| |

Mit der Transsib beginnt unser Traum | UnterwegsSein 3

Mit der Transsib beginnt unser Traum, der aufregende Schritt in die weite Welt. Nach dem Erkunden von Sankt Petersburg und Moskau steigen wir in die Transsibirische Eisenbahn – die erste große Etappe unserer Weltreise. Was wir in dieser Zeit lernen und wie wir uns fühlen, erzählen wir Euch, hier auf dem Blog und in unserem neuen YouTube-Video.


Unser drittes YouTube-Video ist online! Die Story und Links zu unseren Erlebnissen in Russland findet ihr hier.

… übrigens ist es Teil der Serie: UnterwegsSein

Hier kannst du dir das Video „Mit der Transsib beginnt unser Traum“ angucken:

https://youtu.be/K1wBkD_bM-E

Für alle, die lieber lesen, statt zu gucken – oder nachträglich noch einmal lesen möchten – ist hier der Beitrag zum Video: Mit der Transsib beginnt unser Traum. Und natürlich auch für uns selbst. Denn unser Blog ist einfach unser digitales Wohnzimmer. Also darf dieses neue Kapitel unserer Weiterentwicklung auf Reisen hier natürlich nicht fehlen!

Reise & Mindset Serie: UnterwegsSein

Schon seit Ewigkeiten haben wir für uns den Wunsch formuliert, auch bei YouTube präsent zu sein. Wir lieben es, klassische Reisethemen mit der Reise zu uns selbst zu verbinden und gleichzeitig etwas zurückzugeben. In drei Worten: Reisen. Wachsen. Wirken.

So haben wir zu unserem Format gefunden: Eine Serie auf YouTube, in der wir alle unsere Reiseziele zeigen und Euch erzählen, was diese Reisen mit uns gemacht haben. Wir teilen unsere innere Reise und unsere Learnings mit Euch. Herzlich willkommen!

Herzlich willkommen bei „Mit der Transsib beginnt unser Traum“

Unsere Reise nach Russland beginnt nicht nur mit dem Zug, sondern auch mit dem für uns so aufregenden Schritt in die weite Welt, von der wir so lange geträumt haben.

Wir nehmen Euch mit auf die erste große Etappe unserer Weltreise, Russland (2020). Wir entdecken Sankt Petersburg und Moskau mit vielen tollen Orten, Begegnungen und Erkenntnissen, bevor wir dann in die Transsibirische Eisenbahn steigen. Wie fühlt es sich an, wenn so ein großer Traum zur Realität wird?

Ich nehme mich an, wie ich bin

Jenny:

Was ich auf der ersten Station der Russlandreise in Sankt Petersburg gelernt habe, wie sehr es sich lohnt, Altes loszulassen. Insbesondere Muster, Überzeugungen und Glaubenssätze, die dich davon abhalten, das zu tun, was du eigentlich tun möchtest. Und in meinem Fall war es tatsächlich auch das Video aufnehmen.

Thomas und ich haben damals schon für uns gefilmt, weil wir es einfach eine schöne Erinnerung finden. Ich habe mich aber so unwohl vor der Kamera gefühlt, dass ich das nicht teilen wollte. Ich dachte, ich spreche so komisch oder ich sehe so komisch aus. So viele Selbstzweifel hatte ich in mir und ich habe auch so schlecht mit mir selber gesprochen und über mich selber gedacht. Das ist, mit Abstand betrachtet, schon erschreckend gewesen. Jedenfalls bin ich froh, dass ich das für mich auflösen konnte, dass ich das alles losgelassen habe und ja, jetzt deutlich leichter durchs Leben gehe und mich traue, mich zu zeigen. Ich hoffe, dass es irgendjemand von Euch helfen wird, was wir hier teilen, weil wir so wertvolle Erkenntnisse und Learnings gehabt haben. Es ist mir jetzt einfach wichtig genug, den Schritt zu gehen und das mit Euch zu teilen.

Dankbarkeit für Freude und Neugier

Thomas:

Sankt Petersburg und Moskau haben mir einige wunderschöne Momente beschert. Ich denke jetzt immer noch gerne daran zurück, als wir da hergelaufen sind durch die Stadt. Wir gehen durch einen Torbogen und auf einmal ist der Winterpalast vor uns. Du denkst nur, wow, krass. Dann gehen wir rein und die Eremitage an sich, diese Ausstellung, das ist einfach faszinierend. Ein Raum ist beeindruckender als der nächste und es ist einfach so ein Erlebnis da herzulaufen. Ich habe richtig die Begeisterung und vielleicht auch ein bisschen wieder diese kindliche Freude in mir wiederentdeckt.

Da kann ich sagen, ich habe das Gefühl, dass dies im Alltag ein bisschen verloren gegangen ist. Gerade diese, vielleicht positiv besetzten, Gefühle oder Wahrnehmungen wie Freude und Begeisterung, waren einfach gar nicht so präsent bei mir im Alltag. Dann sind wir auf Weltreise gegangen und gerade eine Woche unterwegs und sie kommen so in geballter Ladung direkt wieder zum Vorschein. Ja, das freut mich total. Und ich denke auch super gerne an meinen Geburtstag zurück, den wir in Moskau verbracht haben. Auf dem Roten Platz, wo noch ein Wintermarkt war, ringsherum mega opulente Beleuchtung, dann Live Musik, Tanz, es hat nach Essen geduftet. Das war für mich einfach ein ganz, ganz schöner Geburtstag, an den ich gerne zurückdenke.

Raum und Zeit für Selbstreflexion

Jenny:

Insgesamt habe ich auf dieser ersten Station in Russland, von Sankt Petersburg bis Moskau, echt viele schöne Sachen erlebt. Dafür braucht man natürlich nicht diese Reise.

Vorher in Hamburg ging es mir nicht so gut. Ich habe für mich keinen anderen Ausweg gesehen, außer mal eine Zeit lang aus meinem, sage ich mal, gewöhnlichen Leben rauszugehen. Und diese Reise hat mir einfach den Raum und die Zeit gegeben, hinzugucken, was mir gut tut, was ich brauche. Und das habe ich mir vorher einfach nicht genommen.

Das Leben im Jetzt genießen

Jenny:

Und passend zu meinem letzten Learning ist auch, das Leben zu feiern und zu genießen. In Hamburg war ich so gefangen in dem Alltag und in diesen vermeintlichen To-Dos, die ich ständig irgendwie auf der Liste hatte. So ist dieser Punkt auf jeden Fall zu kurz gekommen oder ich habe es mir auch gar nicht erlaubt, im Jetzt anzukommen und wirklich zu genießen und loszulassen.

Wo es geklappt hat, war aber auf jeden Fall in Moskau, als wir da auf dem Roten Platz waren und die Leute zur Musik getanzt haben. Es waren alle Altersstufen gemischt durcheinander und sie haben laut mitgesungen. Es war irgendwie so ansteckend, diese Lebensfreude, mitten am Tag. Ja, einfach schön. Auch diese kleinen Dinge: Mal fünf Minuten aus dem Alltag rauszugehen, das kurz feiern, genießen und bewusst machen, wie schön es eigentlich gerade ist. Das nehme ich auf jeden Fall für mich mit. Das möchte ich mehr haben in meinem Leben.

Folge deiner Freude

Jenny:

Dazu passt auch das Learning, nicht perfekt sein zu müssen, wenn du liebst, was du tust. Bei mir war das nämlich das Fotografieren in Moskau. Das hat mir so eine Freude bereitet. Ich war total in meinem Element. Ich konnte wieder richtig neue Orte entdecken, mich auf die Details einlassen und wirklich Zeit nehmen, alles zu erkunden. Und da vergesse ich wirklich alles um mich herum. Es hat mir selber so gut getan.

Vielleicht findest du ja auch irgendwas, was du wirklich von Herzen liebst. Du musst nicht perfekt sein, sondern es muss dir einfach nur Freude machen und dann geh dafür los.

Achtsamkeit schafft Erinnerungen

Jenny:

Nachdem wir Moskau erkundet haben und am letzten Tag zum Bahnhof gefahren sind, habe ich ganz bewusst innegehalten. Das war in dem Moment, als wir in die Transsibirische Eisenbahn eingestiegen sind. Mein großer Traum wird Wirklichkeit und wir fahren wirklich durch Sibirien – im Winter mit Schnee.

Ich hatte so lange darauf gewartet und ich war so aufgeregt. Aber es war mir irgendwie klar oder damals habe ich es so intuitiv gemacht, dass ich noch einmal zur Seite gegangen bin und wirklich realisiert habe, was passiert hier eigentlich gerade. Ich stehe jetzt wirklich hier in Moskau. Ich stehe am Bahnsteig, ich steige jetzt wirklich ein und ich erfülle mir diesen Traum von der Transsib.

Auch deshalb glaube ich, dass ich mich heute noch so gut an die Abfahrt erinnere, weil ich mir eben diesen Moment Zeit genommen habe. Das finde ich einfach so schön. Deswegen teile ich das und ich werde es definitiv mehr in mein Leben integrieren, dieses bewusste und achtsame.

Und ja, zu allem Überfluss hat es dann auch noch angefangen zu schneien. Das war super kitschig. Ich habe mir Schnee gewünscht und als wir am Bahnsteig standen, in dem Moment des Innehaltens, kam dann auch noch der Schnee. Ich hätte glücklicher nicht sein können.

Angst oder Herausforderung?

Thomas:

Einfach mal zu sein. Das war glaube ich die größte Angst in mir, als Jenny mit dem Vorschlag um die Ecke kam, dass wir doch mit der Transsibirischen Eisenbahn unsere Weltreise so wirklich starten. Es gab einen Anteil in mir, der hat gedacht, wow, cool. Das ist bestimmt eine mega coole Erfahrung, ein tolles Abenteuer. Aber dann hat sich auch sofort eine andere Stimme in mir gemeldet und hat gesagt: Was, wie lang ist das? 9.000, 10.000 km, mit dem Zug? Wie willst du das denn schaffen? Das ist doch total langweilig. Es ist doch verschwendete Zeit. Jetzt seid ihr einmal in Russland und sitzt im Zug… Ja, das ist echt krass, was da in mir abging.

Das Learning an dieser Stelle ist für mich aber auf jeden Fall, hinzuhören, die verschiedenen Anteile auch wahrzunehmen und sich dann auch den Ängsten zu stellen. Weil, wir sind dann eingestiegen in den Zug und ich kann Euch nichtmals sagen, was wir die zweieinhalb Tage, die unsere erste Etappe von Moskau nach Irkutsk waren, gemacht haben. Aber die Zeit verging wie im Flug. Wir haben aus dem Fenster geguckt, wir haben mal mit den Nachbarn gesprochen und dann waren wir schon da. Das fand ich echt krass und es war ein tolles Erlebnis. Und ich bin auch dankbar dafür, dass ich da auf den Anteil in mir gehört habe, der da Lust drauf hat und nicht wieder dieser Stimme überhand genommen hat, die mir einreden wollte, dass ich das nicht schaffen kann.

Es ist erlaubt, zu sein

Jenny:

Was ich auf jeden Fall schon in dem ersten Abschnitt der Transsib von Moskau zum Baikalsee gelernt habe: Dass es dort nichts zu tun gab in diesem Zug und wie gut mir das getan hat, zu sein, statt immer irgendetwas zu tun.

Das war eine richtige Erleichterung für mich. Wir saßen am Fenster mit Tee und haben uns die Landschaft angeguckt. Ja, und das war’s! Und wir waren zufrieden damit. Das war so schön. Also, mir persönlich hat es einfach so gut getan und aus dem alten Leben in Hamburg kannte ich das überhaupt nicht. Vermeintlich ist immer irgendetwas zu tun oder zumindest habe ich mir diesen Raum nie genommen. Aber der Zug hat mich dazu gezwungen. Und da ich erkannt, gemerkt und gefühlt habe, wie gut mir das tut, habe ich entschieden, das jetzt öfters zu machen. Deswegen wollte ich es teilen, weil es mir so gut getan hat.

Verbundenheit durch Annahme

Thomas:

Was mich sehr berührt hat in der Transsibirischen Eisenbahn, war die Gastfreundschaft der Mitreisenden. Wir waren im Großraumabteil mit 54 Betten und hatten in den zweieinhalb Tagen unserer ersten Etappe von Moskau nach Irkutsk verschiedene Nachbarn. Aber allen war gemein, dass es wie selbstverständlich war, zu teilen. Haben sie Essen ausgepackt, durften wir probieren. Wurde Tee vom Samowar geholt, haben wir auch einen bekommen. Oder wo ich super gerne daran zurückdenke, ist, als wir einmal abends neue Nachbarn bekommen haben. Sie holten ihre Karten raus und fingen an, Durak zu spielen. Das habe ich vorher ehrlich gesagt noch nie gehört, ist aber anscheinend ein verbreitetes Kartenspiel in Russland. Direkt wurden wir mit Händen und Füßen eingeladen: „Ach,komm, spiel mit.“ Dann haben wir uns hingesetzt, wussten gar nichts, haben die Regeln nicht verstanden, aber es hat einfach Spaß gemacht. Wir haben so viel gelacht.

Das sind tolle Erinnerungen, die mich immer wieder gerne an die Zeit dort zurückblicken lassen. Mein Learning daraus ist, dass ich Dinge annehmen darf und so auch mit den anderen Menschen in Verbindung kommen kann.

Kennt ihr das auch? Bei mir ist es oft so, wenn mir jemand etwas anbietet, dass ich erstmal nein sage. Nein, das brauche ich nicht. Aber es schafft trotzdem auch Verbindung und Teilen ist ja auch eine beidseitige Geschichte, wenn man dann etwas zurückgibt. Ich finde, die Atmosphäre ist einfach so anders, wenn man miteinander teilt und sich gegenseitig etwas anbietet. Das habe ich wirklich in sehr schöner Erinnerung aus der Transsibirischen Eisenbahn.

Das Video findest du auf unserem Kanal: weitglücklich@youtube

Guckt Euch gerne das Video an und abonniert uns bei YouTube und kommentiert, damit könnt ihr uns unterstützen. Wir freuen uns über jedes Feedback.


Wie geht unser Traum mit der Transsib weiter und was erleben wir noch in Russland? Wir freuen uns auf tolle Orte, Begegnungen und neue Learnings. Alles Liebe, Jenny und Thomas

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert