Südkorea unerwartete Freiheit
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Südkorea intensiv – Freiheit, die wir nicht erwartet haben | UnterwegsSein 8

Wir entscheiden uns bewusst, Südkorea weiter zu erkunden, statt nur zu warten, und finden auf Jeju-do eine unerwartete Freiheit. Dieser Abschnitt fühlt sich ganz anders an, als die Wochen davor, denn wir reisen mit viel mehr Bewegung, Offenheit und Leichtigkeit. Bei UnterwegsSein 8 zeigen wir Euch, wie sich diese Freiheit für uns anfühlt und welche Learnings wir daraus mitnehmen.


Unser YouTube-Video #8 ist online! Die Story und Links zu unseren Erlebnissen in Thailand findet ihr hier.

… übrigens ist das Video Teil der Serie: UnterwegsSein

Hier kannst du dir das Video „Südkorea intensiv – Freiheit, die wir nicht erwartet haben“ angucken:

Für alle, die lieber lesen, statt zu gucken – oder nachträglich noch einmal lesen möchten – ist hier der Beitrag zum Video: Südkorea intensiv – Freiheit, die wir nicht erwartet haben. Und natürlich auch für uns selbst. Denn unser Blog ist einfach unser digitales Wohnzimmer. Also darf dieses neue Kapitel unserer Weiterentwicklung auf Reisen hier natürlich nicht fehlen!

Reise & Mindset Serie: UnterwegsSein

Schon seit Ewigkeiten haben wir für uns den Wunsch formuliert, auch bei YouTube präsent zu sein. Wir lieben es, klassische Reisethemen mit der Reise zu uns selbst zu verbinden und gleichzeitig etwas zurückzugeben. In drei Worten: Reisen. Wachsen. Wirken.

So haben wir zu unserem Format gefunden: Eine Serie auf YouTube, in der wir alle unsere Reiseziele zeigen und Euch erzählen, was diese Reisen mit uns gemacht haben. Wir teilen unsere innere Reise und unsere Learnings mit Euch. Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen bei „Südkorea intensiv – unerwartete Freiheit“

In Seoul haben wir uns manchmal etwas gebremst gefühlt. Doch dann reisen wir weiter und entdecken einen wunderbaren Ort voller Weite, Natur, Kultur und echter Freiheit.

Bei UnterwegsSein 8 zeigen wir euch, wie wir Südkorea weiter erkunden und landen auf der Insel Jeju-do. Da gibt’s wirklich einiges zu entdecken und wir haben so einen Spaß, wieder draußen zu sein, in der Bewegung und Neues zu sehen. Und diese Freiheit verändert einiges bei uns, innerlich und äußerlich. Viel Spaß dabei wünschen Thomas und Jenny von weitglücklich.

Jenny:

Ich freue mich, meine Learnings von der Insel Jeju-do zu teilen. Es wird eine spannende Zeit, weil das wirklich ein interessanter Ort ist. Jeju-do ist eine Insel im Süden von Südkorea, wo sehr viele Paare ihre Flitterwochen verbringen und dann auch, wenn sie verheiratet sind, zum ersten Mal zusammen übernachten dürfen. Und es gibt da einfach so viele Beschäftigungsmöglichkeiten, wie wandern, reiten, Wassersportaktivitäten, traumhaft schöne Strände, es wird auch das Hawaii Südkoreas genannt, mit kristallklarem, türkisfarbenen Wasser.

Gleichzeitig gibt es aber auch den höchsten Berg des Landes und so viele Museen, wie ich vorher noch nie an einem Ort gesehen habe. Von Teddybärmuseum, Comicmuseum, Dinosaurier, Automobil. Also ich glaube zu jedem Thema, was Euch einfällt, gibt es gefühlt ein Museum dafür. Auch das Sexmuseum, damit die Koreaner nach der Hochzeit aufgeklärt werden, was tatsächlich bei vielen erst da passiert. Es ist einfach so abwechslungsreich gewesen, unsere Zeit da, dass ich mich freue jetzt die Learnings zu teilen, die übrigens alle irgendwie zusammenhängen oder miteinander verbunden sind. Aus heutiger Sicht ist das auch ganz selbstverständlich, weil wir sind halt ein System aus Körper, Geist und Seele. Anscheinend hat sich das damals schon so für mich abgezeichnet, auch wenn ich das da vielleicht noch nicht so klar erkannt habe. Also, los geht’s.

Zeit für Integration in den Alltag

Thomas:

Während wir vorher in den zehn Wochen Seoul doch sehr, sehr viel im Innen unterwegs waren, konnten wir auf Jeju-do mehr unterwegs sein. Das war für mich wirklich eine tolle Abwechslung und hat mir einige Learnings gezeigt.

Eins davon ist, dass ich auch Zeit brauche, um Dinge zu integrieren. Diese Zeit hatte ich auf Jeju-do, weil ich die innere Arbeit etwas reduziert habe. So habe ich gemerkt, dass sich manche Dinge oder Prozesse, die ich vorher angestoßen hatte, setzen konnten. Manchmal ist es vielleicht ganz gut, das Tempo ein bisschen zu drosseln.

Zusätzlich finde ich es relativ einfach, mir diese Zeit zu nehmen, wenn ich den ganzen Tag Zeit habe, also dann eine Atem-Meditation zu machen oder anders an mir zu arbeiten. Aber dies auch dann in mein Leben zu integrieren und mir diese Wertschätzung entgegenzubringen und nach innen zu gucken, wenn ich viel unterwegs bin und mir viele Sachen angucke, das finde ich schon etwas anderes. Da bin ich dann schon einen Schritt weiter und für diese Erkenntnis bin ich dankbar.

Ich kann mir selbst helfen

Jenny:

Mein erstes Learning hängt mit körperlichen Beschwerden zusammen, die ich hatte. Auf Jeju habe ich mich geöffnet für neue Möglichkeiten. Also Psychosomatik war mir zwar irgendwie schon ein Begriff. Aber ich kannte das aus Deutschland eher so vom Hörensagen. Insgesamt war ich aber doch sehr in der klassischen Schulmedizin unterwegs. Ich finde es auch wunderbar, dass wir die haben, nur darf sie aus meiner Sicht trotzdem ergänzt werden. Und damit habe ich auf Jeju-do angefangen.

In irgendeinem Seminar habe ich gehört, dass das Symptom etwas mit dem Thema Loslassen zu tun haben könnte. Das war für mich so ein großes Wort. Ja, loslassen, hört sich irgendwie gut an. Es hat sich auch gut angefühlt. Aber ich konnte natürlich überhaupt nichts damit anfangen. Trotzdem habe ich dann einfach mal eine Meditation rausgesucht zum Thema Loslassen. Die habe ich dann ein paar Tage hintereinander für zehn Minuten gemacht. Ja, das war sicherlich toll für meine Achtsamkeit, für die Atmung, aber das hat natürlich in dem Sinne nichts gebracht.

Ich kann mich natürlich nicht hinsetzen, zehn Minuten eine Meditation machen und sagen, ich lasse jetzt los. Das kann ich jetzt aus meiner Erfahrung der letzten Jahre sagen, dass das keine bewusste Entscheidung ist, solange dein System da noch irgendwo hängt, kann ich mich nicht einfach entscheiden und sagen, ich mache das jetzt. (Das könnte auch ein gutes Thema sein für einen Blogbeitrag, oder? Wenn Euch das interessiert, schreibt es gerne mal unten in die Kommentare.)

Ja, jedenfalls habe ich mich geöffnet für neue Möglichkeiten. Vorher hatte ich ja erzählt, dass ich mich auch so oft in dieser Opferrolle gefühlt habe, wie so ein Pingpong Ball, der von den äußeren Umständen hin und her geschleudert wird. Und das war jetzt einfach der erste Schritt zu sagen, ich kann das ändern. Ich nehme das jetzt selber in die Hand und ich versuche einfach mal, was möglich ist, wenn ich für mich selber losgehe. Und das war definitiv ein großes Learning für mich.

Ich spüre meinen Körper

Jenny:

Ergänzend zu dem ersten Learning kann ich sagen, dass ich dann auch angefangen habe, Körperübungen zu machen, also aus der Physio oder aus dem Yoga, um meinen Körper zu unterstützen, die Symptome zu heilen. Dabei kamen bei mir Fragen auf: Warum hatte ich das vorher in meinem Leben, dass ich so in der Opferrolle war, dass ich ständig irgendwelche körperlichen Symptome hatte? Eigentlich hat mein Körper mir ständig zu verstehen gegeben, da ist was in deinem Leben, guck mal bitte hin. Und ich habe es gar nicht wahrgenommen.

Mein Kopf hat mir einfach erzählt, dass ich darunter gelitten habe. Und dann kamen so Gedanken wie „Ja, das ist halt so, da kann man nichts machen“, „Ja, das ist ja normal, dass man mal was hat“. All diese Floskeln und kollektiven Gedanken, die dann überhaupt nicht hilfreich waren. Und ich habe mich gefragt, woran das denn lag. Und die Antwort war tatsächlich für mich sehr traurig. Denn es wurde mir bewusst, dass das alles in meinem Leben war, damit ich meinen Körper überhaupt spüre.

Da habe ich gedacht, nein, das kann es wirklich überhaupt nicht sein. Ich darf jetzt meinen Körper spüren, ohne all diese Symptome haben zu müssen. Und das ist jetzt mein Ziel. Wir hatten ja schon angefangen mit diesen Achtsamkeitsübungen von John Kabat-Zinn mit dem Bodyscan und der bewussten Atmung. Da habe ich wirklich für mich entschieden, okay, das ist jetzt der Weg, den werde ich jetzt gehen. Weil so möchte ich das nicht mehr haben!

Bedeutung von Perspektivwechseln

Thomas:

Viele Learnings aus Jeju-do sind für mich eine Kombination aus dem Außen und dem Innen. Ein wichtiges Learning habe ich tatsächlich gemerkt, als ich endlich mal mit der Drohne fliegen konnte. Wir hatten die uns im Vorfeld der Weltreise angeschafft und auf Jeju-do hatten wir super viele Möglichkeiten, mit der Drohne zu fliegen.

Mein Learning war, wie wichtig mir die Perspektivwechsel sind. Weil die Drohne ist für mich nie so als Spielerei gedacht. Vielmehr hatte ich sie, um einfach das Bild, was wir haben von der Welt ein bisschen vollständiger zu bekommen. Und da finde ich diesen Perspektivwechsel einfach genial, wenn ich die Welt von oben sehen kann. Ich sehe ganz andere Zusammenhänge. Und ja, Spaß macht es auch, damit zu fliegen. Aber diese neuen Perspektiven, die ich da bekomme, die finde ich schon sehr beeindruckend.

Das übertrage ich dann auch in mein Innenleben: Wie wichtig es einfach ist, auch mal die Perspektive zu wechseln und von einer anderen Position auf die Dinge zu gucken.

Neue Impulse aus Bewegung und Natur

Jenny:

In Bezug auf meine ersten beiden Learnings hat mir Jeju einfach so toll geholfen. Wir konnten rausgehen in die Natur, wir waren draußen in Bewegung und alleine das, dass ich neue Eindrücke bekommen habe, neue Blickwinkel, neue Sachen entdeckt habe, das hat mir so sehr geholfen.

Denn in Hamburg hatte ich manchmal das Gefühl, dass ich so ein bisschen im Stillstand gefangen war. Es mag vielleicht irgendwie absurd klingen, weil mein Tag vollgestopft war mit To-Dos und Treffen und Verabredungen. Aber das war alles irgendwie nur im Außen oder sehr vieles davon und es hat mein Inneres nicht wirklich verändert. Auf der Insel habe ich aber gemerkt, dass die Bewegung mir gut tut, das Neue und die Natur, um wirklich mal meine Einstellungen zu hinterfragen und wirklich offen für was Neues zu sein und dafür loszugehen.

Bewegung auf allen Ebenen

Jenny:

Was ich auch gerne erzählen möchte, weil ich die Situation so schön fand, war ein Besuch von einem besonderen Strand. Der besteht nicht aus Sand, sondern aus Muscheln und hat so schönes Wasser. Danach sind wir noch die Küste abgefahren, haben ein paar andere Buchten angeguckt. Auf einmal sind wir irgendwo gelandet, wo so viele Menschen waren.

Das war nach dieser ganzen Zeit der Isolation ganz ungewohnt. Es waren Tische von Restaurants draußen. Wir haben uns dann aber eher so wie die meisten Leute bei dem Kiosk – die meisten kennen vielleicht 7Eleven, in Korea gibt’s viel CU und noch ein paar andere – Snacks und was zu trinken geholt und einfach mit den anderen da auf die Promenade an den Strand gesetzt. Das war so schön wieder unter Menschen zu sein und ja einfach das Leben wieder wahrzunehmen.

Das hat mich auch nochmal bestärkt, dass es nicht nur um die Bewegung im Außen geht. Weil ich ja gesagt habe, es ist so schön, dass wir auf dieser Insel auch so viel draußen sein können. Sondern, dass es auch um die mentale Bewegung geht. Also darum, neue Sachen kennenzulernen, neue Eindrücke und für sich einfach neu zu sortieren, offen und neugierig zu sein,dass mir diese Art der Bewegung eben auch gut tut.

Offenheit für Neues

Jenny:

Dass es sich lohnt, über den Tellerrand zu blicken, das haben wir bei einer ganz spannenden Begegnung gelernt. Und zwar sind wir in so einem kleinen Museum gelandet – sogar aus Versehen, wegen dem Navi mit den Schriftzeichen und ohne Google Maps, was ja in Südkorea nicht funktioniert. Ja, wie auch immer, sind wir in einem Cultural Village gelandet, also in so einem Freilichtmuseum. Aber in einem anderen als in dem, wo wir eigentlich hin wollten. Und das war perfekt, weil es ganz klein war.

Es gab nur ein Haus, von einer Familie, wie die seit hunderten von Jahren leben. Und wir wurden eingeladen, konnten uns alles angucken und haben einen Tee serviert bekommen. Das war unglaublich! Er hat uns den einfach gegeben und gesagt: „Probiert mal, wie das schmeckt.“ Und Thomas so: „Boah, total süß.“ Und ich, „Hä, ist total salzig, wie kannst du das süß finden?“ Und er, „was, ist doch total süß“. Dann hat er auch nur so gelacht und meinte, dass die Leute den Tee unterschiedlich schmecken, je nach dem, welche körperlichen Beschwerden sie haben. Und dann hat er uns das gesagt, zu welcher Geschmacksrichtung welche Körperorgane zugeordnet sind. Bei uns beiden hat es ganz klar gestimmt, aber wirklich 100%. Und das fand ich so cool, wie sehr sich das einfach lohnt, Neues auszuprobieren und was man da alles entdecken kann.

Ich konsumiere bewusster

Thomas:

Auf Jeju-do habe ich das Gefühl bekommen, dass ich bewusster konsumiere. Ich hatte das in Bangkok und auch in Seoul schon einmal genannt, dass mir das Laute und Bunte im Außen teilweise etwas viel war. Gerade in der Kombination, was sonst noch an Nachrichten und so weiter im Außen auf mich eingeprasselt ist. Deshalb habe ich da dieses Bedürfnis nach innerer Ruhe gespürt. Und genau das hat sich bei mir auch in den Aktivitäten auf Jeju-do gezeigt.

Hätte mir das vorher jemand gesagt, dass hier ein Skulpturenpark, wo es super viele der Steinmänner gab, für die Jeju-do berühmt ist oder ein Freilichtmuseum über die Kultur und die Einwohner oder die verschiedenen Tempelanlagen, die Teefelder, durch die wir spazieren konnten, all die Sachen… Ja, hätte mir das vorher jemand gesagt, dass ich mich da so gerne daran zurückerinnere, hätte ich das nicht geglaubt.

Aber es war einfach so, dass ich diese Veränderung bei mir entdeckt habe und dass ich das Gefühl habe, viel bewusster zu konsumieren. Vielleicht brauche ich diese Ablenkung, die ich in meinem bisherigen Leben bewusst oder wahrscheinlich mehr unbewusst häufig gesucht habe, gar nicht mehr. Vielleicht hatte ich auch schon eine Überdosis Ablenkung durch die vielen Nachrichten, Live-Ticker und Zukunftssorgen etc., dass ich mich da dann ganz anders drauf einlassen konnte. So war ich mehr in der Ruhe und in der Verbindung, was mein System viel besser aufnehmen konnte.

Das einzige, was da nicht so ganz reingepasst hat, war eine musikalisch untermalte Lasershow abends an der Brücke auf dem Weg zu einer kleinen Halbinsel im Süden. Aber auch das passt irgendwie auch doch, weil für mich diese ganze Zeit auf Jeju-do von so viel Abwechslung geprägt war. Deswegen habe ich sie auch als sehr schöne Etappe unserer Zeit in Südkorea in Erinnerung.

Ich stehe für meine Bedürfnisse ein

Jenny:

Was ich auf Jeju zum ersten Mal sehr bewusst gemacht habe, dass ich wirklich für meine Bedürfnisse eingestanden bin. Es klingt jetzt vielleicht banal für einige… Wir waren in der Unterkunft und die war anders als beschrieben. Es hat für uns nicht gepasst, weil wir da nicht gut arbeiten konnten und außerdem wurde da drin geraucht, was ich überhaupt nicht vertrage, weil ich schlecht Luft bekomme. Wir sind dann wirklich für uns eingestanden und haben gesagt, wir müssen die Unterkunft tauschen. Letztlich haben wir dann was Neues gesucht und das Geld zurückbekommen.

Vielleicht denken jetzt einige, naja gut, wenn man Nichtraucher ist und dann so ein Raucherzimmer bekommt, dann sollte man es schon wechseln. Aber es ist doch so, dass ich früher oft gedacht habe, ich darf da nichts sagen. Ich darf nicht auffallen, ich darf diesen Raum nicht einnehmen, ich darf keinem zur Last fallen. Lauter solche Sätze, weil ich das so als Kind (unbewusst) gelernt habe, dass es egal ist, was ich fühle oder dass es nicht wichtig ist, wie es mir geht. Und deswegen ist es für mich ein großer Schritt!

Jahrelang, eigentlich bis vor der Weltreise, war ich immer viel mehr im Außen und habe geguckt, dass ich alle Erwartungen erfülle, dass ich immer alles so mache, wie die anderen das gerne hätten. Und das war so ein Schlüsselmoment für mich, dass ich dachte, das darf jetzt wirklich aufhören. Ich darf auf mich achten und wenn ich ein Bedürfnis habe, es auch kommunizieren und ganz klar dafür losgehen. Ja, das war für mich emotional und von der Ausrichtung her, sehr wichtig.

Vertraue deiner Intuition

Jenny:

Höre nicht immer auf deinen Kopf. Das ist mein Learning, nachdem Thomas und ich auf den höchsten Berg Südkoreas gewandert sind, den Hallasan. Irgendwie hatte ich nicht so richtig Lust… bzw war da im Vorfeld immer so ein Gefühl in mir von, nein, ich will es eigentlich nicht so richtig.

Aber Thomas wollte es unbedingt. Er wandert sehr gerne. Und ich dachte einfach nur, ja natürlich gehe ich mit, ihm zu Liebe, wenn er das gerne möchte. Grundsätzlich finde ich das auch sehr schön. Davon lebt ja auch die Partnerschaft, dass man Kompromisse eingeht oder man für den anderen mal etwas mitmacht oder wie auch immer. Aber da war es wirklich so ein Gefühl von nein, ich möchte das nicht. Also irgendwas in mir hat sich gesträubt und ich habe es dann halt trotzdem gemacht.

Der Hinweg bis zum Gipfel war auch noch okay. Abgesehen davon, dass die Aussicht quasi nicht vorhanden war, weil es super bewölkt war, aber es ist ein anderes Thema *grins. Aber der Rückweg war echt super anstrengend für mich, weil ich so Probleme mit den Knien hatte und solche Schmerzen. Es hat sich so gezogen und ich dachte nur, hättest du doch auf dich gehört und es nicht gemacht. Auch habe ich mich gefragt, was Thomas denn nun davon hat. Denn im Endeffekt sind wir so langsam runtergelaufen, dass wir uns am Ende dann doch noch beeilen mussten, weil dieser Weg irgendwann geschlossen wird, aus Sicherheitsgründen.

Also, wenn du vorher schon diese Stimme in dir hast, irgend etwas nicht zu tun, dann ist es vielleicht doch sinnvoll, dieser Intuition zu folgen und nicht aus Pflichtgefühl oder weil man jemanden einen Gefallen tun möchte, auf den Kopf zu hören.

Freiheit trotz Vorgaben möglich

Thomas:

In der Einleitung hatten wir gesagt, dass wir uns auf Jeju-do endlich wieder frei gefühlt haben. Mein Learning diesbezüglich ist, dass ich mich auch frei fühlen kann trotz bestimmter Vorgaben.

Und das habe ich an verschiedenen Orten bemerkt, sei es auf dem Hallasan, dem höchsten Berg von Korea, wo wir hochgelaufen sind oder der berühmte Sonnenaufgangsberg im Südosten der Insel oder in den verschiedenen Tempelanlagen, usw. Es gab so viele super verschiedene Sachen, die wir uns da angucken konnten, aber es war allen gemein, dass die Strukturen sehr strikt waren. Also es gab, wie zum Beispiel auf den Hallasan, einen Weg, überall mit Geländer, den konntest du hochgehen, oben gucken und dann bist du eben wieder runtergegangen. Auf den Sonnenaufgangsberg war es auch so, du bist einen Weg hochgegangen, oben war eine Tribüne, von der du in den Krater gucken konntest und auf der anderen Seite ging der Weg wieder runter.

Im Vorfeld hätte ich wahrscheinlich gesagt, da fühle ich mich aber doch ganz schön eingeschränkt. Aber da, auf der Insel, war es völlig okay für mich. Ich habe einfach die Freiheit zwischen den vielen Optionen zu wählen, viel höher für mich bewertet.

Für mich losgehen und andere inspirieren

Jenny:

An einem ganz besonderen Küstenabschnitt auf Jeju, gibt es eine Base mit einem kleinen Restaurant, wo Frauen der Insel arbeiten. Ohne Tauchgerät und sonstige technische Hilfsmittel tauchen sie im Meer nach Schnecken, Muscheln, ich glaube, Oktopusse und Seegras. In dem Restaurant, es ist eher wie so ein, so ein kleiner Kiosk, verkaufen sie dann die Sachen, die sie aus dem Meer geholt haben. Das wollten wir uns unbedingt angucken.

In der Bucht wurde vom Meer so viel Müll angespült, dass Thomas und ich gesagt haben, komm, wir machen das jetzt sauber. Also am Anfang haben wir noch gezögert. Ich weiß auch gar nicht, warum eigentlich. Vielleicht, weil doch so viele Leute da waren. Aber dann haben wir gesagt, nein, es ist uns wichtig genug.

Da ohnehin genügend Netze und Tüten rumlagen, haben wir dann einfach angefangen, da aufzuräumen. Manche sind einfach weitergegangen, manche haben uns beobachtet. Aber was das aller allerschönste war, dass dann auch Menschen mitgeholfen haben. Besonders eine Familie mit zwei Kindern, die waren dann so lange dabei, bis wir auch aufgehört haben. Dann haben sie auch aufgehört. Das fand ich so schön, da etwas in Bewegung zu bringen und etwas zu bewirken.

Irgendwie musste ich, als ich die Learnings aufgeschrieben habe für das Video, auch an unseren YouTube-Kanal denken. Das sind ja doch gewisse Parallelen:

An diesem Strand, haben wir einfach gemacht, was wir wollten und was uns wichtig war. Manche sind einfach vorbeigegangen, manche haben zugeguckt und es hat sie interessiert und sie sind wieder gegangen. Und manche sind aber danach zu uns gekommen und haben sich bei uns bedankt für unsere Energie, für unsere Zeit, die wir investiert haben und dass wir einfach vorausgehen und andere inspirieren! Wie schön sich das anfühlt, das zu tun, was dir wichtig ist, was du ändern möchtest und dann zu sehen, dass du andere damit inspirieren kannst.

Ich hoffe, dass auch bei den Learnings von UnterwegsSein 8 von Jeju, für Euch irgendwas dabei war, was ihr mitnehmen könnt oder wo ihr denkt, oh ja, da kann ich bei mir auch mal hinfühlen oder vielleicht möchte ich das auch anders machen. Das würde mich wirklich sehr, sehr freuen. Ihr könnt es auch gerne in die Kommentare schreiben, was Euch bewegt hat oder was Euch gefallen hat. Danke. Das war’s von mir zu den Learnings auf Jeju.

Das Video zu diesem Beitrag findest du auf unserem Kanal: weitglücklich@youtube

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Wie geht unsere Reise weiter und was erleben wir nach Südkorea? Wir freuen uns auf tolle Orte, Begegnungen und neue Learnings. Alles Liebe und bis zum nächsten Mal, Thomas und Jenny

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