Koh Chang – Ab auf die Insel

Nach dem Besuch der Metropole Bangkok fahren wir nach Koh Chang. Mit einem Bungalow über dem Meer sind die Voraussetzungen geschaffen, in Ruhe auf unserer Weltreise anzukommen …


Vier sehr schöne, aber auch anstrengende Wochen in Russland, mit sehr vielen Eindrücken, neuen Orten und ständigem Wechsel zwischen sehr warm und sehr kalt, liegen hinter uns. Mit der Ankunft in Bangkok waren wir plötzlich in einer anderen Welt: super heiß, laut, vollkommen neue Gerüche, anderes Essen und eigentlich von allem etwas zuviel. Jetzt möchten wir erst einmal Sonne, Meer und Entspannung. Wir möchten realisieren, dass wir tatsächlich auf Weltreise sind. Russland war für uns noch wie ein langer Urlaub. Doch selbst, als wir von dort aus nicht nach Hause, sondern weiter nach Thailand geflogen sind, haben wir es noch nicht realisiert, dass wir jetzt erstmal dauerhaft unterwegs sind. Wir hoffen, uns mit Koh Chang für eine ruhigere Insel entschieden zu haben. Zudem soll man dort gut schnorcheln können! Oh ja! Und es besteht die Möglichkeit, auf kleinere, vorgelagerte Inseln weiterzureisen, die noch sehr ursprünglich und sogar von der geregelten Stromversorgung abgeschnittenen sind. Das klingt nun wirklich nach Ruhe und Erholung.

Unsere Tickets für die Fahrt nach Koh Chang haben wir bereits gebucht. Am nächsten Morgen sind wir dann sehr früh im Taxi auf dem Weg zur Busstation. Permanent fahren wir unter irgendwelchen Highways hindurch. Es ist schon interessant, wie der Verkehr hier auf mehreren Etagen abgewickelt wird. An der Ekkamai Busstation haben wir dann noch etwas Zeit bis zur Abfahrt. Aus dem überschaubaren Angebot am Busbahnhof wählen wir Frühstück und Verpflegung für die Fahrt: Es gibt Sticky-Rice und kleine süße Kokoskugeln namens Khanom Tom. Diese bestehen aus gekochtem Reis und sind mit Kokosfleisch und Kokosmilch gefüllt. Oft werden sie eingefärbt, zum Beispiel grün mithilfe der Pandanblätter, violett mit lilafarbenen Süßkartoffeln oder blau mit der Schmetterlingsblüte. Uns schmecken sie sehr gut!

an der Ekkamai Busstation in Bangkok

Da wir noch immer mit unseren Wintersachen und Schlafsäcken reisen (die wir in Südkorea und Japan ja durchaus noch gebraucht hätten), haben wir direkt drei Plätze gebucht. Dieser Bitte des Busunternehmens zu folgen macht auch wirklich Sinn, denn viel Stauraum gibt es in dem Minibus nicht. So starten wir von Bangkok aus in Richtung Trat.

Auf der rund fünfstündigen Fahrt mit dem Minibus müssen wir uns zunächst durch volle Straßen kämpfen. Zum Glück ist der Busbahnhof im Südwesten Bangkoks gelegen und wir müssen nicht die komplette Innenstadt durchqueren. Wir nutzen die langsame Fahrt, um den Alltag der Thai in diesem Verkehrschaos zu beobachten. Gleichzeitig sind wir voller Vorfreude auf Koh Chang und das Meer! Später geht es über Landstraßen in Richtung Trat. Zwischendurch schlafen wir kurz ein, da sich die Müdigkeit der sehr kurzen Nacht bemerkbar macht. Ansonsten gucken wir, wie die Landschaft und die Straßenszenen an uns vorbei ziehen. Wir sehen viele Straßenstände, mit Obst vollbeladene Pick-Ups und immer wieder imposante Tempel oder zumindest die ebenfalls sehr beeindruckenden Eingangstore, die einen Tempel in der Nähe vermuten lassen.

Thailand Bangkok Trat jack fruit on car Jackfrucht
Jack fruit Nachschub

Kurz vor Trat endet die Busfahrt für uns und wir steigen in eine Art Pick-up um, in Thailand Songthaew genannt. Zusammen mit anderen Reisenden werden wir in einer guten halben Stunde zum Ao Thammachat Pier, unserem Fähranleger, gebracht. Der Songthaew beschert uns jede Menge Fahrtwind auf dem Weg zur Fähre, das tut gut bei der Hitze. Und dann sehen wir endlich das türkis-blaue Meer und die nur wenige Kilometer entfernte Insel Koh Chang! Am Fähranleger wird vor dem Einsteigen Fieber gemessen und es finden sich große Plakate mit Hygiene-Vorschriften. Obwohl die Infektionszahlen in Thailand noch vergleichsweise niedrig sind…

Thailand trat Songthaew pick up to Koh Chang ferry
unser Sammeltaxi zum Pier
Thailand Trat Ao Thammachat Pier Faehre ferry Koh Chang
Insel in Sicht – vom Fährableger bei Trat

Kurze Zeit später betreten wir die Fähre, unten parken die Autos und wir gehen nach oben auf’s Deck, um die Aussicht zu genießen. Uns ist so heiß, aber der Duft des Meeres und das mega schöne Wasser steigern unsere Vorfreude nochmals. Außerdem sind die dicht mit Regenwald bewachsenen Hügel der Insel schon zu erkennen, die mehr oder weniger steil zur Küste abfallen. Bald sehen wir auch erste, gelb leuchtende Strände. Ach, ist das wunderschön!

Koh Chang ist übrigens die zweitgrößte Insel des Landes und liegt im Golf von Thailand. Wörtlich übersetzt bedeutet Koh Chang „Elefanteninsel“, was sich von der Form der Insel ableitet. Die Insel ist etwa 30 km lang und maximal 13 km breit und wird von etwa 5.000 Menschen dauerhaft bewohnt. Sie liegt südöstlich von Bangkok, relativ nah an der Grenze zu Kambodscha.

Thailand Golf von Thailand Pazifik Koh Chang
mit der Fähre nach Koh Chang
Thailand Golf von Thailand Pazifik Koh Chang
Blick auf den Golf von Thailand
Thailand Golf von Thailand Pazifik Koh Chang
wir sind beeindruckt von den Farben: Meer, Regenwald und Strand

Dann sind wir auch schon am Ao Sapparot Pier ganz im Norden der Insel. Jetzt fahren wir noch in den Süden, wo wir einen Bungalow auf dem Pier von dem kleinen Fischerort Bang Bao gebucht haben. Dazu nehmen wir wieder ein Sammeltaxi. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es auf der Insel nämlich nicht. Entweder man fährt mit den Songthaews (Sammeltaxis), die aber nur auf der Westseite der Insel fahren, oder man mietet sich ein Auto oder einen Roller. Unser Gepäck wird wie so oft auf dem Dach verstaut.

Bis zum Bang Bao Pier fahren wir insgesamt noch einmal eine Stunde. Da wir fast 25 km unterwegs sind, sehen wir schon eine Menge von der Insel. Wir fahren öfters durch Regenwald, freuen uns über die ersten Affen, die wir auf Bäumen am Straßenrand entdecken und die immer wieder vorhandene Aussicht auf das Meer. Unglaublich sind die Straßen mit enormem Gefälle und heftigen Steigungen, garniert mit extrem scharfen Kurven. An einer Stelle stoppt ein Mopedfahrer abrupt und dreht um, weil ihm der vor ihm liegende Abschnitt anscheinend zu krass ist. Wobei die Straßenqualität insgesamt überraschend gut ist.

Thailand Koh Chang roads Strasse durch Regenwald
durch den Regenwald auf dem Weg nach Bang Bao
Thailand Koh Chang roads Kurven Gefaelle
zum Glück sitzen wir mit unserem Gepäck im Songthaew und nicht zu zweit auf dem Roller

Die Orte auf der Westseite von Koh Chang sind überwiegend für den Tourismus entwickelt worden und das ist nicht zu verkennen. Sie sind zugebaut mit Hotels, Bars, Restaurant und einer Vielzahl von Freizeitbeschäftigungen. Anscheinend gehört aus Sicht einiger Veranstalter auch Elefantentrekking dazu, was in unserem Sammeltaxi beworben wird. Als wir das lesen, wird uns schlecht! Es ist doch einfach nur abscheulich und so furchtbar traurig, wie diese Tiere misshandelt und gequält werden, damit Touristen auf ihnen reiten und mit ihnen Fotos machen können. In den Camps werden die Tiere meist an Eisenketten mit Dornen gefesselt und durch rohe Gewalt gefügig gemacht, u.a. mit scharfen Metallhaken geschlagen. Guckt Euch die Videos im Internet an, der Anblick ist kaum zu ertragen. Es sollte also wirklich niemand jemals auf einem Elefanten reiten! Wir wünschen uns so sehr, dass diese Tierquälerei keine Unterstützung (von Touristen) erfährt.

Nach dieser verstörenden Werbung zurück zum Positiven: Wir freuen uns, dass wir am Pier von Bang Bao ankommen und machen uns auf den Weg zur Unterkunft, die etwa in der Mitte des 700m langen Piers direkt über dem Wasser liegt. Bang Bao war früher ein Fischerdorf, mittlerweile ist der Tourismus aber wesentlich dominanter. So gehen wir zunächst an einer Vielzahl von Geschäften mit Souvenirs, Imbissständen und Seafood-Restaurants vorbei. Dazwischen finden sich aber auch Garküchen und kleinere Läden, die regionale Produkte anbieten. Die Familien dieser kleineren Läden wohnen meist auch in den hinteren Bereichen dieser Ladenlokale. Die Fülle des Angebots lässt uns erahnen, für wie viele Touristen das Gebiet ausgelegt ist. Da der März aber schon nicht mehr zur Hauptsaison zählt und der Tourismus wohl wegen der aktuellen Virus-Pandemie zusätzlich rückläufig ist, erleben wir Bang Bao relativ ruhig und leer.

Das Eingangstor zum Bang Bao Paradise Homestay ist sehr schön, flankiert von zwei Schaukeln über dem Wassser. Wir werden super freundlich von unserem Gastgeber begrüßt und können sofort in unseren kleinen Bungalow einziehen, den wir für zehn Tage gemietet haben. Unter dem Bett sehen wir durch den Holzboden das Meer und können es auch hören. Jetzt bloß nichts fallen lassen *grins. Beim Blick aus dem Fenster sehen wir mehrere schwarz-weiß gestreifte Fische mit gelber Schwanzflosse. Wie cool ist das denn bitte? Der Aufenthaltsbereich, der auch ein Auswahlkriterium für unsere Buchung war, ist mit verschiedenen Sitz- und Liegegelegenheiten super nett eingrichtet und bietet uns einen tollen Blick auf das Meer. Gleichzeitig betreibt unser Gastgeber hier noch ein kleines Restaurant, aber alles wirkt sehr ruhig und entspannt – bis auf Seven: die süße, verrückte Katze, die fester Bestandteil des Homestays ist. Wir setzen uns ans Wasser und gönnen uns zwei Frucht-Shakes. Durch die leichte Brise vom Meer und das Wasser sind die Temperaturen viel besser auszuhalten als in Bangkok. Es gefällt uns super hier und es geht uns richtig gut.

Thailand Koh Chang Bang Bao Paradise Homestay
unser Bungalow auf dem Pier
Thailand Koh Chang Bang Bao Paradise Homestay
unser kleines, aber schönes Zimmer im Bang Bao Paradise Homestay
Thailand Koh Chang Bang Bao Paradise Homestay
Blick aus unserem Zimmer: Am Horizont ist das Meer zu sehen
Thailand Koh Chang Bang Bao Paradise Homestay
das Bang Bao Paradise liegt direkt über dem Wasser
Thailand Koh Chang Bang Bao Paradise Homestay
der gemütliche Aufenthaltsbereich unserer Unterkunft

Bevor es dunkel wird, hängen wir noch unser Moskitonetz über dem Bett auf. Unser Gastgeber kam gleich angelaufen und wollte uns helfen. Aber wir sind ja routiniert: Schlafen unter dem Moskitonetz gehört zu unserem Urlaub fast schon dazu… Er erklärt uns zwar noch, dass es hier zwar viele Mücken gibt, aber keine, die irgendwelche Krankheiten übertragen. Mmh, aber unsere dicken Flatschen am ganzen Körper sprechen eine klare Sprache: Pro Netz! So ist das eben, wenn man über dem Wasser wohnt…

Später laufen wir noch den Rest des Piers entlang. Zunächst kommen wir an vielen weiteren Verkaufsläden, Cafés, Restaurants, Unterkünften und einigen Tauchschulen vorbei. OK, das ist hier definitiv alles auf Tourismus ausgelegt. Dies bestätigen auch die vielen Ausflugsschiffe, die am Pier ankern. Wir sind erschrocken und fragen uns, wie viele Menschen hier wohl über den Pier geschleust werden, um Ausflüge zum Schnorcheln oder zu den umliegenden Inseln zu unternehmen. Wir wissen nur, dass wir da nicht mitfahren! Während wir weiterlaufen, können wir im Meer immer wieder einige Fische beobachten und freuen uns, dass wir diese schon vom Land aus zu Geischt bekommen. Wir freuen uns schon, demnächst endlich mal wieder schnorcheln zu gehen. Am Ende klettern wir noch die rostigen Stufen zum Leuchtturm hoch und haben einen schönen Blick auf die Bucht und den Pier von Bang Bao mit der untergehenden Sonne.

Thailand Koh Chang Bang Bao Pier Leuchtturm lighthouse
das Ende des Bang Bao Piers mit Blick auf den Leuchtturm
Thailand Koh Chang Bang Bao Pier Blumendeko Schiff
mit Blumen verzierter Bug eines Schiffes am Bang Bao Pier
Thailand Koh Chang Bang Bao Pier Golf von Thailand Sonnenuntergang
Sonnenuntergang über dem Golf von Thailand

Für unser erstes Abendessen auf Koh Chang entscheiden wir uns für ein Seafood-Restaurant auf dem Pier. Zusammen mit zwei Chang-Bieren lassen wir uns grünes Curry und eine sauerscharfe Tom Yam Gung Suppe schmecken. Als die Sonne vollständig verschwunden ist, kühlt es sich langsam etwas ab und wir genießen die Meeresbrise auf unserer Terrasse. Als wenn das noch nicht genug wäre, haben wir auch noch den ungetrübten Blick auf den leuchtenden Vollmond. Das Bang Bao Paradise Homestay ist wirklich ein kleines Paradies…

Thailand Koh Chang Bang Bao Bucht im Dunklen
Abendessen mit Blick auf die kleine Bang Bao Bucht
Thailand Koh Chang Bang Bao Pier Vollmond full moon
Vollmond über der Bang Bao Bucht

Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, nach Koh Chang zu kommen. Wir fühlen uns richtig wohl! In den nächsten Beiträgen erzählen wir Euch von unserer Zeit auf der Insel und berichten von den Ausflügen, die wir gemacht haben. Habt ihr Lust auf Sonne, Meer und Regenwald und seid ihr dabei? Viele Grüße, Thomas

4 Kommentare

  1. Toller Bericht, da möchte ich auch mal hin. Was gibt es schöneres als beim aufwachen das Meer zu sehen. Was für ein Erlebnis. Und ich möchte auf jeden Fall Khanom Tom essen:-)

    1. Danke für deine lieben Worte! Es war wirklich traumhaft dort zu wohnen. Und von Thailand möchten wir gerne noch so viel entdecken…

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