| | |

Warum du als People Pleaser deine Energie verlierst (und wie du damit aufhörst) | UnterwegsSein 11

Dass wir durch People Pleasing jede Menge Energie verlieren, haben wir bei unserem Start ins Vanlife verstanden. Eine besondere Situation, die wohl jeder kennt, war der Auslöser dafür. Wenn du auch ständig „Ja“ sagst, obwohl alles in dir „Nein“ schreit, dann bist du hier genau richtig. Wir teilen unsere Learnings aus dieser Zeit von Umbruch und Neuanfang.


Unser YouTube-Video #11 ist online! Die Story und Linkszu unseren Erlebnissen in Deutschland findet ihr hier.

… übrigens ist das Video Teil der Serie: UnterwegsSein

Hier kannst du dir das Video „Warum du als People Pleaser deine Energie verlierst (und wie du damit aufhörst)“ angucken:

Für alle, die lieber lesen, statt zu gucken – oder nachträglich noch einmal lesen möchten – ist hier der Beitrag zum Video: Warum du als People Pleaser deine Energie verlierst (und wie du damit aufhörst). Und natürlich auch für uns selbst. Denn unser Blog ist einfach unser digitales Wohnzimmer. Also darf dieses neue Kapitel unserer Weiterentwicklung auf Reisen hier natürlich nicht fehlen!

Reise & Mindset Serie: UnterwegsSein

Schon seit Ewigkeiten haben wir für uns den Wunsch formuliert, auch bei YouTube präsent zu sein. Wir lieben es, klassische Reisethemen mit der Reise zu uns selbst zu verbinden und gleichzeitig etwas zurückzugeben. In drei Worten: Reisen. Wachsen. Wirken.

So haben wir zu unserem Format gefunden: Eine Serie auf YouTube, in der wir alle unsere Reiseziele zeigen und Euch erzählen, was diese Reisen mit uns gemacht haben. Wir teilen unsere innere Reise und unsere Learnings mit Euch. Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen bei „Warum du als People Pleaser deine Energie verlierst (und wie du damit aufhörst)“

Kennst du das auch, dass du ständig „Ja“ sagst, obwohl alles in dir „Nein“ schreit? Oder dass du dich wie ein Ping-Pong Ball zwischen den Erwartungen von anderen hin und her spielen lässt? Das kann ja nur dazu führen, dass du dich leer oder ausgelaugt fühlst.

Wenn dir das bekannt vorkommt, dann befindest du dich mitten im People Pleasing. Das ist wirklich gefährlich für dich, weil es dir deine Energie raubt.

In diesem Video zeigen wir, dass People Pleasing aus einer Angst heraus passiert, nicht gut genug zu sein oder sich nicht zugehörig zu fühlen und wie du dich durch innere Klarheit aus dieser Fremdbestimmung lösen kannst. Und zum Abschluss haben wir unseren persönlichen Gamechanger: Wie ist es uns gelungen, mehr in die Verbundenheit zu kommen mit uns und mit anderen ohne ständig „nett sein zu müssen“.

Angst, nicht gut genug zu sein

Jenny:

Warum haben wir so eine große, tiefe Angst, nicht gut genug zu sein oder abgelehnt zu werden? Denn genau das ist es, was hinter People Pleasing steckt.

Wo ich das gelernt habe auf der Reise, war, als wir ins Vanlife gestartet sind. Innerhalb kürzester Zeit haben wir den Bus ausgebaut und sind dann mehr oder weniger auf der Baustelle losgefahren. Das war vollkommen okay für mich. Ich habe mich drauf gefreut loszufahren und wusste, dass wir alles in den nächsten Wochen regeln werden. Dann kamen aber Gedanken und Gefühle wie: „Oh, das ist ja peinlich. Was sollen denn die anderen Leute denken?“ Ich habe mich geschämt, dass es vielleicht nicht so aufgeräumt war, wie ich es gerne hätte oder wie ich denke, was die anderen erwarten.

Der erste Schritt war dann, überhaupt mal zu erkennen, wie verdreht das ist. Also wie verrückt ist es eigentlich, dass es mir selber ja eigentlich gut geht und nur weil ich glaube, die anderen haben andere Erwartungen, mich dann schlecht gefühlt habe. Nur dadurch kamen diese Schamgefühle bei mir.

Aus psychologischer und energetischer Sicht ist es auch so, dass wir das nämlich nicht aus Nächstenliebe machen. Man könnte ja sagen, ich möchte es allen recht machen oder ich möchte eine harmonische Beziehung haben. Das ist es aber nicht. Sondern wir glauben tief in uns, wenn wir immer alle Erwartungen erfüllen, dass wir uns dann in eine Situation begeben, in der wir nicht mehr abgelehnt werden können. So, dass das Außen immer sagt: Ja, du gehörst dazu und du wirst auch nicht verurteilt für irgendwas. Und das ist ein absoluter Irrglaube. Möglicherweise verbiegst du dich so sehr, dass das außen dich nicht mehr ablehnt. Aber jedes Mal lehnst du dich selber ab. Immer wieder stellst du die Werte, die Gefühle und die Bedürfnisse von den anderen Menschen über deine eigenen.

Innere Klarheit gewinnen

Thomas:

Das führt uns zum nächsten Punkt und zu der Frage: Warum beeinflussen mich Gedanken oder Gefühle anderer Menschen so sehr ? Wie kann es sein, dass ein gestresster Chef oder Partnerin eine Bemerkung macht und der ganze Tag ist vermiest und ihr seid komplett aus dem Konzept gebracht?

Mit dieser Frage habe ich mich beschäftigt, als ich genau das erlebt habe. Wir wollten mit dem Van losfahren, hatten den Plan, in drei oder fünf Tagen am Comer See zu sein und dann sagt ein Freund: Ach du, übrigens bei dem Modell da sind Motorschäden echt häufig. Und ich habe direkt Angst bekommen und gedacht, oh nein, können wir überhaupt losfahren? Oder ist spätestens, wenn wir an der Grenze sind unser Motor kaputt und wir können unser neues Leben im Van direkt wieder beenden?

Diese Situation habe ich dann aber für mich genutzt und mal in mich hineingehört. Dadurch habe ich gemerkt, dass ich zwar eigentlich diesen Traum der Weltreise losgelassen habe, aber doch noch irgendwie da dran gedacht habe, mehr von der Welt zu sehen und nicht „nur“ Europa. In den letzten Wochen, als wir viel Zeit in den Ausbau gesteckt haben, hatte ich gar keine Zeit, mal zu gucken, was ich eigentlich möchte. Und genau diese innerliche Leere und Zerrissenheit, die hat mich super empfänglich dafür gemacht, mich durch einen Kommentar aus dem Konzept bringen zu lassen.

Deshalb lade ich Euch an dieser Stelle dazu ein, wenn mal so etwas passiert, dass Euch ein Kommentar oder eine Bemerkung aus dem Konzept bringt, dann macht da einen Cut und sagt Euch selber: Stopp! Stopp! Stopp! Und dann geht in Euch und guckt, was ihr gerade braucht, um diese innere Klarheit wieder zu erlangen. Mit diesem Fundament seid ihr dann auch wieder stabil und nicht mehr so empfänglich für solche Kommentare.

Das energetische Aussortieren

Thomas:

Eine Abkehr vom People Pleasing kann dir zeigen, wer wirklich Interesse an dir hat. Als erstes habe ich das gemerkt, weil ich mich mit dem Thema Rollenbilder beschäftigt habe. Also, ich konnte mich selber nicht mehr in irgendeine Rolle einordnen, weil ich mich nicht mehr als Weltreisender gesehen habe. Zurück in Deutschland, haben wir uns dann ja einen Van gekauft. Aber als Vanlifer habe ich mich auch nicht gesehen, weil ich hatte null Erfahrung damit und wusste gar nicht, ob das etwas für mich ist. So habe ich für mich selber gesucht, in welche Schublade ich eigentlich passe und dann gedacht, okay, warum brauche ich diese Schublade überhaupt?

Dadurch bin ich zu der Frage gekommen: Wer bin ich eigentlich? Anschließend hat sich dann dieses Thema mit den Rollenbildern sehr krass in meinem Umfeld gezeigt. Denn ich habe immer wieder den Wunsch der anderen gespürt, mich in irgendeine Schublade stecken zu wollen. Ich weiß nicht, ob manche das brauchen, um irgendwie selber so einen geordneten Rahmen vom Leben zu bekommen oder ob es überfordernd ist, wenn jemand nicht in ein klassisches Rollenbild passt?

Auf jeden Fall war es so, dass wenn ich es eben nicht allen recht mache und dann erklären möchte, wo ich mich sehe und wer ich eigentlich bin, dass sich viele eigentlich gar nicht wirklich dafür interessieren. Die Leute, die dann nämlich wirklich bereit sind, zuzuhören, sind leider nicht in der Überzahl gewesen. Manchmal ist dann wie so eine Schranke runtergegangen. Also du sagst etwas anderes und direkt war die Aufmerksamkeit weg. Und auch bei Menschen, die gefühlt seit Ewigkeiten in deinem Umfeld sind, passiert das so, dass sie damit überhaupt nicht umgehen können, wenn die Antwort nicht der klassischen Antwort entspricht.

Interessanterweise standen wir dann am Comer See, haben da direkt mit Blick auf den See geschlafen und stehen am nächsten Morgen mit einem Kaffee da, und unterhalten uns mit einem anderen Reisenden. Nach fünf oder zehn Minuten, die wir nur mit ihnen gesprochen haben, hatte ich das Gefühl, der kennt mich schon besser als viele andere, die mich seit 20 oder 30 Jahren kennen. Und warum? Er hat einfach zugehört, Fragen gestellt und wirkliches Interesse gezeigt.

Zwar war dies in dem Moment ein schönes Gefühl, hat aber auch Schmerz bei mir hochgebracht, weil bei vielen anderen dieses Interesse nicht vorhanden ist. Daher lautet meine Einladung, immer mal sein Umfeld zu beobachten und zu gucken, wer hat eigentlich ein wahres Interesse an mir? Und zu gucken, wie ich mein Umfeld vielleicht strukturieren kann, um in der Verbundenheit mit anderen Menschen gemeinsam zu wachsen oder sich gemeinsam zu entwickeln. Auch wenn das im ersten Moment schmerzhaft sein kann. Langfristig, glaube ich, kann man davon nur profitieren, wenn man sich sein Umfeld so aufbaut, dass einem wirkliches, wahres Interesse entgegen gebracht wird.

Fremde Ziele machen nicht glücklich

Jenny:

Fremde Ziele werden dich niemals glücklich machen.

Wir sind so konditioniert in unserer Leistungsgesellschaft immer das nächste Ziel, den nächsten Schritt oder die nächste Erwartung vor uns zu haben. Und dann ist auch noch das Außen, was uns aufdrückt, was unser nächster Schritt ist. Gerade als People Pleaser ist man so versucht, das dann auch zu erfüllen und immer zu sehen, was denken die anderen, was für mich dran ist und wo ich jetzt hingehen muss.

Aber wenn du da wirklich reinspürst, dann merkst du vielleicht schon diese Lüge dahinter!? Dieses Höher-schneller-weiter, das kann nicht funktionieren. Du mühst dich ab. Aber immer wenn du kurz vor dem Ziel bist, wird die Ziellinie wieder verschoben. Du kannst es gar nicht erreichen. Es ist ein ständiges Hinterherjagen und du bist nur abhängig vom Außen.

An der Stelle ist auch interessant, über das Thema Ziele überhaupt mal nachzudenken. Wir haben auf dem Blog, einen Beitrag geschrieben, warum du dir keine Ziele setzen solltest. Das passt super da rein. Ihr könnt es gerne mal nachlesen, würde den Inahlt hier aber jetzt sprengen.

Das Wichtige im Bezug auf People Pleasing ist, dass du lernen darfst, wieder bei dir selber anzukommen. Dazu hilft es vielleicht die Perspektive mal zu ändern. Viele haben doch Angst, dass sie egoistisch sein könnten, wenn sie auf sich gucken und ihre eigenen Bedürfnisse und Werte in den Fokus setzen. Ich kann dir sagen: Ist es nicht! Vielleicht ist sogar das People Pleasing egoistisch. Warum? Weil du dich hinter etwas versteckst, in dieser Rolle für die Harmonie, um vermeintlich dazuzugehören und diese Angst auszublenden, nicht genug zu sein.

Was wäre aber, wenn du selber deine Energie und dein Licht in die Welt trägst und du dies der Welt durch dein People Pleasing verweigerst? DAS finde ich viel egoistischer. Also sieh es vielleicht mal so rum: Dein Licht darfst du in die Welt tragen. Es hat nichts mit Egoismus zu tun!

Unser persönlicher Gamechanger

Jenny:

Zum Schluss verraten wir noch unseren persönlichen Gamechanger, wie versprochen. Für mehr Verbundenheit in deinem Leben, darfst du dich verletzlich zeigen. Ja!

Jetzt werden sicher einige sagen, naja, aber wenn ich diese Rolle ablege und die Erwartungen nicht mehr erfülle und keine Maske mehr trage, um scheinbar irgendjemand zu sein, dann bin ich ja quasi schutzlos ausgeliefert oder werde verurteilt oder ausgeschlossen. Allerdings kann ich Euch sagen, probiert das einfach mal aus in Eurem Alltag. Denn genau das Gegenteil wird passieren. Ihr gebt nämlich dem anderen die Möglichkeit, viel mehr mit Euch in Verbindung zu gehen und müsst nicht auf dieser oberflächlichen Ebene bleiben.

Ein super gutes Beispiel ist, die Wohnung aufzuräumen, bevor man Besuch bekommt. Ich glaube, das kennt jeder. Warum machen wir das? Es steckt doch nur die Angst dahinter, was könnte der andere jetzt denken? Ich bin eine schlechte Mutter, schlechte Hausfrau, ich habe es nicht im Griff, bin nicht gut genug, weil ich irgendwas nicht weggeräumt habe, lebe im Dreck und es ist ja peinlich. Aber in Wahrheit hast du nur eine Priorität gesetzt. Also vielleicht hast du die Wäsche nicht weggeräumt, weil du dich heute Morgen entschieden hast, fünf Minuten Kaffee zu trinken oder mit deinem Kind zu spielen oder was auch immer.

Genauso ging es uns dann in dem Bus, als wir quasi mit diesem „Baustellenausbau“ in Italien angekommen sind. Andere Reisende haben dann einfach mal aus Interesse gefragt „Wie habt ihr das denn ausgebaut?“ und wollten es sehen. Ehrlich gesagt, hätte mein altes Ich gedacht: Oh nein, das kannst du doch nicht zeigen, das ist ja peinlich. Stattdessen haben wir uns diesmla dazu entschienden, wir selbst zu sein, dazu zu stehen und zu sagen, ja, okay, ihr könnt es sehen, es sieht aus, wie es aussieht. Unsere Priorität war loszufahren und wir sind einfach nicht fertig. So konnten wir dann unsere Geschichte erzählen, unsere Gedanken, Gefühle und die Beweggründe „Warum ist es jetzt so? Warum haben wir das so entschieden?“.

Und da passiert dann wirklich die Magie! Wir sind weggekommen von diesen oberflächlichen Bewertungen und Verurteilungen. Dadurch können wir wirklich die Situation und den anderen Menschen so annehmen, wie er ist. Und das ist die Verbundenheit! Dadurch, dass ihr Euch verletzlich zeigt, erlaubt ihr dem anderen, das auch zu tun. „Ah, die Situation kenne ich.“, „Oh ja, das ging mir auch schon mal so.“ oder „Das habe ich auch schon einmal gefühlt“. Und dadurch entsteht echte Nähe.

Das Video zu diesem Beitrag findest du auf unserem Kanal: weitglücklich@youtube

Guckt gerne vorbei, abonniert uns bei YouTube und kommentiert. Damit könnt ihr uns unterstützen. Wir freuen uns auch sehr über jedes Feedback.


Lass uns gerne einen Kommentar da, wann und wo es dir schwerfällt, Nein zu sagen. Wir freuen uns über deine Erfahrungen und dein Feedback. Alles Liebe und bis zum nächsten Mal Thomas und Jenny

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert