Verzaubert in den Wäldern und Grotten Thüringens

Thüringen? Vor unserem Besuch ist uns nicht viel zu diesem Reiseziel eingefallen… Das ändern wir und erleben einen tollen Tag im Zentrum Deutschlands. Wir durchfahren riesige Wälder, erleben einen Mix aus Industriekultur und Naturschauspiel und entdecken faszinierende Gebäude.


Start eines Roadtrips durch Deutschland

Bevor wir im Januar 2020 unser bisheriges Leben in Hamburg hinter uns gelassen haben und auf Weltreise gegangen sind (den ersten Bericht findet ihr hier), haben wir einen Roadtrip durch Deutschland unternommen. Wir wollten uns selbst in die Lage versetzen, den Menschen in anderen Ländern aus erster Hand von unserer Heimat erzählen zu können. Deshalb berichten wir Euch heute von unserem Besuch in Thüringen. Dessen Vielfalt hat uns in kurzer Zeit begeistert.

Wir reisen über die Thüringer Waldautobahn an. Der Autobahnabschnitt zwischen Suhl und Geraberg zieht uns derart in den Bann, dass wir mehrmals anhalten, um den Thüringer Wald zu bestaunen. Wir kommen gar nicht darauf klar, was für einen riesigen und dichten Wald wir hier vor uns haben. Obwohl wir diese wundervolle Landschaft bisher nur vom Auto aus sehen, ist uns schon jetzt klar, dass wir beim nächsten Besuch definitiv die Wanderschuhe einpacken!

Paulinzella – tolle Architektur der ehemaligen Klosterkirche

Wenn wir Zeit haben, nutzen wir gerne Landstraßen und Nebenstrecken, um ein besseres Gefühl für Land und Leute der Region zu bekommen. Beim Durchfahren kleinerer Ortschaften haben wir schon so einige Überraschungen erlebt, mit denen wir nie gerechnet hätten und die wohl nicht in jedem Reiseführer zu finden sind.

So geht es uns auch heute: Neben der Straße, die uns durch den dichten Wald zwischen Saalfeld und Ilmenau führt, entdecken wir ein faszinierendes Gebäudeensemble. Erstaunt und begeistert bleiben wir stehen. Der kleine Ort Paulinzella gehört zu Königsee-Rottenbach und ist an sich eher unscheinbar. Umgeben von Wald sehen wir einige ältere, teilweise sogar etwas verfallene Häuser. Doch die ehemalige Klosterkirche strahlt uns wunderschön entgegen. Hinter dem jetzt noch stehenden, größten Gebäude sind die Ruinen der ehemaligen Kirche gut zu erkennen. Paulinzella ist eine der größten romanischen Klosterruinen in Deutschland, wie wir später lesen. Ringsherum lädt der Wald zu kurzen oder längeren Wanderungen ein. Wenn ihr in der Gegend sein, empfehlen wir Euch, hier eine kurze Pause einzulegen.

die ehemalige Klosterkirche Paulinzella

beeindruckendes Naturschauspiel beim Besuch der Feengrotten

Unser Weg durch Thüringen führt uns weiter nach Saalfeld. Alle Thüringer wissen vermutlich schon, was wir hier sehen möchten. Für uns waren die Saalfelder Feengrotten bisher jedoch unbekannt. Doch als wir die Bilder aus dem Schaubergwerk mit seinen faszinierenden Tropfsteinformationen gesehen haben, wollten wir unbedingt hierher! Auf dem Weg zum Eingang der Erlebniswelt Feengrotten, kommen wir an einem Wald vorbei. Dort sehen wir schon einige Spielgeräte und jede Menge bunte Deko. Zusätzlich gibt es auf einem anderen Teil des Geländes einen Heilstollen und ein Museum. Wer Lust hat, kann also viel Zeit in Saalfeld verbringen.

Eingang zu den Feengrotten in Saalfeld

Musik- und Lichtershow im Schaubergwerk Feengrotte

Das stillgelegte und seit mehr als 100 Jahren touristisch genutzte Bergwerk darf nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Am Eingang erwartet uns schon ein als Bergmann gekleideter Guide. Er begleitet uns die nächsten 60 Minuten durch die verschiedenen Gänge und Stollen unter Tage. Bevor wir in die thüringische Unterwelt starten, werden wir mit dicken braunen Umhängen ausgestattet. Im Bergwerk sind es nämlich nur maximal 10°C bei etwa 98% Luftfeuchtigkeit. Draußen haben wir heute wieder 35 Grad im Schatten, weshalb sich eine kleine Abkühlung ganz verlockend anhört.

Unter Tage wird es schnell deutlich kühler. Der Guide erklärt uns in launigem Stil einiges zur Geschichte des Bergwerks, die über mehrere Jahrhunderte reicht. Er spricht vor allem über die verschiedenen Mineralien und Gesteine, die hier zu finden sind. Wir erfahren einige Details zu dem Alaunschiefer und den unterschiedlichen Grotten und Hohlräumen, die auf verschiedenen Etagen des Bergwerks entdeckt wurden. Einige Bergbauszenen sind nachgestellt und veranschaulichen die Erklärungen unseres Guides. Wir sind in der Nähe des Ruhrgebietes aufgewachsen und so erinnern wir uns ein bisschen an unsere Kindheit. Bergbau war und ist dort teilweise noch immer allgegenwärtig!

Schlussendlich ist die ganze Führung aber darauf ausgerichtet, uns zu den Grotten mit den faszinierenden Tropfsteinformationen zu führen. Erste größere Hohlräume begeistern uns bereits, die in verschiedenen Farben schimmern und glänzen. Verantwortlich hierfür, also für die unterschiedlichen Farben, sind übrigens die vielen verschiedenen Mineralien.

Das Highlight der Feengrotten ist der Märchendom! Der Anblick verschlägt uns die Sprache! Wir staunen über die unzähligen Tropfsteine, die von der Decke herunterhängen, sich im Wasser spiegeln und verschiedene Formationen und Figuren bilden. Alles schimmert in verschiedenen Farben. Ich überlege noch, ob ich die angeblich vorhandene Feenfigur erkennen kann, die namensgebend für die gesamte Erlebniswelt ist. Doch dann wird es plötzlich dunkel und ganz allmählich sind einige Töne aus den Lautsprechern zu hören. In den folgenden Minuten wird der Märchendom mit einem Lichtspiel passend zu wechselnder Musik illuminiert. Auch wenn die Grotte an sich als Highlight schon vollkommen ausreichend wäre, genießen wir die Vorführung.

Zum Abschluss unserer Bergbautour gehen wir noch ins Grottoneum. So heißt das Museum auf dem Gelände der Erlebniswelt Feengrotten. Nachbildungen von der Arbeit unter Tage, einige Fundstücke und zahlreiche Informationen machen den Besuch sehr interessant. Wir können einen kurzen Abstecher auf jeden Fall empfehlen.

der Märchendom in den Saalfelder Feengrotten

Im Feenland – als Elfe durch den Wald schweben

Das Feenweltchen ist ein kleines Waldstück auf dem Gelände der Saalfelder Erlebniswelt. Überall hängen Elfen und andere Fabelwesen, Schmetterlinge und Glitzersteine in den Bäumen. Hinter jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken. An verschiedenen Stationen finden wir Informationen zu diesen märchenhaften Waldbewohnern, aber auch zu dem Lebensraum Wald und Wiese. Kindgerecht und unterhaltsam werden die heimischen Tiere und Pflanzen erklärt – zum Riechen, Fühlen, Hören oder Sehen. Dazwischen sorgen verschiedene Spielgeräte für ein spaßiges Abenteuer im Wald. Klar, der Wald ist in erster Linie für Kinder angelegt. Aber die Grotte hat schon geschlossen und wir dürfen alleine im Feenweltchen bleiben, so lange wir möchten. Deshalb probieren wir alles aus und erklären die Wackelbrücke und das Pirouetten-Karussell zu unseren Favoriten!

Angekommen auf der Elfenwiese fällt uns ein Pavillon auf, der uns zum Eintreten einlädt. Musik ertönt und wir stellen uns vor, wie die Elfen hier im Pavillon über die Tanzfläche schweben. Ein wenig verzaubert genießen wir das Ambiente und fühlen uns fast so leicht wie die umherschwebenden Elfen. Wo Elfen sind, da sind auch Geister, Drachen und andere, eher unheimliche Wesen nicht weit. Und so widmet sich ein Teil des Geländes auch diesen Waldbewohnern. Hier gefällt uns insbesondere ein Haus mit einem dunklen, dreidimensionalen Labyrinth, was gar nicht so einfach zu durchqueren ist. Insgesamt ist das Feenweltchen ein sehr kurzweiliger Ort, der zum Mitmachen einlädt. Wir lassen uns darauf ein und haben richtig viel Spaß.

Um aus dem Feenweltchen in unsere Welt zurückzukehren, wählen wir einen wackeligen Aufstieg zu einem Feenschloss und verlassen über eine Rutsche das Parkgelände. Noch leicht beschwingt gehen wir zurück zum Auto.

Bevor wir Saalfeld verlassen, gucken wir uns noch die kleine Altstadt an. Lange braucht ihr nicht, um diese zu erkunden, aber es lohnt sich. Der Marktplatz mit dem wunderschönen Rathaus lädt zu einer gemütlichen Kaffeepause ein. Wir setzen unseren Roadtrip durch Deutschland anschließend Richtung Leipzig fort.

Blick auf das Rathaus und den Marktplatz von Saalfeld

Teilnahme an der Blogparade Thüringen wieder entdecken

Mit diesem Bericht nehmen wir an der Blogparade Thüringen wieder entdecken teil. Wir bedanken uns bei der Thüringer Tourismus GmbH in Kooperation mit dem Bloggernetzwerk Thüringen bloggt für die Möglichkeit der Teilnahme und bei den anderen Teilnehmern für die tollen Tipps. Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen! Wenn dir unser Beitrag gefallen hat, stimme für uns („Thomas und Jenny“) ab. Wir würden uns riesig freuen, zu einem weiteren Erlebnis in Thüringen eingeladen zu werden. Gleichzeitig sichert sich jeder, der abstimmt, selbst noch die Chance auf einen Gewinn! Es lohnt sich also! (Nachtrag: Die Aktion ist mittlerweile beendet. Danke, dass ihr für uns abgestimmt habt!)

Weitere Berichte anderer Teilnehmer findet ihr hier. Wir haben schon ein wenig darin gestöbert und gleich Gefallen an dem chinesischen Garten in Weißensee gefunden, den Janett auf ihrem Blog Teilzeitreisender vorstellt. Außerdem möchten wir gerne die Landeshauptstadt Erfurt erkunden. In jedem fremden Land, welches wir bereisen, besuchen wir immer auch die Hauptstadt. Wieso sollten wir das in Deutschland und bei den einzelnen Bundesländern also anders machen? Auf dem Blog Fotoglut von Michael Stollmann haben wir schöne Fotos von der Landeshauptstadt Erfurt gefunden. Jetzt haben wir noch mehr Lust diese idyllische Stadt zu entdecken.

Zum Wandern gibt es sicherlich unzählige Möglichkeiten in Thüringen. Unser erstes Ziel bei einer nächsten Reise wäre die Drachenschlucht, die man zwischen mossbewachsenen Felsen durchwandern kann. Für uns, Nicht-Thüringer, würden wir mal sagen, dass diese Schlucht in der Nähe von Eisenach liegt. Die Wanderung lässt sich also super mit einem Besuch der Wartburg verbinden, die wir gerne noch sehen möchten.


Uns hat der Tag in Thüringen sehr gut gefallen und jetzt haben wir noch mehr Tipps für weitere Reisen und Ausflüge in diese Region. Wir freuen uns, wie immer, auf Eure Kommentare und Ideen. Viele Grüße, Jenny und Thomas

2 Kommentare

  1. Liebe Jenny, lieber Thomas,
    Euer Bericht hat uns ,ohne die Gegend zu kennen verzaubert..
    Die Faszination der Feengrotten und die beeindruckenden Tropfsteinformationen ziehen uns anhand Eurer Bilder magisch an.
    Überhaupt bekommt man Lust, wenn man dem spannenden Bericht von Euch folgt dorthin zu reisen.
    Wir werden Thüringen als Reiseziel im Auge behalten und danken Euch für diesen tollen Reisetip.
    Ein Reiseführer hätte ihn nicht besser und anschaulicher beschreiben können.
    L.G.Christiane und Peter.

    1. Wow!! Tausend Dank ihr zwei für dieses tolle Feedback! Auf unserer Tour durch Deutschland wurden wir öfters mal positiv überrascht mit wundervollen Orten, quasi direkt vor unserer Haustüre. Es lohnt sich also auch in Deutschland zu reisen. Liebe Grüße und alles Gute!

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