| |

Sibirien und der Baikalsee zwischen Traum und Stillstand | UnterwegsSein 4

In Sibirien dachten wir wirklich, wir leben unseren Traum. Unsere Reise durch die Weite Sibiriens hat sich so frei und stimmig für uns angefühlt, bis… wir in Wladiwostok ankamen. Plötzlich mussten wir alles umplanen und uns mit Stillstand arrangieren. Was dieser Umbruch mit uns gemacht hat und was wir in dieser Zeit gelernt haben, teilen wir in diesem Beitrag.


Unser viertes YouTube-Video ist online! Die Story und Links zu unseren Erlebnissen in Russland findet ihr hier.

… übrigens ist es Teil der Serie: UnterwegsSein

Hier kannst du dir das Video „Sibirien und der Baikalsee zwischen Traum und Stillstand“ angucken:

Für alle, die lieber lesen, statt zu gucken – oder nachträglich noch einmal lesen möchten – ist hier der Beitrag zum Video: Sibirien und der Baikalsee zwischen Traum und Stillstand. Und natürlich auch für uns selbst. Denn unser Blog ist einfach unser digitales Wohnzimmer. Also darf dieses neue Kapitel unserer Weiterentwicklung auf Reisen hier natürlich nicht fehlen!

Reise & Mindset Serie: UnterwegsSein

Schon seit Ewigkeiten haben wir für uns den Wunsch formuliert, auch bei YouTube präsent zu sein. Wir lieben es, klassische Reisethemen mit der Reise zu uns selbst zu verbinden und gleichzeitig etwas zurückzugeben. In drei Worten: Reisen. Wachsen. Wirken.

So haben wir zu unserem Format gefunden: Eine Serie auf YouTube, in der wir alle unsere Reiseziele zeigen und Euch erzählen, was diese Reisen mit uns gemacht haben. Wir teilen unsere innere Reise und unsere Learnings mit Euch. Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen bei „Sibirien und der Baikalsee zwischen Traum und Stillstand“

Wir nehmen euch mit nach Sibirien zu unserem großen Traum und gleichzeitig ist es aber auch der Ort, an dem unsere Reise zum ersten Mal ins Stocken gerät.

In diesem Video nehmen wir euch mit dem Zug mit durch die Weiten Russlands nach Sibirien und zum Baikalsee und an einen ganz besonderen Ort und wir dachten wirklich, wir sind angekommen. Es hat sich so schön, so stimmig angefühlt für uns. Ja, und dann kamen wir in Wladiwostok an und gefühlt ging gar nichts mehr. Alle Wege verschlossen und ja, es war ein Riesenschock erstmal für uns und Trauer, aber wir haben gelernt, die Situation anzunehmen, flexibel zu sein und gemerkt, was wirklich wichtig ist für uns.

Gedanken zu unserer Reise nach Sibirien

Jenny:

Im zweiten Teil unserer Russlandreise sind wir nach Sibirien gekommen. Ich weiß nicht genau warum, aber es hat mich schon lange fasziniert und ich habe mich so darauf gefreut, diese Region zu erkunden. Alles, was ich dort mitgenommen und gelernt habe, hat sehr viel mit Energie zu tun. Wir haben tolle Orte entdeckt und es war auf jeden Fall eine super schöne Erfahrung.

Unsere erste Station in Sibirien war der Baikalsee und wie sehr habe ich mich darauf gefreut und wie lange habe ich davon geträumt, auf dem zugefrorenen Baikalsee zu stehen! Vielleicht könnt ihr es verstehen, vielleicht auch überhaupt nicht… Aber es war jedenfalls ein riesiger Traum von mir und ich habe es genossen. Es war richtig schön.

Wahrnehmen – mehr als 5 Sinne

Jenny:

Hätte mir vor der Reise jemand gesagt, dass ich meine Wahrnehmungskanäle öffne für andere Energien, die ich nicht sehen kann… Ich glaube, ich hätte auf jeden Fall geschmunzelt. Ich hätte mir es einfach nicht vorstellen können. Und genau das ist aber passiert am Baikalsee, unserer ersten Station in Sibirien.

Es gab dort einen wunderschönen Aussichtspunkt, wo man auch den berühmten Schamanenstein gesehen hat und Wunschbänder hingen. Die Luft hat geglitzert in Regenbogenfarben vom Schnee. Das war so magisch. Und mitten in dieser Magie sind wir das erste Mal mit dem Schamanismus in Kontakt gekommen. Ich hatte damit vorher gar nichts zu tun und konnte mir da auch nichts drunter vorstellen. Heute arbeiten wir teilweise sogar damit. (Wenn ihr ein Klarheits-Call zu einem Thema haben möchtet, meldet Euch gerne!)

Jedenfalls war es sehr magisch und ich finde es einfach schön, dieses Learning da gehabt zu haben, dass ich meinen Wahrnehmungen vertrauen darf, diese Energie von diesem Ort zu spüren. Und ich bin froh, dass wir diesem Thema dort begegnet sind, weil es so einfach überhaupt einmal in mein Leben gekommen ist. So habe ich gemerkt, dass es noch mehr gibt als das, was ich vorher kannte.

Eigene Grenzen hinterfragen

Thomas:

In Irkutsk waren wir in einem wunderschönen und gemütlichen Hostel übernachtet. An Irkutsk denke ich aber nicht nur wegen der vielen Holzhäuser gerne zurück, sondern auch wegen einer Begegnung in diesem Hostel.

Wir saßen da und ich habe gemerkt, wie eingeschränkt meine Gedanken damals noch sind. Backpacking war für mich immer eher mit jungen Leuten verbunden. Und dann treffen wir eine andere Mitreisende in der Hostelküche, die deutlich über 60 war, würde ich schätzen. Als wir mit ihr ins Gesprcäh kommen, sagt sie, dass sie mit ihrem Rucksack alleine unterwegs ist und ähnlich wie wir mit der Transsibirischen Eisenbahn quer durch Russland fährt. Das hat mir ehrlich gesagt schon imponiert und auch gezeigt, dass du immer losgehen kannst für das, was du tun möchtest.

Viele Grenzen existieren wirklich nur in deinem Kopf. Es hat mir gezeigt, dass es möglich ist und auf jeden Fall eine Grenze in meinem Kopf aufgehoben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Erlaube dir zu sein

Jenny:

Zu der Fahrt mit der Transsib vom Baikalsee bis nach Wladiwostok kann ich sagen, dass ich es wieder total genossen habe. Fast fand ich es noch schöner als den ersten Teil. Nicht, weil die Strecke oder die Fahrt schöner ist oder irgendetwas im Außen anders war.

Sondern einfach, weil ich noch mehr zur Ruhe gekommen und noch mehr bei mir angekommen bin. Ich konnte mich richtig auf die Fahrt einlassen. Genau dieses Darauf-Einlassen, hat mir noch einmal, diese Ruhe geschenkt, um die Fahrt auch wirklich genießen zu können.

Neue Eindrücke verändern Gedanken

Thomas:

Mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren wir weiter vom Baikalsee bis nach Wladiwostok, mit nur noch einem Zwischenstopp in Tschita. Diese Fahrt war schon komplett anders als beim ersten Mal, weil ich nur mit Vorfreude da reingegangen bin. Nachdem ich in Moskau mit einigen Ängsten und Unsicherheiten eingestiegen bin.

Das Learning dieser Fahrt ist für mich außerdem, wie sich die Dimensionen verschieben. Ich bin in Nordrhein-Westfalen aufgewachsen. Wenn du da mit dem Zug fährst, dann bist du 20 Minuten später in der nächsten Großstadt am Hauptbahnhof. In der Transsibirischen Eisenbahn ist es dagegen so: Ach, wann steigen wir aus? In zwei Stationen. Ah, okay, sind ja nur 8 Stunden. Also echt krass, wie ich da in anderen Dimensionen auf einmal gedacht habe. Ja, das war für mich schon ganz interessant.

Energien der Welt berühren mich

Jenny:

Ein besonderer Ort in Sibirien war auf jeden Fall auch die Weltseele bzw. eine Ecke davon. Wenn ihr jetzt wissen wollt, was das ist, wir haben es Euch hier verlinkt, da findet ihr alle Infos dazu. Für uns ein wahnsinnig spannendes Projekt und eine Ecke dieser Weltseele liegt eben abgeschieden in Sibirien. Vielleicht auch, weil ich am Baikalsee mich schon so für diese Energie geöffnet habe und die Wahrnehmungskanäle irgendwie viel offener geworden sind, konnte ich diese Ecke der Weltseele ganz anders aufnehmen. Also ich habe richtig gemerkt, dass dieser Ort etwas mit mir macht, dass da so eine ganz besondere Energie ist. Zum einen fand ich es sehr erdend, zum anderen aber auch so im positiven Sinne machtvoll. Genau, ich kann es gar nicht anders beschreiben.

Auf jeden Fall hat mich das wahnsinnig beeindruckt und ich bin super froh, dass ich diesen Zugang dort zu mir und zu meinen Wahrnehmungen gefunden habe. Wahrscheinlich hätte ich die Leute früher ausgelacht, wenn mir das in Hamburg jemand gesagt hätte. Denn als Ingenieurin in meinem Job war da einfach überhaupt kein Raum für. (lautes Lachen) Ja, ich muss wirklich lachen. Also, wenn mir das vorher jemand gesagt hätte, vor der Reise, ich glaube, ich hätte es nicht ernst genommen, ehrlich gesagt. Aber ich bin sehr froh, dass ich diesen Zugang jetzt gefunden habe.

In Verbindung mit dem Universum sein

Thomas:

Jenny hat eben etwas zu unserer besonderen Reise zu einem Teil der Weltseele in Sibirien erzählt. In vielen Dingen ging es mir da genauso. Ich möchte noch ergänzen, dass ich dann noch ein weiteres Learning hatte. Und zwar, ich weiß nicht genau, wie ich es formulieren soll, vielleicht die selbstverständliche Verbindung mit dem Universum.

Wir hatten uns da, in Bagdarin, mit einem der Einwohner getroffen, der uns auch einiges über das Dorf erzählt und uns den Tempel dort gezeigt hat. Das hat mich übrigens in Russland auch sehr begeistert, diese extreme Vielfalt. In diesem Teil von Russland ist ja der Buddhismus stärker verbreitet. Jedenfalls hatten wir den Tempel besucht und uns wurde noch etwas zum anstehenden Neujahrsfest erzählt, dass da auch die Wünsche von den Menschen ans Universum gegeben werden. Das hat mich beeindruckt, zu sehen, wie selbstverständlich die Verbindung mit dem Universum ist und wie dies dort gelebt wird.

Erinnerung durch Präsenz

Jenny:

In Wladiwostok sind wir nach fast 10.000 Kilometer aus der Transsibirischen Eisenbahn ausgestiegen und unsere Zugreise war erst einmal beendet. Allerdings war alles, was wir uns für danach vorgenommen haben, plötzlich unsicher. Wir wollten ja mit dem Schiff weiterfahren nach Japan und Korea. Alle Grenzen waren gesperrt, Transportmittel gestrichen und irgendwie saßen wir da scheinbar fest. Es war ein kleiner Schock für uns, weil wir ja alles in Deutschland aufgegeben und gekündigt haben und so kurze Zeit später sollte es dann plötzlich zu Ende sein. Ich erinnere mich noch an dieses Gefühlschaos im Hostel.

Das war echt traurig und anstrengend. Und dann habe ich an das Learning gedacht, das habe ich im letzten Video schon geteilt habe, aus der Transsibirischen Eisenbahn: Einfach mehr zu sein, statt immer was zu tun. Und ich habe da die Chance genutzt: Die Sonne schien in unser Zimmer rein, es lief schöne Musik draußen und plötzlich war irgendwie so gute Laune da. Ich dachte, okay, warum nicht das Leben feiern? Und ich weiß noch, wie ich getanzt habe. Ich konnte auf das zugefrorene Meer blicken und trotzdem hat es sich fast sommerlich angefühlt.

So habe ich einfach entschieden, in diesem kurzen Moment das Leben zu genießen. Jetzt ist gerade alles toll, auch wenn ich nicht weiß, was in 5 Minuten ist. Das hat mir so gut getan und ich erinnere mich heute noch sehr gut an dem Moment und auch sehr gerne. Ja, das fand ich schön, dass ich dieses Learning direkt noch einmal umgesetzt habe.

Veränderungen annehmen

Thomas:

Pläne sind Pläne, aber die wahren Geschichten schreibt das Leben. (Kalenderspruch-Zitat off… *grins)

Das ist kurz zusammengefasst, das Learning aus der Zeit in Wladiwostok. Dort angekommen, war erst einmal Stolz und Freude da, dass wir tatsächlich mit der Transsibirischen Eisenbahn gefahren sind. Und dann kam aber schnell Wut, Trauer, Enttäuschung und Frust, weil unser nächster Plan – eigentlich war das der zweite Plan, den wir überhaupt nur hatten, also erst mit der Transsibirischen Eisenbahn fahren und dann ohne Flugzeug weiterzureisen – nicht mehr umsetzbar war. Alle Fähren sind ausgesetzt worden. Wir hätten auf dem Landweg oder Seeweg Russland nicht mehr verlassen können.

Das hat mich schon runtergezogen. Dann haben wir eben geguckt, was es für Möglichkeiten gibt und ich bin ein bisschen mehr in die Annahme gekommen. Auch, weil ich geguckt habe, was zählt eigentlich wirklich. Ich kann ja trotzdem die Reise fortsetzen. Wir haben einen Flug nach Bangkok gefunden. Und jetzt mal ganz ehrlich, was ist das denn für eine Option zu sagen, okay, ich fliege nach Bangkok. Ja, es ist mega cool, auch wenn der Plan ein anderer war.

Ich denke immer noch daran zurück: Wir stehen bei -10°C oder -15°C auf dem zugefrorenen Meer in Wladiwostok mit dem Wissen „Okay, morgen steige ich ins Flugzeug und lande im 40°C warmen Bangkok“. Alleine diese Vorstellung 55° oder 50° Temperaturunterschied finde ich immer noch total skurril. Genau das war natürlich nicht das was wir wollten, so in diesen Extremen sein. Eigentlich wollten wir langsam reisen. Aber trotz alledem ist es eine mega Option und ich bin dankbar, dass wir sie gefunden haben.

Bewusste innere Ausrichtung

Jenny:

Insgesamt war die Zeit in Wladiwostok schon überschattet von einer Unsicherheit. Unsere Reisepläne waren halt einfach geplatzt. Wir wussten nicht mehr, wo sollen wir hin, was können wir machen, was ist überhaupt noch möglich? Deshalb war natürlich auch viel Trauer in uns. Weil wir extra alles gekündigt und aufgelöst und aufgegeben haben. Es war einfach eine schwierige Situation, bis wir gelernt haben, das anzunehmen, dass es jetzt so ist, wie es ist. Auch waren wir flexibel genug und hatten die Möglichkeit, dann noch nach Thailand zu fliegen. Auf jeden Fall ist das auch eine super Option, auch wenn wir das in dem Moment eigentlich nicht wollten. Aber wir haben gemerkt, was wichtig ist: Uns geht es gut, wir sind gesund, wir sind noch auf der Reise und solange es möglich und sicher ist, werden wir auch auf jeden Fall weiterreisen. Und das war mit Thailand noch möglich.

Am Ende hat dann auch die Vorfreude überwogen. Jetzt freuen wir uns auf Thailand und das seht ihr dann im nächsten Video.

Das Video findest du auf unserem Kanal: weitglücklich@youtube

Guckt Euch gerne das Video an und abonniert uns bei YouTube und kommentiert, damit könnt ihr uns unterstützen. Wir freuen uns auch sehr über jedes Feedback.


Wie geht unsere Reise weiter und was erleben wir in Thailand? Wir freuen uns auf tolle Orte, Begegnungen und neue Learnings. Alles Liebe, Jenny und Thomas

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert