle Zahlungen erfolgen im Vorfeld und nur offiziell über die Agentur, wo ihr die Genehmigung beantragt!!

Es ist vielleicht ein bisschen Bürokratie, aber lasst Euch davon nicht abschrecken. Die Formulare sind recht unkompliziert ausgefüllt, die Agentur war super schnell und hilfsbereit und auch die Polizei vor Ort hat uns, trotz der Sprachbarrieren (es konnte dort niemand Englisch sprechen) freundlich weitergeholfen. Wir hatten das Gefühl, es kommen nicht allzu viele Wanderer vorbei, denn sie haben uns schon etwas ungläubig angeguckt, warum wir denn nun ausgerechnet hier durch die Berge laufen wollen. Am Ende haben sie uns aber viel Spaß gewünscht.

Unterwegs in den Bergen: Infos zu Land und Leuten

Wenn ihr in der Bergregion zwischen Montenegro, Albanien und dem Kosovo unterwegs seid, werdet ihr sicherlich, bis auf wenige Ausnahmen, nicht viele Menschen treffen. Nur in den Tälern finden sich kleinere Dörfer mit wenig Infrastruktur. Wir sind in Plav in Montenegro gestartet, wo etwa 3.600 Menschen wohnen. Neben einigen kleineren Geschäften und einer Apotheke, gibt es drei Restaurants und zwei Hotels. Plav war das mit Abstand größte Dorf auf unserer Wanderung, trotzdem wirkte es auf uns ruhig und wenig belebt. Die beiden Dörfer, die von dem aufkommenden Tourismus am meisten zu profitieren scheinen, sind Theth (auch Thethi geschrieben) und Valbona (albanisch Valbonë) in Albanien. Von dort aus können auch kürzere Tageswanderungen in den Albanischen Alpen unternommen werden. Bei gerade einmal 80 Einwohnern, hatte Theth zu der Zeit, als wir dort waren, über 130 Gästebetten.

Aber egal, wo ihr auf dem Peaks of the Balkans unterwegs seid, werdet ihr die Natur und Abgeschiedenheit erfahren können. Im albanischen Bergland, aber auch in den Grenzregionen des Kosovo und von Montenegro, gilt seit jeher und bis heute der Kanun. Dabei handelt es sich um eine Art Gewohnheitsrecht, was mündlich überliefert wurde. Es gibt für eigentlich alle Themen des Alltags Regelungen und unter anderem geht auch die Blutrache daraus hervor. Noch immer ist es also so, dass Verletzungen welcher Art auch immer an einem Familienmitglied, an einem männlichen Mitglied der Familie des Täters vergolten werden. Als wir zum ersten Mal davon gelesen hatten, war es natürlich sehr aufwühlend für uns. Wir haben uns dann näher mit dem Thema des Kanun beschäftigt. Mittlerweile ist es wohl so, dass dieses alte Gewohnheitsrecht immer öfter kritisch hinterfragt wird, unter anderem, weil es im Gegensatz zu den modernen Gesetzen des jeweiligen Landes steht. Auch möchten viele junge Männer aus der niemals endenden Spirale der Blutrache ausbrechen, denn der Konflikt wird dann über Jahre und Generationen hinweg immer weiter getragen, obwohl die dann Betroffenen zu der ursprünglichen Tat gar keinen Bezug mehr haben. Es gibt aber auch sehr positive Aspekte, die aus dem alten Kanun resultieren. Zum Beispiel muss jeder, der in der abgeschiedenen Bergregion am Abend oder in der Nacht einen Fremden trifft, diesen bei sich aufnehmen und ihn mit Essen versorgen. Das gilt auch für Feinde. In diesem Fall bekommt der Schutzsuchende am nächsten Morgen einen fairen Vorsprung und danach werden die Fehden weiter ausgetragen. Bis heute ist es für jeden, der in den Bergen des Dreiländerecks wohnt, ganz selbstverständlich, alle Fremden aufzunehmen und sich ausgiebig um diese zu kümmern. Diese wahnsinnige Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft durften wir mehrfach kennenlernen und sie hat uns einfach überwältigt!

Die Hirten in den Bergdörfern bringen täglich ihre Schafe und Ziegen auf die umliegenden Wiesen. Wenn ihr den Peaks of the Balkans also im Sommer lauft, werdet ihr in jedem Fall auf mindestens eine Tierherde treffen. Wenn das passiert, nehmt unbedingt sofort Kontakt zum Schäfer auf. Es ist nämlich nicht immer klar, wo sich der zuständige Schäferhund gerade befindet und mit diesen ist nicht zu spaßen! Da es in diesem Gebiet auch Braunbären und Wölfe gibt, verteidigen die Hunde (die meist selber wie ein Wolf aussehen) ihre Herde sehr sehr gut. Im Gegensatz zu den Schaf- und Ziegenherden werdet ihr Bären und Wölfe wahrscheinlich nicht zu Gesicht bekommen. Nur einmal war uns ein Wolf wohl näher, als uns lieb ist. Außerdem gibt es giftige Schlangen, die sich gern in hohen Wiesen oder im Unterholz verstecken. Lebensgefährlich sind diese jedoch nicht. Wir selbst haben nur zweimal eine Schlange gesehen.

Packliste für ein Peaks of the Balkans Trekking

Die Packliste ist natürlich sehr stark von der Jahreszeit abhängig, in der ihr auf dem Peaks of the Balkans unterwegs seid. Daher empfehlen wir Euch hier nicht jedes einzelne Kleidungsstück. Grundsätzlich raten wir bei Anziehsachen immer zum Zwiebelprinzip und haben das auch bei unserer Wanderung beibehalten. Das heißt, wir haben Sachen dabei, die wir miteinander kombinieren können, um für die schnell wechselnden Wetterlagen gewappnet zu sein. Was wir aber auf jeden Fall empfehlen, ist eine gute Regenjacke und ein Raincover für den Rucksack, damit der Schlafsack und die Wechselsachen trocken bleiben. Da am Ende jedes Gramm zählt, hatten wir jeweils nur eine kurze und eine lange Hose und zwei schnelltrocknende Funktionsshirts mit, die wir tatsächlich unterwegs gewaschen und tagsüber am Rucksack getrocknet haben. Lange haben wir überlegt, ob wir ein zweites Paar Schuhe mitnehmen. Wenn ihr Eure Wanderschuhe gut eingelaufen habt und diese wasserdicht sind, reichen diese eigentlich aus. Meine Schuhe sind jedoch unterwegs kaputt gegangen (und das auch noch zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt) und ich war sehr froh, meine langstreckenerprobten Laufschuhe im Rucksack zu haben. Einziger Minuspunkt war, dass diese nicht knöchelhoch waren. Aufgrund der vorhandenen Giftschlangen und der Tatsache, dass diese naturgemäß sehr oft in den Fuß oder Knöchel beißen, bevorzugen wir immer Wanderschuhe, die den Knöchel bedecken.

Ob ihr ein Zelt mitnehmt, ist in den Sommermonaten wohl Geschmackssache. Zwischen Juni und Mitte September sollten sich mittlerweile ausreichend Schlafmöglichkeiten finden, auch in den kleinen Hirtendörfern. Wir wollten jedoch auf Nummer sicher gehen und waren auch erst Ende September unterwegs. Daher hatten wir ein Zelt und geeignete Schlafsäcke dabei, die uns auch bei unserer höchsten Übernachtung in Dobërdol auf fast 2.000 Metern Höhe warm gehalten haben. In der Zeit von Ende September bis Anfang Juni würden wir Euch immer empfehlen, ein Zelt und Schlafsäcke mitzunehmen.

Außerdem haben wir uns entschieden, Essen für mehrere Tage mitzunehmen, da wir erwartet haben, im September nicht mehr allzu viele Menschen in den Bergen anzutreffen. Im Nachhinein haben wir nicht alles gebraucht, waren jedoch froh über die Abwechslung. Das Essen bei den Hirtenfamilien bestand eigentlich immer aus tierischen Produkten: Manchmal gab es Fleisch und immer viele verschiedene Erzeugnisse der eigenen Schafe und Ziegen, also Joghurt, Quark, Milch und Käse. Ernährt ihr Euch vegetarisch oder vegan, würden wir empfehlen, lieber Verpflegung für die gesamte Tour einzupacken. Zum Thema Trinkwasser haben wir uns im Vorfeld extrem viele Gedanken gemacht, weil wir nicht sicher waren, ob wir uns auf die Angaben im Wanderführer verlassen möchten, dass überall Wasser zu finden ist. Letzlich haben wir es aber getan und haben tatsächlich immer frisches Wasser gefunden. Pro Person sind wir jeden Morgen mit vier Litern losgelaufen und haben unsere Flaschen so früh wie möglich nachgefüllt.

Eine detaillierte Wanderkarte und ein Kompass helfen Euch, den nicht immer gut markierten Weg zu finden oder zumindest in die richtige Richtung zu laufen *grins. Alternativ, aber vielleicht mit etwas weniger Abenteuer verbunden, ist der mittlerweile verfügbare GPS-Track für die gesamte Strecke eine gute Option. Wir empfehlen Euch übrigens, mindestens zu zweit unterwegs zu sein. Die Infrastruktur auf dem Peaks of the Balkans war zur Zeit unseres Besuchs nur rudimentär ausgeprägt und in vielen Gegenden habt ihr keinen Handyempfang.

Zum Thema Sicherheit und Verhalten in einer Notsituation haben wir uns im Vorhinein auch Gedanken über eine Bärenglocke gemacht, schließlich gibt es in diesem Gebiet noch wilde Braunbären. Wir haben uns schließlich „nur“ für eine extra laute Signalpfeife entschieden, mit der wir uns im Notfall jeglicher Art bemerkbar machen können. Gesehen haben wir keinen einzigen Bären und die Wahrscheinlichkeit, dass ihr einen trefft, ist auch sehr gering. Aber letzlich muss jeder für sich selbst entscheiden, wie hoch sein Sicherheitsbedürfnis ist. Zudem hatten wir ein gutes (DEET-) Insektenschutzmittel dabei, da es Zecken gibt, die unter anderem das Krim-Kongo Fieber übertragen können. In bis zu 50% der Fällen ist der Verlauf nach einer Übertragung binnen zwei Wochen tödlich. Direkt am ersten Tag mussten wir übrigens eine Zecke entfernen… Danach haben wir uns noch gründlicher eingesprüht.

Uns ist es wichtig, wenigstens einige Wörter in der Sprache des jeweiligen Landes zu lernen. So konnten wir in den Unterkünften zumindest ein bisschen mit unseren Gastgebern sprechen, welche sich darüber sehr gefreut haben. Denkt nur daran: Ihr seid in mehr als einem Land unterwegs *grins. Bei längeren Unterhaltungen war unser Zeigewörterbuch hilfreich und hat uns viele lustige Momente beschert.

Verschiedene Länder bedeuten in diesem Fall auch verschiedene Währungen. Während Montenegro und der Kosovo zwar nicht Teil der Europäischen Währungsunion sind, den Euro aber einseitig eingeführt haben und als offizielle Landeswährung ausweisen, ist in Albanien der albanische Lek die offizielle Währung. Auf dem Peaks of the Balkans ist es wahrscheinlich überall möglich, mit dem Euro zu bezahlen. Aufgrund der verwendeten Wechselkurse sind albanische Lek aber vermutlich billiger.

Zum Schluss noch ein Thema, dass uns persönlich sehr wichtig ist: Müll! Am besten produziert man auf einer Tour natürlich so wenig wie möglich. So haben wir zum Beispiel alle Verpackungen von den Lebensmitteln, die nicht notwendig waren, in Deutschland gelassen. Den während der Wanderung anfallenden Müll haben wir gesammelt und nach der Rückkehr in Plav entsorgt. Die Infrastruktur in den Bergen ist nicht so ausgeprägt und in den kleinen Dörfern wird er wahrscheinlich einfach nur verbrannt. Wer soll ihn auch wieder zurück in die Täler bringen? Jeder Besucher kann so seinen Beitrag zu einer hoffentlich noch lange so sauberen Umwelt leisten, wie wir sie bei unserer Wanderung vorgefunden haben.


Wir hoffen, unsere Hinweise und Erläuterungen sind interessant für Euch – oder hilfreich, falls ihr selbst überlegt, den Peaks of the Balkans zu laufen. Habt ihr schon Erfahrungen bei dieser Wanderung gesammelt oder Fragen und Anregungen, dann freuen wir uns auf Eure Kommentare! Viele Grüße Jenny

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