Russland: Rückblick und Reise-Tipps

Vier Wochen in Russland haben uns einen guten ersten Eindruck und viel Lust auf mehr verschafft. Aber für das größte Land der Welt ist diese Zeit einfach viel zu kurz. Das Reisen in Russland war unkompliziert und wir haben trotz Sprachbarriere meist große Freundlichkeit und Herzlichkeit gespürt.


Im Folgenden erfahrt ihr unsere persönliche Meinung zu verschiedenen Aspekten unserer Reise. Alle Erfahrungen haben wir auf unserer Reise so gemacht und möchten sie mit Euch teilen. Das heißt nicht, dass diese allgemeingültig sind. Reist ihr anders durch das Land, wählt andere Transportmittel, andere Unterkünfte oder geht häufig in Restaurants, könnt ihr das Land sicherlich auch anders kennenlernen und andere Eindrücke gewinnen.

Hier kommen also unsere Tipps und Empfehlungen, aber auch negative Aspekte, die wir leider feststellen mussten und die wir Euch auch nicht vorenthalten möchten. Los geht’s!

Rückblick und Reise-Tipps …

unsere Highlights

Russland ist das mit Abstand größte Land der Welt, gelegen auf zwei Kontinenten mit insgesamt elf Zeitzonen. Schon allein diese unverstellbare Größe hat uns nachhaltig beeindruckt. Es gibt die großen Metropolen wie Moskau und St. Petersburg, vielfältige Landschaften, unendliche Waldflächen in Sibirien, endlose Steppe, Sandstrände am Baikalsee und am Pazifik und und und… Dementsprechend bietet Russland für uns auch zahlreiche Highlights.

Doch was hat uns am besten gefallen? Unsere Art des Reisens besteht nicht darin, möglichst viele Sehenswürdigkeiten aus den Reiseführern „abzuhaken“. Vielmehr wollen wir besondere Momente erleben, tolle Menschen kennenlernen und mit Offenheit an unsere Reise herangehen.

Einer dieser besonderen Momente war definitiv unser Ausflug nach Bagdarin, bei dem wir im Vorfeld nicht wussten, was uns dort erwarten würde und wir von der Landschaft, der Ursprünglichkeit und der Situation beeindruckt und begeistert waren. Zudem haben wir dort den zweiten Eckpunkt der „Alma del Mundo“ sehen können und durften sogar mit dem Künstler in Kontakt treten.

Die Transsibirische Eisenbahn war auch ein absolutes Highlight. Die Fahrt war sehr abwechslungsreich, wir hatten interessante Wegbegleiter und haben die gute Atmosphäre im Zug genossen. Selbst unser längstes Teilstück von Moskau nach Irkutsk mit drei Tagen und vier Nächten Fahrtdauer kam uns so kurzweilig vor, dass wir gerne noch länger im Zug geblieben wären.

Transport & Route

Wir sind von Helsinki mit dem Zug nach Russland eingereist und waren so bereits nach wenigen Stunden in St. Petersburg. Diese Option war für uns perfekt, da wir so genau mit Beginn unseres Visums eingereist sind. Für St. Petersburg und Moskau haben wir uns bewusst nur wenig Zeit genommen. Da diese von Deutschland aus gut zu ereichen sind, können beide Städte auch in einem separaten Kurztrip erkundet werden (St. Petersburg sogar mit dem kostenlosen e-Visa, siehe unter Organisatorisches). Wir konnten jedenfalls einen guten ersten Eindruck gewinnen und imposante Orte wie die Eremitage in St. Petersburg, der rote Platz in Moskau oder auch die Touren mit der U-Bahn haben uns gut gefallen. Von St. Petersburg haben wir den Nachtzug nach Moskau genommen. Neben der Transsibirischen Eisenbahn, als vielleicht die bekannteste Eisenbahnstrecke der Welt, ist die Bahn in Russland allgemein ein viel genutztes Transportmittel. Angesichts der enormen Distanzen sind vor allem die Übernachtfahrten super: Am Abend steigt man in die Bahn und ist am nächsten Morgen bereits in der nächsten Metropole. In Sibirien oder Fernost ist der Zug zudem oft die einzig vernünftige Transportmöglichkeit. Zwar gibt es auch Busse, diese fahren aber nicht sehr häufig und auch nicht sehr schnell. Die Straßenqualität außerhalb der Ortschaften ist nicht wirklich gut. Für Ausflüge in die Nationalparks, die Gebirge oder das Hinterland würden wir ein eigenes Fahrzeug empfehlen.

Von Moskau sind wir mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok gefahren, unterbrochen von zwei Zwischenstopps in Irkutsk und in Tschita. Für die Züge der Transsibirischen Eisenbahn kann man verschiedene Klassen wählen. Wir haben uns für die Fahrt im Großraumliegewagen (entspricht der 3. Klasse, auch platskartny-Abteil genannt) mit insgesamt 54 Betten entschieden. Wenn ihr diese Erfahrung auch machen möchtet, dann achtet bei Eurer Buchung darauf, ob der von Euch gewählte Zug diese dritte Klasse anbietet. Dies ist nämlich nicht immer der Fall. Wir hatten für uns eine Fahrt im Zweier- oder Viererabteil bereits im Vorhinein ausgeschlossen, da wir eine Reise mit Kontakt zu den Einheimischen erleben wollten. Diese Entscheidung haben wir in keiner Sekunde bereut. Eher hätten wir uns in den Viererabteilen sehr beengt gefühlt, zumindest hatten wir diese Empfindung in der einen Nacht, in der wir von St. Petersburg nach Moskau gefahren sind. Von anderen Reisenden haben wir ebenso gehört, dass sie sich in den Viererabteilen nicht wohl gefühlt haben, da man mit zwei weiteren Passagieren auf sehr engem Raum untergebracht ist. Falls Euch ein Zweierabteil eher zusagt, müsst ihr auch darauf achten, welche Zugnummer ihr bucht. Denn auch die Zweier-Kabinen sind nicht in jedem Zug vorhanden. Grundsätzlich gilt: Je höher die Zugnummer, desto weniger gut die Zugqualität. Diese Einschätzung stammt zwar aus vergangenen Tagen, hat aber in Teilen noch Bestand. Die Züge mit der Nummer 1 fahren von Wladiwostok nach Moskau und tragen in umgekehrter Fahrtrichtung die Nummer 2. Für diesen hatten wir uns entschieden. Die Züge Nummer 1 und 2 führen Waggons aller drei Klassen (2-er Abteile, 4-er Abteile und den Großraumliegewagen). Zwar haben wir gehört, dass die Ausstattung und Sauberkeit in den Zügen mit den höheren Nummern weitestgehend gleich ist wie bei den Nummern 1 und 2. Aber es verkehren eben einige von ihnen ohne die 1. Klasse. Abgesehen von den Regelzügen, gibt es mittlerweile etliche Sonderzüge, die nur zu touristischen Zwecken fahren und an den beliebtesten Sehenswürdigkeiten entsprechend lange Stopps einlegen. Diese Touristen-Züge sind in der Regel nahezu ausschließlich mit Zweier-Kabinen und jeweils eigenem Badezimmer mit Dusche ausgestattet. So sollte für jeden, der diese tolle Bahnstrecke per Zug erleben möchte, das richtige Angebot dabei sein.

Falls Euch die Aussicht, insbesondere für die Fahrt entlang des Baikalsees, wichtig ist, solltet ihr den richtigen Sitzplatz, also auf der „richtigen“ Seite des Waggons, wählen. Bei der Buchung im Internet ist die Fahrtrichtung immer angezeigt. Da die ungeraden und geraden Waggons bei einigen Zügen spiegelverkehrt ausgebaut sind, kann dies heißen, entweder Plätze am Gang oder im Abteil auszuwählen.

Während der Fahrt ist zu berücksichtigen, dass im Zug die Moskauer Zeit und nicht die Uhrzeit der aktuellen Zeitzone angezeigt wird. Dies hat für uns aber nie ein Problem dargestellt. Zudem werden an den Bahnhöfen auch immer beide Uhrzeiten angezeigt. Auf dem Weg zum Bahnhof die Moskauer Zeit, da sich der Fahrplan der Bahn danach richtet und zur Stadt hin die aktuelle Uhrzeit der jeweiligen Zeitzone.

Übrigens können wir an dieser Stelle auch noch mit einigen Mythen aufräumen, die in Reiseführern und im Internet noch immer zur Transsibirischen Eisenbahn zu finden sind. Folgende Erfahrungen haben wir in allen drei Zügen gemacht, die wir auf unseren drei Teilstrecken von Moskau nach Irkutsk, von Irkutsk nach Tschita und von Tschita nach Wladiwostok benutzt haben. Gleich vorneweg: Die Atmosphäre im Großraum war sehr ruhig. Auch gibt es keine lautstarken Partys und Saufgelage im Speisewagen. Vielmehr sind die Zugbegleiter darum bemüht, es jedem Reisenden im Zug so angenehm wie möglich zu machen. Sollte sich ein Fahrgast daneben benehmen, wird er an der nächsten Station aus dem Zug geschmissen. Außerhalb der Speisewagen herrscht mittlerweile auch Alkoholverbot in den Zügen. Zu den sonstigen Klischees: Die Stromversorgung war in jedem Zug immer gewährleistet. Es finden sich Steckdosen unter jedem Tisch in allen Abteilen und in den neueren Zügen sogar solche mit USB-Anschluss an jedem Bett. Auf einigen Strecken gibt es sogar Internet im Zug. Da wir es aber nicht genutzt haben, können wir über die Geschwindigkeit und Qualität nichts sagen. Toilettenpapier und Papierhandtücher waren immer ausreichend vorhanden und die Sauberkeit war sehr gut. Es wurde nach jedem längeren Halt oder spätestens nach ein paar Stunden der ganze Waggon feucht durchgewischt und die Toilettenräume geputzt. Zudem besteht sogar die Möglichkeit, für einen geringen Kostenbeitrag für einige Minuten eine Dusche im Zug zu benutzen. Manchmal wird empfohlen, einen Duschabzieher mitzunehmen, um während der Fahrt die Scheiben von außen zu reinigen. In der 3. Klasse haben wir jedoch kein einziges Fenster in den Waggons gesehen, das sich öffnen ließ. Wir sind uns auch nicht sicher, wie gerne ein Öffnen der Fenster gesehen wird, da die Zugbegleiter eifrig darum bemüht sind, den Waggon auf die von ihnen vorgesehene Temperatur zu bringen.

Was hat uns außerhalb der Transsib gefallen? Sowohl in Irkutsk als auch in Tschita hat uns die Vielzahl der Holzhäuser begeistert. Zudem haben wir einiges über die russische bzw. sibirische Geschichte und die Dekabristen gelernt. In Tschita war zudem die Präsenz der burjatischen Kultur sehr spannend. Außerdem haben wir die Zwischenstopps für interessante Ausflüge nutzen können, von Irkutsk aus ging es zum vereisten Baikalsee und von Tschita sind wir ins sibirische Nirgendwo gefahren. In Wladiwostok konnten wir dann erneut ein „anderes“ Russland kennenlernen. Das Leben, dass sich mehr auf den Straßen abgespielt hat, und das Meer ließen erste sommerliche Gefühle aufkommen, auch wenn das Meer teilweise vereist war.

Aus Russland ausgereist sind wir von Wladiwostok mit dem Flugzeug. Eigentlich wollen wir, wenn möglich, auf Reisen mit dem Flugzeug verzichten. Die geplante Fährverbindung von Wladiwostok nach Südkorea war jedoch zu diesem Zeitpunkt eingestellt und eine alternative Möglichkeit bestand für uns leider nicht. So ging es dann mit dem Flugzeug über Tokyo nach Bangkok.

Was würden wir bei unserem nächsten Besuch gerne noch erkunden?

Alleine mit den Palästen und Schlössern in und um St. Petersburg herum, wie dem Katharinenpalast, Schloss Peterhof oder einem noch längerem Aufenthalt im Winterpalast mit der Eremitage, kann man deutlich mehr Zeit verbringen. Gepaart mit einem längeren Trip nach Norden (also mehr als 1.000 km! *grins) mit Zwischenstopps an verschiedenen Seen kann man den Polarkreis überqueren und mit Murmansk die größte Stadt der Arktis besuchen. Im Gebiet um Murmansk, die richtige Jahreszeit und das richtige Wetter vorausgesetzt, können dort auch Polarlichter beobachtet werden.

In und um Moskau herum gibt es noch sehr viel zu entdecken. Zahlreiche kleine Dörfer und Städte sind dort im Umland zu finden, die sehr gut zu erreichen sind und einen längeren Aufenthalt sehr abwechslungsreich gestalten würden. Die Region um Moskau wird auch als Goldener Ring bezeichnet. Mögliche Ziele sind Susdal und Wladimir, die zu den ältesten Städten Russlands gehören und mit zahlreichen Klöstern, Kathedralen und Holzhausarchitektur sehr sehenswert sind.

Wir würden Russland und Sibirien mit der Transsibirischen Eisenbahn beim nächsten Mal komplett ohne Aussteigen durchfahren, da uns unser längstes Teilstück von Moskau nach Irkutsk mit drei Tagen und vier Nächten so kurzweilig vorkam. Dann würden wir uns eine Region raussuchen und dort im Anschluss an die Transsib-Fahrt einen längeren Zeitraum verbringen. Obwohl wir unsere Aufenthalte in Irkutsk, Tschita und Wladiwostok bereits mit einer Dauer von jeweils fünf Tagen relativ lang geplant haben, würden wir für die Stopps eher eine noch längere Dauer empfehlen, um etwas tiefer in die jeweilige Stadt oder Region einzutauchen.

Die Region östlich des Baikalsees verspricht tolle, unberührte Natur, Steinformationen, Gebirge mit interessanten Bergdörfern und viele Wälder. Zum Beispiel würden wir gerne das Burgusiner Biosphärenreservat oder das Naturschutzgebiet Dzherginsky erkunden, welche größtenteils in der Taiga liegen und neben Sanddünen, auch Wasserfälle, Gletscherseen und Thermalquellen bieten. Unterwegs sind unter anderem Braunbären, Elche und Rentiere zu treffen. Südlich von Tschita ist zwischen der Steppe und der Taiga der Alchanai-Nationalpark beheimatet, in dem neben landschaftlichen Highlights auch kulturelle Stätten der Burjaten zu finden sind.

Und auch der Baikalsee bietet noch viel mehr. Die Insel Olchon im Baikalsee hätten wir sehr gerne gesehen. Für einen vernünftigen Eindruck dieser Insel würden wir dort aber mindestens zwei, besser noch drei Nächte einplanen. Olchon ist mit über 70 km Länge und 10 km Breite nämlich ziemlich groß und hat sehr viel spektakuläre Natur zu bieten. Bei einem Aufenthalt von zwei vollen Tagen auf der Insel kann man dann sowohl die Nord- als auch die Südseite ausgiebig erkunden. Die meisten Unterkünfte gibt es in Chuschir, dem Hauptort der Insel, wo etwa 1.300 der 2.000 Einwohner leben. Wenn ihr Euch für den kurzen ein- oder zweitägigen Touri-Ausflug entscheidet, werdet ihr wohl nur – zusammen mit vielen anderen – den bekannten Schamanenstein und die Eishöhle zu sehen bekommen. Die Anfahrt von Irkutsk mit einer Marschrutka dauert nämlich etwa fünf bis sechs Stunden bis Sakhyurta, dem letzten Ort am Festland. Im Sommer muss von dort aus die Fähre benutzt werden, im Winter fahren die Busse über das Eis. Bei einer organisierten Tagestour mit Hin- und Rückfahrt am gleichen Tag bleibt somit nur sehr wenig Zeit für die Insel.

In Fernost hätten wir ebenfalls noch viel mehr Zeit verbringen können. Die Suche nach den Amur-Tigern und Amur-Leoparden in den riesigen Nationalparks wäre sehr spannend, von der Halbinsel Kamtschatka ganz zu schweigen. Kamtschatka bietet eine wahnsinnige Vielfalt an Naturerlebnissen, zum Beispiel die Beobachtung wilder Bären, über 90 Geysire, Thermalquellen und viele Vulkane, wovon etwa 30 sogar noch aktiv sind. Eine durchgehende Straße bis zur etwa 3.000 km entfernten Halbinsel gibt es allerdings nicht. Deshalb und aufgrund der riesigen Distanz wird allen Besuchern dringend empfohlen in die Hauptstadt der Region, nach Petropawlowsk, zu fliegen. Ob das Fliegen aber wirklich notwendig oder nur schneller und bequemer ist, würden wir vor einer Reise nochmals klären. Sehen möchten wir dieses Naturparadies aber auf jeden Fall irgendwann.

Land & Leute

Wir haben einen sehr positiven Eindruck von Land und Leuten in unseren vier Wochen in Russland bekommen. Im Großraumliegewagen in der Transsibirischen Eisenbahn, in dem wir permanent mit anderen Menschen in Kontakt waren, haben wir die Menschen sehr herzlich und großzügig erlebt. Von unseren Mitreisenden im Abteil haben wir ständig etwas geschenkt bekommen, da es üblich ist, insbesondere das Essen zu teilen. Auf den ersten Blick haben die Leute nicht unbedingt freundlich gewirkt, Begrüßungen oder Verabschiedungen wurden anscheinend nicht unbedingt als notwendig betrachtet. Trotzdem haben sehr viele das Gespräch mit uns gesucht und sind uns mit Interesse und Freundlichkeit begegnet. Gerade die älteren Mitreisenden haben immer gern in ihrem Gedächtnis gekramt und sich über die wiedergefundenen Brocken Deutsch aus ihrer Schulzeit sehr gefreut.

Einige unserer Erfahrungen haben uns auch im Nachhinein nicht losgelassen. Wenn wir mit den Einheimischen ins Gespräch gekommen sind, haben diese oft irgendwann einmal auch etwas vom Krieg erzählt. Allerdings ohne diese Zeit oder die verschiedenen Motivationen zu beurteilen. Vielmehr haben sie aus ihrem Alltag berichtet und dann erzählt, wie es ihnen heute geht und wie sie leben. Noch immer exisitert anscheinend eine negativ behaftete Sichtweise von dem Leben in Sibirien. Es mangelt dort an Arbeitskräften, sodass die Regierung Prämien zahlt, damit die Menschen aus dem Westen des Landes zum Arbeiten dorthin gehen. Wir haben uns mit einigen in der Transsib unterhalten, die beispielsweise abwechselnd für zwei bis drei Monate in Sibirien leben und arbeiten und danach wieder für einige Wochen zu Hause bei ihren Familien sind. Auf unserer Reise Richtung Sibirien haben wir dann so gesehen die „falsche“ Richtung erlebt, da die Menschen Richtung Arbeit gefahren sind und etwas bedrückt waren. Großen Respekt haben wir davor, wie gelassen sie diese Arbeitswelt dennoch hinnehmen und sich darüber freuen, genug Geld für ihre Familien zu verdienen. Außerdem haben sich einige unserer Gesprächspartner so sehr an den kleinen Dingen des Lebens gefreut, wenn sie etwas lustig fanden, was wir gemacht haben (z.B., dass wir Pfefferminztee trinken) oder ihnen deutsche Gedichte aus der Schulzeit eingefallen sind. Davon schneiden wir uns gerne eine Scheibe ab und sind froh und dankbar über die vielen positiven Dinge, die das Leben uns schenkt!

Die Sprachbarriere war übrigens insofern kein Problem, als dass wir immer irgendwie zurecht gekommen sind: Mit ein paar Brocken Russisch, Händen und Füßen und einem Zeigewörterbuch. Oft wurde uns auch eine Übersetzungsapp auf dem Handy unseres Gegenübers angeboten. Das nächste Mal würden wir allerdings mehr russisch lernen, da es doch relativ einfach ist, sich zumindest einen Alltagswortschatz zuzulegen und dann ein wenig Small Talk betreiben zu können und so mehr von den Menschen, gerade bei der Fahrt mit der Transsib, zu erfahren. Ansonsten können wir noch empfehlen, das kyrillische Alphabet zu lernen. Wir bzw. Jenny hat es relativ problemlos hinbekommen. Das erleichtert einiges, da viele russische Wörter mit anderen Sprachen verwandt sind und wir so viele Sachen verstehen konnten. Achja: Für den Großraumwagen ist es zusätzlich noch zu empfehlen, das russische Kartenspiel Durak zumindest in Grundzügen zu lernen. Dann ist das Eis schnell gebrochen…

Zum Glück können wir das vor unserer Reise oftmals gehörte Gerücht, es gebe keine Babuschkas mehr an den Bahnsteigen, die dort ihr Essen verkaufen, nicht bestätigen. Es gab zwar oft Kioske und kleine Läden, aber immer wieder, insbesondere in Sibirien und Fernost, auch fliegende Händler. Meist handelt es sich bei ihnen um ältere Frauen, weshalb sich das russische Wort für Großmutter, Babuschka, als Begriff für diese Händler etabliert hat. Bei ihnen haben wir frische und warme Speisen gekauft, die immer gut geschmeckt haben. Natürlich kann der Verkauf von Essen an den Bahnsteigen im Vergleich zu früher weniger geworden sein, das können wir nicht beurteilen. Die gute Nachricht ist jedoch, dass es sie weiterhin gibt, die sympathischen Babuschkas mit leckerem Essen.

Bei Schwierigkeiten konnten wir uns immer auf die sehr große Hilfsbereitschaft der einzelnen Menschen verlassen, die sich Zeit für uns genommen und uns sehr unterstützt haben. So sind wir beispielsweise bei unserem Ausflug nach Bagdarin, angefangen von der Unterkunfts- und Transportsuche bis zur Begleitung vor Ort auf sehr herzliche und tolle Menschen getroffen. Negative Erfahrungen haben wir wenige gemacht, nur im touristischen Listwjanka fühlten wir uns schlecht behandelt und die Dauerbewohner im Hostel in Wladiwostok wirkten nicht sehr rücksichtsvoll.

Was uns sonst noch beschäftigt hat? Am Baikalsee sind wir erstmalig intensiv mit dem Thema Buddhismus in Kontakt gekommen. Interessant ist für uns insbesondere der ebenso vertretene Naturglaube (also der Glaube an das Universum, Mutter Erde, die Weltseele oder wie auch immer man diese übergeordnete „Macht“ bezeichnen möchte), der sich teilweise mit buddhistischen Ansätzen vermischt. Dazu haben wir in unseren Beiträgen über den Baikalsee und über Bagdarin schon einiges geschrieben. Die Menschen, die wir kennengelernt haben, die buddhistische Lehren in ihren Alltag einbeziehen, erscheinen uns sehr besonnen und zufrieden. Sie sind dankbar für alles, was sie haben und offen und empathisch für alles, was ihnen im Leben begegnet. So ist der Buddhismus auch stark mit Toleranz verknüpft. Wir haben uns in jedem Tempel willkommen gefühlt und waren von der entspannten Atmosphäre begeistert. Es machte auf uns den Eindruck, als ob die Menschen dort so sein können, wie sie sind und sich nicht auf eine bestimmte Art und Weise verhalten zu haben, um irgendetwas zu erreichen oder irgendjemandem gerecht zu werden. Da wir uns in nächster Zeit wohl noch länger in Asien aufhalten werden, möchten wir diese Gelegenheit gerne nutzen, uns weiter mit dem Buddhismus zu beschäftigen.

Essen & Trinken

So riesig wie das Land, so vielfältig ist die Küche nicht. Unabhängig von der Region war die Küche zumeist sehr deftig und fleischlastig. Nur am Baikalsee, wo der Omul allgegenwärtig ist, haben wir frischen Fisch gegessen. Das Essen, insbesondere in den Stolovayas (öffentliche Kantinen), war immer gut, auch wenn es zumeist sehr einfach war. Eine vegetarische oder vegane Ernährung ist möglich, wenn man sich mit einfachen Gerichten zufrieden gibt oder mehrere Beilagen als Hauptgericht isst, z.B. Pelmini mit Krautsalat, Kartoffelbrötchen, Gemüse und Buchweizen. Ansonsten gibt es noch eine Vielzahl von Süßem, wie Kuchen oder Blinys (Pfannkuchen) mit Kondensmilch. Russischen Wodka haben wir übrigens nicht probiert. Überhaupt ist uns der Konsum nicht so sehr aufgefallen. Hier sind die Vorurteile vielleicht etwas übertrieben…

Was uns teilweise schwer gefallen ist, war das nachhaltige Einkaufen. Gerade in den Supermärkten ist sehr viel Plastik zu finden. Dieser Verpackungswahn hat dazu geführt, dass wir in der Auswahl der Lebensmittel sehr eingeschränkt waren. Denn die Berge an Einmalplastik mitzukaufen, war für uns keine Option. Gerade Obst oder Gemüse ist oft einzeln in Plastik verpackt. Außerdem gibt es eine Unmenge an Instantgerichten, die anscheinend sehr beliebt und um das vielfache günstiger sind als frische Lebensmittel. Unser Speiseplan wurde dadurch allerdings nicht bereichert.

Dafür gibt es eine erfreuliche Nachricht zum Thema Getränke. Das Wasser aus der Leitung ist trinkbar. Es ist zwar stark mineralisiert, weshalb viele sagen, es schmecke „salzig“. Uns hat der Geschmack am Anfang etwas irritiert, dann aber nicht weiter gestört. In eigentlich jeder Unterkunft gab es zudem Wasserfilter, die die Mineralien aus dem Leitungswasser filtern. Dieses aufbereitete Wasser wird dann in großen Thermoskannen zum Kochen gebracht und heiß gehalten. Für Tee und Kaffee ist dies geschmacklich schon angenehmer. Wir haben das Leitungswasser immer verwendet und haben es gut vertragen. Wasser in Plastikflaschen aus dem Supermarkt war daher nicht nötig.

Übernachten

Die Unterkunftssuche war immer schnell und einfach. Im Februar ist keine Hauptsaison, preislich gesehen ist es mit die günstigste Zeit im Jahr, und buchen im Voraus ist nicht notwendig. In den meisten Unterkünften gab es Tee und Kaffee umsonst, teilweise sogar Nudeln, Haferflocken, Reis etc. Hier haben wir in Russland geschlafen:

St. Petersburg – Hostel No Rain No Pain: Die Lage ist top! Das Hostel liegt direkt an einer U-Bahn-Haltestelle und keine fünf Gehminuten vom Winterpalast entfernt. Von außen gibt es am Gebäude keinerlei Hinweise auf die Unterkunft, aber mithilfe der Beschreibung des Hostels ist es leicht zu finden. Das No Rain No Pain hat zwei große Schlafsäle und drei weitere Zimmer. Alle teilen sich eine Küche und zwei Badezimmer. Es lebt sich sehr nett, wie in einer großen Altbauwohnung. Unser Zimmer war sauber und geräumig, mit großem Fenster und Schlafbereich auf einer Empore. Die Mitarbeiter konnten wenig bis gar kein Englisch. Kosten: 16,80 € für uns beide zusammen pro Nacht im Dreibett-Zimmer, Tee und Kaffee kostenlos.

Moskau – Pasternak Hostel: Ebenfalls eine Top-Lage, nahe der U-Bahn-Haltestelle Lenin-Bibliothek, etwa fünf Gehminuten vom Kreml entfernt. Die 4-er bis 8-er Schlafsäle sind sehr klein und eng. Es gibt kaum Platz seine Sachen zu verstauen, für jedes Bett aber einen kleinen Spind für Wertsachen. Die Küche und der Aufenthaltsbereich sind für die Anzahl der Gäste gerade noch ausreichend groß. Es gibt allerdings nur ein geteiltes Bad und eine separate Toilette für alle Gäste… Das Hostel ist teilweise von Dauerbewohnern bewohnt. Die Mitarbeiter konnten wenig bis gar kein Englisch. Kosten: 18,26 € für uns beide zusammen pro Nacht im 8-er Dorm.

Moskau – Nereus Hostel: Unser zweites Domizil in Moskau war relativ groß und ebenfalls in Sichtweite zum Kreml. Unser 10-er Dorm war modern eingerichtet, jedes Bett mit Vorhängen abgetrennt und mit Leseleuchte und Steckdose ausgestattet. Die Badezimmer sind für Männer und Frauen getrennt und sehr groß mit ausreichend Ablageflächen. Die großzügige Küche ist gut ausgestattet. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und hätten lieber unsere gesamte Zeit in Moskau dort übernachtet. Kosten: 17,09 € für uns beide zusammen für eine Nacht im 10-er Dorm.

Listwjanka – Khan Baykal: In unserer teuersten Unterkunft in Russland haben wir uns leider weder willkommen noch wohl gefühlt. Die Mitarbeiter haben nichts dazu beigetragen, die Atmosphäre zu verbessern. Weil sich spontan einheimische Gäste angekündigt hatten, mussten wir entgegen einer verbindlichen Zusage unser Zimmer auf einmal schnell räumen. Uns wurde auch keine Alternative oder Unterstützung bei der Suche nach einem anderen Zimmer angeboten. Daher trotz guter Lage in der Nähe des Seeufers, Daumen runter! Kosten: 32,05 € für uns beide zusammen pro Nacht im Doppelzimmer, inklusive Frühstück und Tee.

Listwjanka – Belka Hostel: Das Hostel ist sehr schön gelegen, wenn auch eher am Stadtrand von Listwjanka. Von der Hauptstraße am Ufer des Baikalsees läuft man etwa 15-20 Minuten einen steilen Berg hoch. Die Ausstattung ist sehr gut, nur haben wir etwas gefroren, weil an der Heizung gespart wurde. Dafür gibt es zwei Küchen, ausreichend Badezimmer und sogar eine Sauna! Minuspunkt: Auch hier mussten wir wegen einer einheimischen Reisegruppe früher als geplant unser Zimmer verlassen. Am späten Abend wurde uns gesagt, dass wir am nächsten Tag spätestens um 10 Uhr auschecken müssen. Kosten: 21,36 € für uns beide zusammen für eine Nacht im Doppelzimmer.

Irkutsk – Rolling Stones Hostel: Unser bestes Hostel in Russland mit einem schönen und gemütlichen Küchen- und Aufenthaltsbereich! Hier hätten wir noch viel länger bleiben wollen. Dusch- und Waschräume sind ausreichend vorhanden, sauber und modern. Waschmaschinen stehen zur Verfügung. Die Dorms bestehen aus sehr geräumigen Schlafkojen, mit ausreichend Stauraum, Handtuchhaltern, Ablagen, Steckdosen und Leselampe. Die Lage im Zentrum von Irkutsk ist super, die Mitarbeiter sprechen zudem sehr gut Englisch und waren immer hilfsbereit. Kosten: 17,52 € für uns beide zusammen pro Nacht im 6-er Dorm inklusive Frühstück, Nudeln, Tee,…

Tschita – Like Hostel: Der Name des Hostels ist leider nicht Programm. Unser Zimmer hatte Krankenhaus-Charme und die Matratzen waren schlimm durchgelegen. Es gibt nur ein (!) Badezimmer mit einer Dusche und WC pro Geschlecht, was bei etwa 20 Betten einfach zu wenig ist. Insgesamt wirkt die Unterkunft wie eine große Privatwohnung und etwas in die Jahre gekommen. Das Personal war nicht sehr umgänglich. Die Lage ist zwischen dem Bahnhof und der Innenstadt allerdings sehr gut. Außerdem ist Tschita für den (westlichen) Tourismus nicht wirklich erschlossen, daher denken wir, dass es nicht viele Alternativen gibt. Die Dorms sahen etwas besser und moderner aus und sind einen Versuch wert, wenn ihr keine andere Unterkunft in Tschita findet. Kosten: 23,50 € für uns beide zusammen pro Nacht im Doppelzimmer, am Abfahrtstag durften wir bis 23 Uhr den Aufenthaltsbereich und die Küche nutzen.

Bagdarin – Terim Gasthaus: Die Unterkunft ist ohne Russischkenntnisse weder zu finden noch zu buchen. Die Zimmer sind telefonisch zu reservieren. Das Hotel liegt mitten im Zentrum, was bei einem kleinen Dorf aber auch nicht so schwer ist. Insgesamt war alles gut und vor allem warm. Die Mitarbeiterin war sehr hilfsbereit und hat uns zu Fuß zum Museum gebracht. Abends konnten wir die Mikrowelle benutzen, um unser mitgebrachtes Essen aufzuwärmen. Im Zimmer war zudem ein Wasserkocher verfügbar und für wenige Rubel (7 Cent) konnten wir uns Tee oder Kaffee an der Rezeption holen. Kosten: 19,94 € für uns beide zusammen für eine Nacht im Doppelzimmer.

Wladiwostok – Hostel Izba: Unser Zimmer war gut, mit großem Fenster und Aussicht auf einen belebten Platz. Die Dorms hätten wir hier nicht gebucht, weil sie wahnsinnig eng sind und es kaum Platz gibt, sich zu bewegen! Die Bäder (inkl. kostenloser Waschmaschinen-Nutzung) waren ausreichend groß und sauber. Der Aufenthaltsbereich mit Küche ist gemütlich eingerichtet. Der Aufenthalt war leider negativ durch Dauerbewohner beeinflusst, die den Fernseher in hoher Lautstärke im 24h-Modus laufen haben. Die Lage ist gut, etwa 1 km vom Bahnhof weg und nah an der Haupteinkaufsstraße und der Promenade gelegen. Kosten: 15,77 € für uns beide zusammen im Dopplzimmer pro Nacht. Am Anreisetag konnten wir das Zimmer schon morgens um acht Uhr beziehen.

Nicht vergessen werden dürfen natürlich die Übernachtungen im Zug: Einmal von St. Petersburg nach Moskau, wo es im einfachen und etwas veraltetem Viererabteil sehr beengt war. Zum Glück waren wir nur zu dritt im Abteil und unser Mitreisender hatte nichts dagegen, die Abteiltüre geöffnet zu lassen. Keine Ahnung, wie die Luft sonst im Abteil gewesen wäre. Sieben Nächte haben wir in der Transsibirischen Eisenbahn verbracht. Die Matratzen waren mit die besten in unserer gesamten Zeit in Russland. Es war überraschend ruhig im Großraumliegewagen, obwohl der Zug auch zwischendurch stoppt und Passagiere ein- und aussteigen. Uns hat es aber nicht gestört und wir haben gut geschlafen und uns wohl gefühlt. Unsere Platzwahl (weit weg von den Toiletten und nahe am Samowar) war perfekt, ein Hoch auf die rechtzeitige Buchung!

Organisatorisches

Das klassische Touristenvisum ist auf einen fixen Zeitraum von 30 Tagen beschränkt. Die 30 Tage Aufenthaltsgenehmigung beginnen ab dem Tag, den man bei der Beantragung angibt, und nicht mit dem Tag der Einreise. Insbesondere bei einer Ausreise über kleinere Flughäfen wie in Wladiwostok oder wie ursprünglich geplant mit der Fähre von Wladiwostok aus, kann deshalb eine zeitliche Planung im Vorfeld Sinn machen. Die Fähre von Wladiwostok nach Südkorea wäre beispielsweise nur einmal pro Woche gefahren. Wenn man den kompletten Zeitraum des Visums ausnutzen möchte, sollte also der Fahrplan der Fähre zur Ausreise beachtet werden.

Das Visum kann frühestens sechs Monate vor der Einreise und muss spätestens 30 Kalendertage vor der Einreise beantragt werden. Da die Tickets für die Transsib erst 45 Tage vor Fahrtantritt verbindlich gebucht werden können, war es uns zu knapp, diese als Nachweis unserer Reiseroute zu verwenden. Für die Erlangung des Visums muss nämlich entweder eine Einladung von einer in Russland wohnhaften Privatperson oder einem ansässigen Unternehmen vorgelegt werden oder der Nachweis der Reiseroute mittels Fahrkarten und Hotelbuchungen. Zusätzlich ist eine Garantie der Rückkehrwilligkeit einzureichen, zum Beispiel in Form eines Einkommensnachweises. Da wir ohne Wohnsitz in Deutschland, ohne Anstellung und ohne vorgebuchte Unterkünfte beides nicht nachweisen konnten (also weder Einladung/ Reiseroute, noch Rückkehrwilligkeit nach Deutschland), haben wir das Visum über eine Agentur beantragt. Diese bürgt dann gegenüber der Russischen Föderation, dass wir das Land rechtzeitig wieder verlassen. Deshalb hat es bei uns dann auch ausgereicht, die ungefähre Route ohne Übernachtungsnachweise o.ä. bei der Beantragung des Visums anzugeben. Wenn ihr allerdings einen Wohnsitz und ein Einkommen in Deutschland habt, könnt ihr das Visum auch problemlos alleine beantragen und die Kosten für eine Agentur sparen.

Für die Erlangung des Visums ist zudem eine Auslandskrankenversicherung notwendig, die explizit Russland als Reiseland benennt und garantiert, alle erforderlichen medizinischen Kosten zu übernehmen. Auf der Internetseite der russischen Botschaft werden einige Krankenversicherungen genannt, die zur Ausstellung eines Visums akzeptiert werden. Wir haben allerdings erfahren, dass diese Aufstellung (Stand Dezember 2019) veraltet ist und auch andere Krankenversicherungen akzeptiert werden. Es lohnt sich, einfach beim Visazentrum anzurufen und nachzufragen. Ihr müsst nur darauf achten, dass Russland explizit als mitversichertes Land eingetragen wird. Dies war bei uns zunächst nicht so, weil die Versicherung „weltweit“ eingetragen hatte. Aber unsere Berater waren sehr kooperativ und so haben wir auch dafür eine Lösung gefunden.

Für St. Petersburg gibt es sogar eine Erleichterung bei der Visumerteilung: Wer maximal acht Tage für touristische Zwecke in die Stadt möchte, kann das kostenlose e-Visa beantragen. Dies ist noch bis vier Tage vor Reiseantritt möglich. Für einen kurzen Städtetrip ist das eine gute Möglichkeit.

Je nach Länge des Aufenthaltes in den einzelnen Städten in Russland, ist eine polizeiliche Meldung notwendig. Es konnte uns abschließend niemand sicher sagen, ob man sich ab dem dritten oder siebten Tag an einem Ort melden muss. Wir haben uns für die sichere Variante entschieden, wobei die Wochenenden nicht dazu zählen, das heißt ab 3 Arbeitstagen an einem Ort haben wir uns registrieren lassen. Dies stellte nie ein Problem dar und wurde auf Anfrage von den Unterkünften erledigt. Wir haben aber von anderen mitbekommen, dass sich einige Unterkünfte weigern, ihre Gäste bei der Polizei zu melden. Da kann man vermutlich nichts machen, auch wenn man im Recht ist, denn eigentlich sind die Unterkünfte dazu verpflichtet. Im Notfall muss man dann selbst zur Polizei gehen und sich registrieren. In Irkutsk wurde uns gesagt, dass eine Registrierung jetzt auch online möglich sei und man dann keine Bestätigung mehr bekommt. Da es der einzige Ort war und wir unsicher waren, haben wir uns trotzdem den Zettel als Nachweis ausdrucken lassen. So hätten wir bei der Ausreise an der Grenzkontrolle unsere Route komplett nachweisen können. Dies wurde uns von der Visa-Agentur empfohlen, also wollten wir uns auch daran halten. Typisch deutsch, oder!? *grins. Vorzeigen mussten wir bei der Ausreise übrigens keinen einzigen Registrierungsnachweis. Trotzdem würden wir immer empfehlen, die Registrierungen vornehmen zu lassen.

Die Ein- und Ausreise verlief jeweils sehr entspannt. Bei der Einreise gab es eine Zollkontrolle, welche Sachen man mit ins Land mitbringt. Da sollte man sich natürlich vorher informieren und auf jeden Fall alles angeben. Wir wurden allerdings übersprungen, weil wir kein russisch konnten… Bei der Ausreise wurden Clément, der mit uns unterwegs war, ein paar Pro-forma-Fragen bezüglich seiner mitgeführten Zahlungsmittel gestellt. Aber die Antworten wurden kaum abgewartet und er wurde schon durchgewunken.

Die Transsibirische Eisenbahn konnten wir ab 45 Tagen vor Fahrtantritt verbindlich über die Internetseite der russischen Eisenbahngesellschaft rzd buchen und uns sogar unsere Plätze auf einer Übersichtskarte aussuchen. (Weitere Hinweise zur Sitzplatzwahl usw. findet ihr auch in unserem ersten Transsib-Bericht.) Den ersten Abschnitt von Moskau nach Irkutsk haben wir direkt am erstmöglichen Tag gebucht und würden es auch wieder so machen, um die für uns besten Plätze zu reservieren. Die Fahrkarten für das kurze Teilstück von Irkutsk nach Tschita haben wir etwas mehr als zwei Wochen in Voraus online gekauft und konnten in dem von uns gewünschten Zug noch immer zwischen einigen Plätzen wählen, die uns die Aussicht auf den Baikalsee erlaubt haben. Für die dritte Strecke von Tschita nach Wladiwostok haben wir die Tickets etwa drei Wochen vorher online gekauft und hatten ebenfalls noch ausreichend Auswahlmöglichkeiten. Für uns war es die richtige Entscheidung, unsere Betten im Abteil übereinander und nicht nebeneinander zu buchen. In den oberen Betten ist ein Aufenthalt am Tag schon schwierig, weil die Höhe zum Sitzen einfach zu gering ist. Und unten „muss“ man sich das Bett tagsüber mit dem oberen Mitfahrer als Sitzfläche teilen. Da können die Schlaf- und Wachzeiten natürlich voneinander abweichen und so haben wir gesehen, dass manche Gäste aus den oberen Betten noch unten auf dem Bett saßen und mit anderen geschnackt haben, während der Fahrgast auf dem unteren Bett eigentlich schon schlafen wollte. Wir hatten jedenfalls immer eine Seite des Abteils für uns und waren damit sehr zufrieden. Wenn man alleine reist, kann ggf. ein Platz am Gang sinnvoll sein. Dort kann man tagsüber am Tisch sitzen, da das untere Bett zu einem Tisch mit zwei Sitzplätzen umgeklappt wird. Am Gang würden wir aus diesem Grund dann aber das obere Bett empfehlen, damit man sich das ständige Herumräumen der Sachen spart.

Ein Kauf der Fahrkarten am Automaten vor Ort ist auch problemlos möglich. Die Bedienung der Automaten ist nicht anders als in Deutschland. Ein Irrglaube ist jedoch, dass die Tickets dort zwingend günstiger sind als bei einer Buchung im Internet. Was jedoch günstiger ist, sind längere Strecken im Vergleich zu kürzeren. Viele Zwischenstopps machen die Reise also teurer. Ein weiterer Vorteil des Online-Kaufs: Wenn ihr einen bestimmten Zug, einen bestimmten Sitzplatz oder eine bestimmte Route nehmen möchtet, ist eine frühzeitige Buchung besser. Am Automaten vor Ort kann man evt. nicht mehr jeden Zug buchen und ihr verliert unter Umständen wertvolle Zeit, da die Züge nicht täglich fahren. Zudem gibt es in einigen Zügen keine 3. Klasse, also keinen Großraumliegewagen, sodass vor Ort dann ggf. eine andere Klasse gebucht werden muss, in der man vielleicht nicht fahren möchte und die zudem noch teurer ist.

Packliste

In der Transsibirischen Eisenbahn war der Speisewagen zwar einen Versuch wert, mehr aber auch nicht. Einerseits war das Essen relativ teuer und andererseits auch nicht super lecker. Daher waren wir froh, dass wir etwas Geschirr und Besteck dabei hatten; eine große Tasse zum Beispiel, welche wir flexibel für Kaffee, Tee, aber auch Haferflocken, Nudeln etc. verwendet haben. Mit ein paar eingepackten Essensvorräten (größtenteils aus Deutschland) und dem immer vorhandenen heißen Wasser aus dem Samowar ließen sich Mahlzeiten so einfach zubereiten. Das zweitwichtigste Utensil in der Transsib, zumindest für alle mit langen Haaren, ist Trockenshampoo. Nach einer Katzenwäsche im Bad und ein bisschen Pulver im Haar, habe ich mich (Jenny natürlich) gleich wieder viel besser gefühlt *grins. Außerdem geholfen hat uns ein Zeigewörterbuch, auch Ohne-Wörter-Buch genannt. Unseres ist von point it und sehr klein und leicht. Es enthält Fotos von über 1.000 Gegenständen, nach Alltagssituationen und verschiedenen Sachgruppen sortiert. Es gibt verschiedene Anbieter mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten. Point it ist von Globetrottern entwickelt und für Reisen (aus unserer Sicht) am besten geeignet. Wer noch Platz im Gepäck hat, kann sich ein geeignetes, also bequemes Zugoutfit einpacken.

Platztechnisch war es für uns, mit jeweils einem großen und einem kleinen Rucksack, übrigens sehr komfortabel in der Transsibirischen Eisenbahn. Unterhalb des unteren Sitzes und oberhalb der Betten war ausreichend Stauraum vorhanden. Wenn man mit mehr als einem Gepäckstück oder mit Übergepäck reist, müssen die Gepäckstücke vorher zur Aufbewahrung in einem gesonderten Waggon abgegeben werden. Bei voller Belegung des Sechser-Abteils ist die Bewegungsfreiheit aber natürlich eingeschränkt. Daher hilft es, intelligent zu packen und alles, was man täglich braucht, griffbereit zu haben.

Mit welchen Anziehsachen haben wir uns außerhalb der Transsib vor der Kälte des sibirischen Winters geschützt? Wir hatten keine dicken Winterjacken dabei, sondern haben auf das altbewährte Zwiebelprinzip gesetzt. Zwei Fleecejacken pro Person und Thermounterwäsche unter einer Softshell-/ Windjacke haben uns ausgereicht. Richtig gefroren haben wir eigentlich nur auf dem Sessellift am Baikalsee und im Auto nach Bagdarin, also in Momenten, wo wir uns nicht bewegt haben. Dabei ist aber zu bedenken, dass wir in einem warmen russischen Winter in Sibirien waren. Wir haben keine Temperaturen unter -25° C erlebt. Wenn es noch deutlich kälter wird oder ihr ausgedehnte Touren (evt. mit Übernachtung auf dem Baikalsee) machen wollt, müsst ihr sicherlich noch etwas Wärmeres einpacken.

Für die Fotografen oder Filmer unter Euch: Um die Kamera gut bedienen zu können, empfehlen wir dünne Seidenhandschuhe. Der große Vorteil ist außerdem, dass sie auch im nassen Zustand noch isolieren. Ewig halten diese natürlich nicht warm. Aber wir haben sie sonst als erste Handschuhschicht benutzt und dicke Fleece-Handschuhe darüber getragen. Einen Schal würden wir nicht nutzen, weil dieser nur die Konstruktion der Jacke kaputt macht und damit Angriffsfläche für die Kälte bietet. Besser ist es unserer Meinung nach, ein vernünftiges Thermoshirt mit Kragen zu tragen und die Jacke zu schließen.

Neben den Anziehsachen empfehlen wir zum Kälteschutz, einen Schlafsack mitzunehmen. Zumindest in den einfacheren Unterkünften hat uns dies einige Nächte gerettet, in denen wir sonst sicher gefroren hätten. Unsere Synthetik-Schlafsäcke wiegen ca. ein Kilo und haben ein ziemlich kleines Packmaß, daher haben wir sie auch gut transportieren können. Daunen-Schlafsäcke sind natürlich noch kleiner und leichter, kommen für uns aus ethischen Gründen jedoch nicht in Frage. Außerdem verlieren sie einen Großteil ihrer Isolationswirkung, wenn sie doch mal nass werden sollten.

Welche Kleidung hatten wir sonst noch im Gepäck? Die Menschen in Russland, insbesondere in den großen Städten, kleiden sich auch im Winter sehr ordentlich bzw. schick. Daher empfehlen wir, auch ein alltagstaugliches Outfit mitzunehmen. Vielleicht ist das für einige ja selbstverständlich. Aber umso länger die Reise geht, umso mehr neigen zumindest wir dazu, praktische und funktionale Kleidung einzupacken. Mit Outdoor-Klamotten würde man aber in einigen, auch einfachen Restaurants, sicher unangenehm auffallen.

Abschließend liegt uns das Thema Müllvermeidung sehr am Herzen. Wir haben unendlich viel Plastikmüll gesehen! Daher möchten wir auch auf Reisen nicht auf die Dinge verzichten, die für uns zu Hause selbstverständlich sind. So haben wir beispielsweise zwei wasserdichte Einkaufstaschen dabei, um keine Plastiktüten verwenden zu müssen, unsere Trinkflaschen, die wir immer wieder mit Wasser auffüllen, zwei große Tassen, um ohne Pappbecher auszukommen und Essstäbchen, damit wir kein Plastikbesteck benutzen müssen. Da fällt uns sicherlich noch mehr ein, wenn wir drüber nachdenken… *grins

Sicherheit

Wir haben uns in Russland immer sicher gefühlt. Dies war auch der Fall, wenn wir nachts vom Zug zum Hostel oder vom Hostel zum Zug gegangen sind oder im Dunklen durch die Innenstädte von St. Petersburg und Moskau gelaufen sind. Dass es in großen Menschenmengen, wie überall auf der Welt, Taschendiebe gibt, sollte klar sein. Wenn man seine Wertsachen allerdings am Körper trägt und nicht zur Schau stellt, wird man wahrscheinlich keine Probleme bekommen. Was vielleicht auch hilft: Wir haben auf unseren Reisen immer ein zweites Portemonnaie dabei, wo nur ein bisschen Geld drin ist und bewahren alles andere separat auf. So könnten wir im Notfall das Pseudo-Portemonnaie abgeben, ohne dass es uns wirklich schadet.

In der Transsib im Großraumliegewagen befindet man sich in einer eigenen Welt. Man ist unter sich und wir hatten das Gefühl, dass jeder auf jeden aufpasst in dieser kleinen Waggon-Gemeinschaft. Im Großraum ist es daher auch sicherer als im Vierer- oder Zweierabteil, weil immer jemand nach deinen Sachen guckt. Es wurden auch Handys usw. offen liegengelassen, wenn die Besitzer auf die Toilette gegangen sind. Einmal haben wir einem Mitfahrer, der ohne seine Tasche ausgestiegen ist, diese hinterhergetragen und wir hatten dabei das Gefühl, dass alle anderen es auch genauso gemacht hätten.

Um die Wertsachen tagsüber in der Unterkunft zu lassen und Tagesausflüge zu unternehmen, benutzen wir den Travelsafe von pacsafe. Diese Tasche ist mit einem Stahlnetz umhüllt und kann mittels Zahlenschloss irgendwo im Raum, z.B. an den Heizungsrohren oder der Einrichtung befestigt werden. Es passen unsere beiden Laptops, die Drohne und noch zwei Kameras rein. Natürlich ist es keine absolute Garantie, dass nichts wegkommt, aber es schützt doch sehr gut vor Gelegenheitsdiebstahl und gibt uns vor allem in den großen Schlafsälen ein besseres Gefühl.

Reisezeit & Reisedauer

Wir waren insgesamt vier Wochen, größtenteils im Februar, in Russland. Diese Zeit hat uns einen guten ersten Eindruck verschafft, war aber viel zu kurz. Da das normale Touristenvisum für Reisende mit einem deutschen Pass jedoch auf 30 Tage beschränkt ist, ist eine längere Reise durch Russland nicht so einfach möglich. Theoretisch könnte man dort aber noch viel mehr Zeit verbringen. Ob Kultur, Großstädte, Schnee und Eis, Strand, Wandern oder Abenteuer, Russland hat viel zu bieten. Unsere Favoriten für eine nächste Reise nach Russland findet ihr unter dem Punkt Transport & Route.

Und dann kann man sich alle Reiseziele natürlich auch zu verschiedenen Jahreszeiten ansehen, was die potentiellen Reisemöglichkeiten noch erhöht. Für uns war es jedoch klar, dass wir beispielsweise den Baikalsee im Winter erleben möchten und nicht bei einem Strandurlaub mit 30 Grad und Sonnenschein. Aber das ist natürlich Geschmackssache. So wird bereits seit Jahren der in Abschnitten vorhandene Wanderweg entlang des Baikalsees erweitert. Irgendwann soll hier ein Rundweg entstehen. Eine Wanderung mit Blick auf den See ist sicherlich eine interessante Alternative in den warmen Monaten. Nur Mücken soll es dann im Überfluss geben, weil sich Sibirien in eine sumpfige Weite verwandelt – ein Vorteil im Winter…

Im Herbst leuchten die Wälder Russlands in bunten Farben. Es kann also auch hier ein beeindruckender „Indian Summer“ erlebt werden. Wir haben außerdem Bilder mit vielen leuchtenden (Blumen-/Wiesen-) Landschaften aus dem Frühling gesehen. Dies wäre für uns die beste Zeit, um den Alchanai- Nationalpark zu besuchen. Bezüglich der Jahreszeiten ist nur zu beachten, dass diese anders sind als im westlichen Europa. Der Winter ist, vor allem in Sibirien, von Oktober bis März/April deutlich länger. Die anderen Jahreszeiten fallen entsprechend kürzer aus. In den warmen Monaten kann man dafür natürlich die Schloss- und Palastgärten in der Umgebung von St. Petersburg bewundern oder auch die weißen Nächte von St. Petersburg. Das konnten wir im Winter natürlich nicht erleben. Dafür sind im Sommer wiederum keine bunt tanzenden Polarlichter zu sehen. Kurzum: Russland ist zu allen Jahreszeiten reizvoll, je nachdem, was ihr sehen und erleben möchtet. Wir würden gerne noch einmal im Frühling und im Herbst wieder kommen – und vielleicht im Winter nach Murmansk *grins

Kosten

Auch wenn wir mit der Transsibirischen Eisenbahn in der preisgünstigsten Zeit des Jahres unterwegs waren, hat die Fahrt den größten Anteil an den Kosten ausgemacht. Und das, obwohl wir im Großraumliegewagen schon deutlich günstiger unterwegs waren als in den Touristenwaggons oder in den Viererabteilen. Wir haben für die sechs Tage und sieben Übernachtungen in der Transsib von Moskau nach Wladiwostok mit zwei Zwischenstopps 277,31 € pro Person gezahlt.

Für unsere Art des Reisens, also Übernachtungen in Hostels oder einfachen Unterkünften, haben wir im Durchschnitt um die 10 € pro Person und Nacht gezahlt (siehe auch bei den Unterkünften). Dabei haben wir immer sehr zentral gewohnt, beispielsweise in St. Petersburg keine fünf Gehminuten von der Eremitage und in Moskau keine fünf Gehminuten vom Kreml entfernt. Die Kosten für das Essen: Gegessen haben wir ungefähr gleich häufig in einfachen Restaurants und in unseren Unterkünften. In den Stolovayas (Kantinen) wurden wir schon für 2-3 € pro Person satt und haben für maximal 50 Cent noch einen heißen Schwarztee dazu bekommen. Kleinere Snacks oder Backwaren (herzhafte Kartoffelbrötchen oder süße Teilchen) haben meist weniger als 1 € gekostet. Wenn wir im Supermarkt eingekauft und selbst gekocht haben, hat uns der Einkauf für ein Essen zwischen 2 und 6 € gekostet. Aber natürlich sind sowohl für Übernachtungen als auch für Essen und Trinken nach oben hin wenig Grenzen gesetzt.

Die Kosten für das Visum (Touristenvisum mit einer Gültigkeit von 30 Tagen und einer einmaligen Einreiseerlaubnis) belaufen sich auf 35 € Konsulargebühr und 30 € Servicegebühr für das russische Visazentrum plus etwaige Gebühren für eine Agentur. Teurer wird es noch einmal, wenn man mehr als einmal im Zeitraum von 30 Tagen einreisen möchte oder wenn das Visum sehr kurzfristig beantragt werden muss. Eine Agentur würden wir nur empfehlen, wenn ihr keinen Wohnsitz in Deutschland habt. Die Agentur verschafft Euch dann nämlich eine Einladung und haftet für die Rückkehrwilligkeit (siehe auch unter Organisatorisches). Wir haben eine Agentur in Anspruch genommen und insgesamt (also einschließlich der Konsular- und Servicegebühren) 113,50 € pro Person gezahlt.

Abgesehen von diesen drei Hauptkategorien hatten wir sonst relativ wenige Ausgaben, da wir zum Beispiel keine organisierten Ausflüge o.ä. gemacht haben. Insgesamt war es am Baikalsee sehr teuer, dort war es auch mit Abstand am touristischsten. Das haben wir sowohl an den Preisen der Unterkünfte, als auch an den Kosten für einen Restaurantbesuch gemerkt. Sonstige Kosten haben bei uns nur um die 70 € für uns beide zusammen betragen, zum Beispiel für Eintritte in verschiedene Museen und die Fahrt mit dem Sessellift in Listwjanka. Somit war Russland für uns insgesamt kein teures Reiseland.


Uns hat es viel Freude bereitet, diesen Länder-Rückblick zu erstellen. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, der (nun) auch nach Russland reisen möchte. Oder wart ihr schon da und habt eigene Erfahrungen gesammelt? Dann hinterlasst uns gerne einen Kommentar! Natürlich freuen wir uns auch über Fragen, Anregungen oder Hinweise! Viele Grüße Thomas und Jenny

2 Kommentare

  1. Hallo ihr Beiden,

    danke für die Zusammenfassung und die Tipps. Für mich kam Russland nicht wirklich in Frage, aber vielleicht ja jetzt doch 😉 Liebe Grüße, Claudia

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