Namibia: Infos und Reisetipps 2021

Endlose Wüsten mit riesigen Dünen, raue Küsten, Berge und tiefe Canyons – das ist Namibia! Wilde Tiere, freundliche Menschen und leckeres Essen runden das Erlebnis ab. Hier sind unsere Infos und Reisetipps aus sieben Wochen Namibia in 2021: Unsere Highlights, Transport & Route, Land & Leute, Essen & Trinken, Organisatorisches, Packliste, Sicherheit und Kosten.


Im Folgenden erfahrt ihr unsere persönliche Meinung zu verschiedenen Aspekten unserer Reise. Alle Erfahrungen haben wir auf unserer Reise so gemacht und möchten sie mit Euch teilen. Das heißt nicht, dass diese allgemeingültig sind. Reist ihr anders durch das Land, wählt andere Transportmittel, andere Unterkünfte oder geht häufig in Restaurants, könnt ihr das Land sicherlich auch anders kennenlernen und andere Eindrücke gewinnen.

Hier kommen also unsere Tipps und Empfehlungen für Namibia, aber auch negative Aspekte, die wir leider feststellen mussten und die wir Euch nicht vorenthalten möchten. Los geht’s!

Rückblick und Reise-Tipps …

Unsere Highlights

Der aktuellen Situation in 2021 geschuldet war Namibia für uns ein perfektes Reiseziel. Wir konnten dort den Fokus in großem Maße auf die Natur legen. Das Land ist hervorragend mit einem (4×4-) Fahrzeug mit Dachzelt zu bereisen.

Es ist wirklich schwierig, die Highlights herauszupicken. Namibia hat uns mit so viel abwechslungsreicher Landschaft, spannender Geschichte und charmanten Orten begeistert.

Eines der vermutlich bekanntesten Highlights Namibias war auch einer unserer Höhepunkte. Die zwei Tage im Namib-Naukluft Nationalpark. Rund um das Sossusvlei sind wir in den Sesriem Canyon abgestiegen und zum Hidden Vlei gewandert. Zudem wären wir fast „vom Winde verweht“ worden auf der Düne 45, was eine ungeheuerliche Untertreibung für den dortigen Sandsturm ist! Der absolute Höhepunkt für uns war jedoch der Aufstieg auf die Düne Big Daddy mit anschließender Erkundung des Deadvleis. Das Gefühl, oben auf der Düne zu sitzen und den Blick über die wundervolle Landschaft schweifen zu lassen, bleibt uns unvergessen.

Ein weiteres Highlight war die verlassene Diamantenstadt Kolmanskop bei Lüderitz. Die Geisterstadt hatte Anfang des 20. Jahrhunderts eine kurzzeitige Blütephase. Das Streifen durch die verlassenen, oft noch in sehr gutem Zustand befindlichen Gebäude, war beeindruckend. Zudem haben wir viele interessante Dinge über die Entwicklung und den Luxus der kleinen Stadt erfahren. Leider war die Zeit knapp, wir hätten noch viel länger dort bleiben können…

Im starken Kontrast zu den riesigen Sandbergen hat uns auch der Fish River Canyon im Süden Namibias begeistert. Plötzlich öffnet sich die Erde und wir konnten bis zu 550 Meter in die Tiefe blicken. Wahnsinn! Perfekt gemacht hat es für uns, dass wir einen unbeschreiblichen Sonnenuntergang am Rande des Canyons erleben durften. Dieses Farbenspektakel vor der beeindruckenden Kulisse gehört zu den besonderen Momenten unseres Roadtrips.

Transport & Route

Detaillierte Informationen zu unserer Route, den Tagesetappen, unserem Transportmittel, der Navigation und unsere Tipps findet ihr in einem separaten Beitrag:

Weltreise 2021 Namibia Roadtrip

Ihr plant eine Safari im südlichen Afrika?

Hier findet ihr alle Infos zu unserer Namibia Route 2021.

Unsere Route durch Namibia

Kurz zusammengefasst sind wir nach unserem Roadtrip durch Botswana wie folgt gefahren:

Der Etosha Nationalpark war unser erstes und gleichzeitig auch nördlichstes Ziel in Namibia. Über faszinierende Straßen durch das Damaraland sind wir in Richtung Atlantikküste gefahren. Nach Zwischenstopps an den Felsmalereien von Twyfelfontein und einem versteinerten Wald haben wir Swakopmund erreicht und dort die Umgebung erkundet. Anschließend haben wir die Dünen im Namib-Naukluft Nationalpark rund um das Sossusvlei bewundert.

Weiter ging es für uns in den Süden mit einer unvergesslichen Nacht am Diaz Point. Wir haben Lüderitz und die verlassene Diamantenstadt Kolmanskop erkundet. Zurück im Landesinneren kamen wir fast an die Grenze zu Südafrika. Dort blickten wir in eine der größten Schluchten der Welt, den Fish River Canyon. Mit Zwischenstopps bei den Mesosaurus-Fossilien und den Ausläufern der Kalahari fuhren wir zurück nach Windhoek.

Nach zwei Wochen in Windhoek haben wir uns erneut ein Auto ausgeliehen und sind nach Swakopmund gefahren. Leider hatte sich zu diesem Zeitpunkt die landesweite Situation verändert und es wurden zahlreiche Einschränkungen erlassen. So blieben wir nur eine Woche in Swakopmund und erkundeten das nahe Walvis Bay. Die letzte Woche verbrachten wir anschließend wieder in Windhoek.

Insgesamt sind wir in Namibia 6.398 Kilometer gefahren. Teilweise haben wir auf unseren Tagesetappen auch mehrere Hundert Kilometer überwunden. Insbesondere auf den Asphaltstraßen war das problemlos möglich. Waren wir überwiegend auf unbefestigten Straßen unterwegs, haben wir unsere Tagesetappen meist kürzer gehalten. Alle Details findet ihr in unserem Routen-Beitrag.

Verkehr und Verkehrsmittel

Wir waren stets mit dem Mietwagen unterwegs und haben keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt. In den größeren Orten sahen wir einige Busse und Taxen, die für unsere Verhältnisse relativ günstig sind. Es ist möglich, sich mit lokalen Kleinbussen zwischen den Ortschaften zu bewegen. Zwischen den größeren Städten gibt es außerdem Zugverbindungen, jedoch recht wenige.

Insgesamt ist Namibia touristisch eher auf Selbstfahrer oder Gruppensafaris ausgerichtet. Ein klassisches Backpacking-Land ist es sicher nicht. Möglich ist es jedoch, vor Ort Ausflüge zu buchen und so das Land zu bereisen. Gerade rund um Swakopmund gibt es eine Vielzahl an Optionen und Erlebnissen mit geführten Touren.

Verkehr hatten wir so gut wie nie. Nur um Windhoek herum haben sich die Anzahl an Autos etwas erhöht. Die Orientierung auf den Hauptverkehrsstraßen ist durch die Beschilderung einfach. Viele Orte haben zudem deutsche Namen. Auch ist das Straßennetz übersichtlich und ein Verfahren eigentlich unmöglich. Dies gilt sowohl in den Städten als auch in den von uns besuchten Nationalparks. Eine zusätzliche Navigation ist komfortabel, aber nicht zwingend notwendig.

Ein 4×4-Fahrzeug benötigt man unserer Meinung nach für Namibia nicht. Zumindest für unsere Route war es unnötig. Anzumerken ist, dass wir im namibischen Winter im Mai und Juni im Land waren. In regenreicheren Monaten kann dies natürlich anders aussehen.

Die Straßenqualität ist überall hervorragend! Selbst die Schotterpisten sind sehr gut gepflegt. In vier Wochen haben wir nur 2-3 kleine Schlaglöcher gesehen und die wurden durch ein Warnschild angezeigt. Wir können die Warnhinweise zur Straßenqualität überhaupt nicht nachvollziehen. Es kommt natürlich drauf an, wo man sonst so fährt… Aber wir hatten in noch keinem Land auf dieser Welt so gute Schotter- und Sandpisten!! Nur der aufgewirbelte Staub behindert oftmals die Sicht *grins.

Einige Male haben wir zudem größere Trupps gesehen, die die Straßen und Randstreifen gründlich gesäubert haben. Auch die Rastplätze waren zumeist sehr sauber.

Besonderheiten in den Nationalparks

Im Namib-Naukluft Nationalpark hatten wir auf dem Weg ins Sossusvlei die beste Straße in unserer ganzen Zeit in Namibia. Nur die hervorragende Autobahn rund um Windhoek kann da mithalten. Es ist wirklich Wahnsinn, wie eine Stichstraße 60 Kilometer auf die Dünen zuführt und anscheinend einzig für den Tourismus errichtet wurde. Nur die letzten paar Kilometer vom 2×4- zum 4×4-Parkplatz waren eine echte Tiefsandpiste. Allerdings gibt es hier sogar einen Shuttleservice.

Im Etosha Nationalpark sind die Straßen sehr gut und meistens auch sehr breit. Zumindest im namibischen Winter ist ein Allrad-Fahrzeug nicht notwendig. Wir haben auch einige Einheimische Besucher mit 2×4- Autos im Park gesehen.

Was würden wir bei unserem nächsten Besuch gerne noch erkunden?

Außer dem Etosha Nationalpark haben wir im Norden Namibias wenig gesehen. Wir würden uns gerne noch den Bwabwata National Park im Caprivi-Streifen ansehen. Der Caprivi-Streifen ist der Zipfel im Nordosten, der im Norden an Angola und Sambia und im Süden an Botswana grenzt. Dort sind viele Wildtiere zu Hause und es wäre eher eine klassische Safari. Da wir etliche Tiere bereits in Botswana sehen durften, haben wir uns in Namibia eher auf das Zentrum und die südlichen Teile konzentriert. Viele Reisende haben uns zudem das Kaokoveld im Nordwesten Namibias empfohlen, bis hinauf zu den Epupa-Fällen an der Grenze zu Angola. Auch dort leben viele Wildtiere.

Land & Leute

Mit über 820.000 Quadratkilometern ist Namibia weit mehr als doppelt so groß als Deutschland. Trotz dieser Größe hat Namibia weniger als drei Millionen Einwohner. Damit gehört Namibia zu den zehn am dünnsten besiedelten Staaten der Welt. Übrigens haben wir mit Island und Botswana schon weitere Länder dieser Liste bereist und waren auch dort von den Landschaften begeistert.

Flora und Fauna

Die Natur Namibias ist unbeschreiblich. Alleine landschaftlich ist eine riesige Vielfalt vorhanden. Es gibt einen der größten Canyons der Welt, den gigantischen Fish River Canyon. Teile der Kalahari liegen in Namibia und die Namib-Wüste grenzt im Westen an die mehr als 1.500 Kilometer lange Atlantikküste. Namibia besitzt viele Berge, teilweise deutlich über 2.000 Meter hoch. Zudem gibt es einige der weltweit höchsten Dünen. Für Botaniker ist die endemische Welwitschia eine Reise wert. Und auch die riesige Salzpfanne im Etosha Nationalpark ist beeindruckend. Nicht zuletzt ist es in Namibia möglich, fast überall einen faszinierenden Sternenhimmel beobachten zu können. Der Dank gebührt an dieser Stelle der klaren Luft und der geringen Lichtverschmutzung.

Auch wenn für uns die Landschaft absolut im Vordergrund steht, hat Namibia auch zahlreiche Tiere, die man beobachten kann. Im Etosha Nationalpark sind diese schon deutlich mehr an den Menschen gewöhnt. So sind Tiersichtungen aus nächster Nähe möglich. Gerade an den vielen künstlichen Wasserlöchern sind die Chancen dazu sehr hoch. In den nördlichen Nationalparks waren wir leider nicht. In der Nähe von Twyfelfontein sind wir in den Genuss gekommen, Wüstenelefanten in freier Wildbahn beobachten zu dürfen.

Unzählige Wasservögel sind rund um Walvis Bay beheimatet. Uns haben insbesondere die Pelikane und Flamingos begeistert. Durch die Lage am Atlantik bietet sich zudem die Möglichkeit, weitere Meerestiere beobachten zu können. Zigtausende Robben konnten wir am Cape Cross Seal Reserve sehen (und auch riechen…). In der Nähe von Lüderitz haben wir sogar eine Pinguinkolonie entdeckt. Leider war diese ziemlich weit entfernt. Auch Bootstouren zur Wal- oder Delfinbeobachtung sind möglich.

Kontakt mit giftigen, kleinen oder größeren Tieren, wie zum Beispiel Schlangen oder Skorpionen, hatten wir glücklicherweise keinen. Wie wir uns in unmittelbarer Nähe mit den zahlreichen wilden Tieren gefühlt haben, erfahrt ihr weiter unten in der Rubrik Sicherheit.

Menschen und Gesellschaft

Es gibt verschiedene Ethnien in Namibia. Die überwiegende Mehrheit sind Angehörige der Bantu. Alleine das Volk der Ovambo, die zu den Bantu gehören, macht fast die Hälfte der Bevölkerung Namibias aus. Ähnlich wie in Botswana haben wir eine relativ strikte Trennung zwischen Schwarzen Menschen und der weißen Bevölkerung beobachtet. Gering bezahlte Jobs als Parkplatzwächter, Küchen- oder Hotelangestellte oder auch an den Gates der Nationalparks wurden von Schwarzen Menschen ausgeübt. So gut wie alle Unterkünfte inklusive teilweise riesigem zugehörigen Land, Geschäfte und Restaurants waren in Besitz von weißen Menschen. Eine Durchmischung auf den Straßen haben wir nahezu nie beobachtet.

In Windhoek und Swakopmund haben wir zudem eine räumliche Trennung der Bevölkerung beobachten können. Schwarze Menschen dürfen gerne in die wohlhabenderen Stadtteile der weißen Bevölkerung und ins Stadtzentrum kommen, um dort (einfache) Arbeit zu verrichten. Wohnen und leben sollen (?) sie dann aber bitte schön in den Randbezirken und Vorstädten. Dies ist vermutlich eine Folge der Apartheidspolitik aus der Zeit der südafrikanischen Besatzung. Namibia ist übrigens erst seit 1990(!) unabhängig. Es ist interessant zu sehen, wie sich dieses noch so junge Land in der Zukunft entwickeln wird.

Kulturell würden wir gerne mehr über die verschiedenen Ethnien erfahren. Sowohl die San als Ureinwohner des Landes, aber auch die Bevölkerungsgruppe der Himba, würden wir gerne näher kennenlernen. Wie haben diese Menschen im Einklang mit der Natur gelebt und wie organisier(t)en sie ihr Leben? Wie können sie in der heutigen Gesellschaft leben? Umfassende Antworten gibt es vermutlich nur durch persönlichen Kontakt. Wir sind an einigen living museums vorbeigekommen, in denen die Kultur der jeweiligen Ethnien vermittelt werden soll. Dies würden wir immer kritisch prüfen, ob es sich nicht nur um eine touristische Vorführung handelt. Sicherlich gibt es auch seriöse Angebote, die einen realistischen und tieferen Einblick in die unterschiedlichen Kulturen vermitteln.

In Namibia ist die Amtssprache Englisch, auch wenn der Großteil der Bevölkerung zu bantusprachigen Ethnien gehört. Eigentlich überall konnten wir uns mit Englisch verständigen. Einige Male haben wir Afrikaans gesprochen wahrgenommen, eine mit dem Niederländischen verwandte Sprache. In der ländlichen Bevölkerung sind die Bantusprachen deutlich verbreiteter und die Muttersprache der meisten Bewohner. Für uns ist diese Sprache total unverständlich. Wir haben keinerlei Anknüpfungspunkte zu anderen Sprachen ausmachen können. Gerade in Swakopmund und Lüderitz haben wir auch Gespräche auf deutsch gehört. Auch wenn viele Bewohner mit deutschen Wurzeln schon lange in Namibia leben und auch dort geboren wurden, pflegen sie die Verwendung der Muttersprache ihrer Vorfahren.

Unsere Begegnungen

Die überwiegende Anzahl der Menschen in Namibia waren sehr freundlich und wir haben uns im Land willkommen gefühlt.

Herzliche und freundliche Menschen…

Sehr positiv in Erinnerung geblieben ist uns die herzliche und fröhliche Atmosphäre im Village Café in Swakopmund. Die engagierten Mitarbeiterinnen haben eine so positive Stimmung verbreitet und es zu unserem Lieblingscafé in Namibia werden lassen. Auch der nette Mitarbeiter am Kaffeewagen vor dem Flughafen war mega freundlich. Wir hatten unsere letzten namibischen Dollar zusammengekratzt und noch Geld für einen Kaffee übrig. „Aber ihr seid doch zu zweit“, sagte er und hat uns lächelnd einen zweiten Kaffee hingestellt.. Auch die Begrüßung auf der ersten Campsite unserer Reise auf dem Weg nach Botswana war super herzlich. So hatten wir einen guten Auftakt. Kurz vor der Grenze zu Botswana haben wir eine Pause am Wegesrand eingelegt. Der erste LKW hielt direkt an und der Fahrer fragte, ob bei uns alles OK sei. Diese Hilfsbereitschaft hat uns sehr gefreut.

Während wir den besten Apfelkuchen Namibias genossen, konnten wir ein längeres Gespräch mit der freundlichen Besitzerin der Farm führen und einiges über das Land erfahren. Auch unsere private Führung zu den Mesosaurus Fossilien in der Nähe von Keetmanshop haben wir sehr positiv in Erinnerung. Dies ist vielleicht auch der Pandemie geschuldet, aber so hatten wir auch individuelle Führungen an den Felsmalereien in Twyfelfontein und im versteinerten Wald. Dort hatten wir Zeit und die Möglichkeit, mit den freundlichen Mitarbeitern auch einige Fragen außerhalb der jeweiligen Sehenswürdigkeiten zu diskutieren.

…gesellschaftliche Diskussionen…

Reinhold, unser Guide in Twyfelfontein, erzählte uns, dass es zwischen 20-30 Grad schon kalt sei für die Leute. Dementsprechend verwundert war er in seiner Fleecejacke, als wir im T-Shirt vor ihm standen. Es war interessant zu erfahren, dass er sein ganzes bisheriges Leben nur auf sehr begrenztem Raum verbracht hat. Ein einziges Mal war er in der Hauptstadt Windhoek, weil er sich in Laufwettbewerben für Olympia qualifizieren sollte. In Twyfelfontein arbeitet er nun, um sich irgendwann ein Tourismus-Studium finanzieren zu können.

In einem Gespräch berichtete eine Frau von ihrer Schwester, die beim Präsidenten in Windhoek arbeitet. Grundsätzlich, aber noch verstärkt durch die Pandemie, habe Namibia ein Alkoholproblem. Als Alkohol im ersten Lockdown verboten wurde, wurde es etwas besser. Auch zu unserer Zeit in Namibia war der Alkoholverkauf am Freitag und Samstag verboten. Aber die Leute besorgen sich den Alkohol über andere Wege und ein Verbot helfe nicht. Besser wäre es, die Bars und Clubs zu schließen. Dies geben wir als persönliche Meinung unserer Gesprächspartnerin wieder.

Zudem wurde uns erklärt, dass einige Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wegen eines landesweiten Radioausfalls nicht kommuniziert werden konnten. Auch deshalb würde die Zahl der Infizierten ansteigen. Viele Maßnahmen treffen insbesondere die Schwarzen Menschen. Explizit nannte sie die starken Einschränkungen für Zusammenkünfte bei traditionellen Trauerfeiern, wo man tagelang zusammen ist und gemeinsam trauert. Diese wurden nun verboten, was eine große Einschränkung für die Betroffenen darstellt.

…aber es gab auch unschönere Begegnungen…

Diese Freundlichkeit haben wir leider nicht überall gespürt. Besonders im Etosha Nationalpark haben wir die Mitarbeiter als sehr unhöflich empfunden. Auf unsere Frage, wo denn Tiersichtungen wahrscheinlich wären oder vor Kurzem Tiere gesichtet wurden, bekommen wir nur die Antwort: „It’s a big park, you never know…„. Selbstverständlich ist uns klar, dass Tiere sich bewegen. Eine kurz zurückliegende Tiersichtung bedeutet keine Garantie auf eine erfolgreiche Sichtung zu einem späteren Zeitpunkt. Aber in bislang ausnahmslos jedem anderen Nationalpark in Tansania oder Botswana waren die Mitarbeiter freundlich und hilfsbereit. Wir bekamen Vorschläge, wo wir unser Glück versuchen können und Infos, wo zuletzt häufiger Wildtiere oder speziell Wildkatzen gesichtet wurden. Ob es daran liegt, dass es einer der touristisch frequentiertesten Orte in Namibia liegt? Wir wissen es nicht, aber es ist schade und aus unserer Sicht unnötig.

In einem Gespräch mit unserer Vermieterin in Swakopmund haben wir zudem ein negatives Bild von der Schwarzen Bevölkerung gezeichnet bekommen. Das hat uns traurig gestimmt. Schließlich sind es ja die weißen Menschen, die in das Territorium des Landes eingedrungen sind. Eben hatten wir es bereits erwähnt, Namibia ist so riesig und dünn besiedelt. Da sollte doch ein friedliches und freundliches Miteinander möglich sein und jeder dem anderen genügend Raum lassen, um sein Leben leben zu können.

…nicht zu vergessen das Thema Bettelei…

Mehrfach sind wir mit Bettelei in Berührung gekommen. Nicht jedoch auf unserer Tour durch den vermutlich ärmsten Stadtteil, den wir in Namibia gesehen. In einem der informal settlements in Windhoek wurden wir von Erwachsenen eigentlich kaum beachtet und Kinder haben uns freundlich zugewunken (wie schön zu sehen, dass Kinder einfach keinen Unterschied zwischen ihren Mitmenschen machen).

In der Innenstadt von Windhoek haben wir das Betteln als wenig aufdringlich empfunden. Es hat uns eher traurig gestimmt, dass uns Kinder um Geld oder Essen anbetteln. Einmal kam ich (Jenny) mit einer Packung rusks aus dem Supermarkt. Auf dem Weg nach Hause standen plötzlich Kinder vor mir: „Bitte, bitte, nur ein Stück Brot.“ So stehen sie vor mir und gucken mich mit großen Augen an. Mir zerreißt es fast das Herz.

Nahe der Christuskirche in Windhoek und an einer Tankstelle in Kamanjab haben wir die Bettelei teilweise als aggressiv empfunden. In diesen Momenten haben wir uns auch unwohl gefühlt. Natürlich ist das keine böse Absicht der Menschen, sondern pure Verzweiflung oder eine andere Motivation jenseits unserer Personen. Wir hatten großes Mitgefühl. Dennoch hielten wir an unserem Prinzip fest, Betteln nicht zu unterstützen. Es tut in dem Moment zwar weh, nichts zu geben. Letzlich trägt es aber nicht zu einer Verbesserung der Gesamtsituation bei… Ohje, das könnte jetzt eine eigene Diskussion und ein eigener Beitrag werden. So viele Gedanken haben wir dazu im Kopf!

…zum Abschluss die berühmten Makalani- (Kastanien) Schnitzereien…

Einige Male sind uns die Früchte der Makalani-Palme mehr oder weniger aufdringlich als Souvenirs angeboten worden. In die Früchte werden häufig Konturen von diversen Tieren und der Schriftzug von Namibia eingeritzt. Im Gespräch versuchten die Einheimischen, deinen Namen zu erfahren. Innerhalb kürzester Zeit wird dieser dann eingeritzt, auch, wenn man dies ausdrücklich ablehnt. So wird versucht, die Souvenirs zu individualisieren und die Kaufentscheidung zu beeinflussen. Derart erzwungene Mitbringsel sind meist, bis zu zehnfach, überteuert.

Wir empfehlen, solch ein Mitbringsel eher an anderer Stelle zu kaufen. Am versteinerten Wald gab es beispielsweise einen kleinen Shop, in dem wir uns ungestört umsehen konnten. Die verschiedenen geschnitzten Makalani-Früchte und andere Souvenirs werden von Bewohnern des nächsten Dorfes hergestellt. Zudem sind die Preise transparent und absolut fair. Übrigens ist es auch an diesen lokalen Ständen möglich, den eigenen Namen hinzufügen zu lassen.

Klima oder auch: Winter in Namibia

Wir haben das Klima als sehr angenehm empfunden. Bei äußerst geringer Luftfeuchtigkeit und teilweise an die 30 Grad haben wir den für uns perfekten Winter vorgefunden. Im Hochland in Windhoek hatten wir täglich 20 bis 25 Grad und eigentlich immer strahlenden Sonnenschein. Nur die Nächte sind teilweise empfindlich kalt, manchmal waren es nur wenige Grad über Null. In Swakopmund hatten wir teilweise Nebel am Morgen. Aber schon wenige Kilometer weiter im Inland war wieder strahlender Sonnenschein.

Tagsüber waren wir immer im T-Shirt unterwegs, auch im Schatten war es so sehr angenehm. Offensichtlich haben einige Einheimische ein anderes Temperaturempfinden. Häufiger haben wir Menschen gesehen, die mit Wollmützen und Fleecejacken ausgestattet waren. Sie haben damit sogar in der prallen Sonne gearbeitet.

Einige Einheimische haben uns gesagt, dass sie das Wetter im Juni und Juli als am besten empfinden. In der Küstenregion rund um Swakopmund sei es in den Monaten von August bis Oktober oft feucht, neblig und ungemütlich. Anfang des Jahres im namibischen Sommer sei es dann einfach zu heiß. Das kann natürlich je nach Region und Gesprächspartner ziemlich variieren…

Essen & Trinken

Die namibische Küche

Was ist die authentische namibische Küche? Die klassische namibische Küche gibt es aus unserer Sicht nicht. Zu riesig und unterschiedlich ist das Land. Im Westen an der Atlantikküste sind die Einflüsse des Meeres natürlich deutlich spürbar und es gibt sehr guten Fisch. Auch soll es in Swakopmund, Walvis Bay und Lüderitz hervorragende Austern und Langusten geben.

In Swakopmund können wir das Fish&Chips und die Currys vom The Fish Deli und das Sushi bei Andy’s empfehlen. Das legendäre Jettys (Jetty 1905 Restaurant) am Ende des Piers mit wunderbarer Aussicht, konnten wir leider nicht testen. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs war das Restaurant geschlossen. Sonst muss man lange im Voraus reservieren, um einen Platz zu bekommen!

Das vegetarische oder gar vegane Angebot ist in Namibia sehr spärlich. Allerdings gab es in Swakopmund leckere vegetarische Burger im Brewer & Butcher und mindestens im Altstadt Restaurant sind auch Käsespätzle zu bekommen. Ja, richtig gelesen, in Namibia kann man tatsächlich Käsespätzle bestellen… Ansonsten ist das Angebot eher mau. Richtig lecker fanden wir nur frisch auf dem Grill gebackene Brote. Diese gab es häufiger an Straßenständen zu kaufen.

Fleisch ist ein oder sogar der wichtigste Bestandteil der namibischen Küche. Oft gibt es Rind oder verschiedenes game, also Wild. Von Antilopen- über Zebra- bis hin zu Krokodilfleisch ist ein vielfältiges Angebot vorhanden. Da wir uns überwiegend regional und vegan ernähren, haben wir nur wenig getestet. Auch die in Namibia sehr präsente Boerewors (eine Art aufgerollte Brat-Bauernwurst) haben wir nie probiert.

Die wenigen Male, die wir im Restaurant waren, haben wir allerdings immer sehr gut gegessen und das Fleisch hat sehr frisch geschmeckt. Außerdem ist Biltong eine namibische Spezialität. Dabei handelt es sich um abgehangenes und getrocknetes Wildfleisch. Es wird fast überall angeboten. Wir haben es aus eigener Herstellung beim Canyon Farm Yard probiert und uns ein wenig für die nächsten Tage mitgenommen.

Und zum Nachtisch?

Im Canyon Farm Yard haben wir auf unserem Weg zum Fish River Canyon gestoppt, weil ein Schild den „Best Apfelstrudel in Namibia“ angekündigt hatte. Der Apfelkuchen war wirklich sehr gut, noch besser allerdings der Kaffee. Damit sind wir beim Thema Nachtisch. Auch bedingt durch die Historie Namibias besteht die Möglichkeit, Apfelkuchen oder sogar Sahnetorten zu bekommen. Uns haben die Waffeln im Diaz Coffee Shop in Lüderitz sehr gut geschmeckt und die Milk Tart im Village Café in Swakopmund war super. Auch Eisdielen gibt es in Swakopmund und Windhoek. Über den Kaffee in Namibia waren wir sehr positiv überrascht. Ob in Swakopmund, Lüderitz oder Windhoek, aber auch bei unserer ersten Übernachtung vor der Grenze nach Botswana oder auf dem Weg zum Fish River Canyon – der Kaffee war richtig gut.

Einkauf von Lebensmitteln

Besuche im Supermarkt in fremden Ländern lieben wir und inspizieren immer genau das dortige Angebot. In den großen Supermärkten in Windhoek und Swakopmund ist das Angebot sehr vielfältig. Ansonsten ist die Auswahl an Obst und Gemüse eher eingeschränkt. Kartoffeln, Kürbis, Zwiebeln, Paprika, Möhren und Tomaten dominieren das Gemüseangebot. An Obst gibt es im Wesentlichen Orangen, Äpfel, Bananen und Melonen. Große Säcke Bohnen oder Reis sind im Angebot, viel Weißbrot und allerlei süße Sachen an den Backtheken. Was uns zusätzlich auffällt: Die überwiegende Mehrheit der Produkte stammt aus Südafrika.

Ein Satz zum Thema Nachhaltigkeit: Alles Gemüse und Obst wird in Plastiktüten eingepackt. Aber auf kurze Nachfrage haben wir es immer ohne Verpackung bekommen und konnten so einiges an Plastik einsparen.

In den kleineren Ortschaften oder Ansiedlungen gibt es häufig einen general dealer. Dieser bietet zwar eigentlich alles an, jedoch oft nur in geringen Mengen. Wir haben dort nur das Nötigste gekauft. Bei uns enstand das Gefühl, dass wir den Leuten das Wenige, was es gibt, wegkaufen würden. Sie können halt nicht so einfach wie wir in die nächste größere Stadt zum Supermarkt fahren.

Übernachten

Normalerweise stellen wir an dieser Stelle unsere Unterkünfte der gesamten Reise vor. Da wir die Campsites in Namibia bereits als ein Highlight der Reise ansehen, haben wir uns diesmal für einen separaten Bericht entschieden. Darin findet ihr alle Informationen, die ihr zu den Campsites braucht. Falls nicht, fragt uns gerne!

Auf dem Roadtrip

Weltreise 2021 Namibia Campsites

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Hier findet ihr alle Infos zu unseren Namibia Campsites 2021.

Bei ausreichendem oder unbegrenztem Budget kann man selbstverständlich auch in (sündhaft) teuren Lodges übernachten. In den meisten Nationalparks gibt es diese, auch mit exklusivem Blick auf Wasserlöcher mit häufigem Wildtierbesuch. Einige abgelegene und spezielle Orte, beispielsweise mitten auf einer Sandbank vor Walvis Bay, versprechen für mehrere Hundert Euro oder noch mehr pro Nacht einzigartige Erlebnisse.

Aber Achtung: Wir stellen uns immer die Frage, zu wessen Gunsten wir dort wären. Sicherlich ist es schön, an idyllischen Orten im Nirgendwo zu sitzen und Annehmlichkeiten wie Internet, einen Pool oder eine warme Dusche zu genießen. Keine Frage! Manchmal ist es aber auch so, dass währenddessen nebenan Menschen keinen Trinkwasserzugang haben und um ihr Überleben kämpfen. Ist es notwendig, dort teure Lodges zu errichten? Und wer betreibt eigentlich diese Lodges? Bringt man damit wirklich Geld ins Land? Diese Fragen und Gedanken möchten wir gerne aufwerfen.

Letzlich fragen wir uns, ob es einem Großteil der Bevölkerung nicht erheblich besser gehen könnte, wenn ein kleinerer Teil auf einige Annehmlichkeiten verzichten würde!?

Unterkünfte nach unserem Roadtrip

Windhoek – Stern self catering apartments

Die Stern Apartments liegen ziemlich zentral in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen Brauerei, wo jetzt das Namibia Crafts Center zu finden ist. Leider war unser ursprünglich gebuchtes Apartment kurzfristig nicht verfügbar und wir mussten in ein anderes ausweichen. Trotz geringerer Größe und eines Zimmers wenigers sollten wir wie selbstverständlich den gleichen Preis bezahlen. Nach Rücksprache mit der Besitzerin und der wenig freundlichen Angestellten vor Ort haben wir gemeinsam eine vernünftige Lösung gefunden. Vom Preis-Leistungsverhältnis können wir die Unterkunft empfehlen. Die Lage und Ausstattung sind gut und das WLAN relativ stabil. Ein bewachter Parkplatz gehört ebenfalls zur Unterkunft.

Swakopmund – Be My Guest

Die Lage des Apartments im gut situierten Stadtteil Kramersdorf ist nicht gerade zentral. Bis zur Innenstadt sind es fast zwei Kilometer und die Vermieterin hat uns aus Gründen der Sicherheit empfohlen, das Auto zu nutzen. Positiv waren die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Vermieterin, sie war eigentlich jederzeit für uns erreichbar. Ursprünglich wollten wir zwei Wochen bleiben, haben den Aufenthalt aber um eine Woche verkürzt. Einerseits hatte uns der in der Beschreibung versprochene Arbeitsplatz gefehlt. Andererseits hatte die namibische Regierung bei unserer Ankunft umfangreiche Maßnahmen zur Eindämmung der Virussituation verhängt. So konnten wir auch nicht in den schönen Cafés in der Innenstadt sitzen und arbeiten.

Unser erster Aufenthalt in Swakopmund in der Alten Brücke hat uns auf jeden Fall wesentlich besser gefallen.

Organisatorisches

Ein- und Ausreise

Die Einreise nach Namibia war sehr einfach. Als Inhaber eines deutschen Reisepasses können wir uns visum- und kostenfrei bis zu 90 Tage in Namibia aufhalten. Gleiches gilt unserer Kenntnis nach für Bürger mit einem Reisepass der Schweiz oder aus Österreich. Bei Einreise sollte der Reisepass noch mindestens sechs Monate gültig sein. Achtung: Bei der Einreise wird der Aufenthaltszeitraum händisch in den Reisepass eingetragen. Er entspricht meist der Reisedauer und nicht den maximalen 90 Tagen!

So mussten wir unsere Aufenthaltsgenehmigung beim Ministry of Home Affairs and Immigration verlängern lassen, als wir uns für eine längere Reisedauer in Namibia entschieden hatten. Für die Verlängerung sind uns Kosten in Höhe von 32,31 € pro Person entstanden.

Für unsere Reise war zusätzlich ein negativer PCR-Test erforderlich. Wir empfehlen Euch, immer die aktuellen Einreisebestimmungen kurzfristig zu überprüfen. Ebenso solltet ihr vorher prüfen, ob alle Grenzübergänge geöffnet sind, sofern ihr auf dem Landweg ein- oder weiterreisen wollt.

Sowohl die Einreise über den internationalen Flughafen Hosea Kutako in Windhoek als auch von Botswana am Grenzübergang in Buitepos verlief schnell und gut organisiert. Lediglich ein positiver Coronatest an der Landgrenze hatte für eine kurzfristige Schließung des Grenzübergangs gesorgt. Nach eineinhalb Stunden Wartezeit konnten wir anschließend problemlos einreisen und unseren Roadtrip durch Namibia beginnen.

Im Vorfeld gab es unterschiedliche Informationen, ob ein genauer Reiseplan mit Angabe der Unterkünften notwendig ist oder nicht. Auf Anfrage bei der Botschaft erhielten wir keine Antwort. Vorsichtshalber hatten wir deshalb einige Unterkünfte kurz vor der Reise reserviert und mögliche weitere Übernachtungsmöglichkeiten in einen provisorischen Reiseplan eingetragen. Schlussendlich hat es aber niemanden interessiert.

Reiseplanung

Für uns war Namibia kurzfristig und relativ spontan gut zu bereisen. Habt ihr allerdings bestimmte Must-Sees, ist ein bisschen Planung nötig. Dies betrifft zum Beispiel den Besuch bestimmter Nationalparks am frühen Morgen oder nachts.

Oft haben wir im Vorfeld von magischen Momenten im Sonnenaufgang auf den Dünen rund um das Sossusvlei gelesen. Als Selbstfahrer ist dies jedoch nicht möglich, wie wir Euch hier genauer geschildert haben. Es gibt allerdings die Möglichkeit, mit einem Guide zum Sonnenaufgang dort zu sein. Gleiches gilt für die Möglichkeit, die Milchstraße im besonderen Ambiente des Deadvleis mit den abgestorbenen Kameldornbäumen zu beobachten und zu fotografieren. Erkundigt Euch auf jeden Fall rechtzeitig und bucht eine Tour im Vorfeld der Reise.

Buchung der Unterkünfte

Wir waren in der glücklichen Situation, die meisten Unterkünfte erst wenige Tage vor der Reise reservieren zu können. Im Nachhinein wäre häufig nicht einmal das nötig gewesen. Einzelne Unterkünfte haben wir erst vor Ort gebucht. Vor der Pandemie war es allerdings so, dass eine Planung etwas mehr Vorlauf brauchte. Es gibt nicht unbegrenzt Campsites in Namibia. Daher würden wir zumindest für die touristischen Hotspots wie dem Sossusvlei oder Etosha Nationalpark eine frühzeitige Buchung empfehlen. Teilweise sollen diese mehrere Monate, wenn nicht sogar mehr als ein Jahr im Voraus ausgebucht sein. Das gilt insbesondere, wenn ihr eine bestimmte Unterkunft haben möchtet.

Ausgebucht bedeutet übrigens nicht zwingend, dass gar kein Platz mehr vorhanden ist. Öfter gibt es sogenannte Auffangplätze auf den Campsites, beispielsweise auch auf der staatlichen Campsite am Parkeingang zu den Dünen rund um das Sossusvlei. Dort gibt es meist keine Strom- und Wasserversorgung, sondern es wird nur das Übernachten ermöglicht. Aber diese Plätze sollten auch so verstanden werden, als Auffanglösung, und nicht als fix eingeplante Übernachtungsoption.

Einzelheiten zur Buchung der verschiedenen Unterkünfte findet ihr in unserem Namibia Campsite Beitrag!

Erreichbarkeit und Internet

Auf Internet und Telefonempfang mussten wir in vielen Regionen verzichten. Einfach, weil es kein Netz gibt. Eine prepaid SIM-Karte mit Datenvolumen ist günstiger als in Deutschland, aber ohne Empfang sinnlos. Trotzdem hatten wir uns eine SIM-Karte von MTC Namibia bei unserer Ankunft in Windhoek besorgt. So konnten wir – bei Empfang – telefonisch Unterkünfte reservieren und manchmal auch das Internet nutzen. In den Unterkünften in Windhoek und Swakopmund hatten wir WLAN. Ansonsten gab es höchstens in den Haupthäusern der Lodges, zu denen die Campsites gehörten, einen Internetzugang. In Lüderitz, Swakopmund und Windhoek gab es auch in einigen Cafés und Restaurants WLAN.

Manchmal wird die Mitnahme eines Satellitentelefons empfohlen. Wir haben dies jedoch nicht gemacht und für den Notfall „nur“ einen FastFind (Personal Locator Beacon) mitgenommen. Technisch gesehen ist das ein Notfallsender, der auf der internationalen Notruffrequenz 406 MHz GPS-Signale aussenden kann. Im Notfall werden die nächstliegende Notfallzentrale verständigt und die GPS-Koordinaten des Hilfesuchenden übermittelt.

Packliste

Neben unserer normalen Packliste gibt es auch ein paar spezifische Themen für eine Reise durch Namibia. Als Selbstfahrer in einem 4×4-Geländewagen braucht ihr natürlich eine gewisse Campingausrüstung. Bei Asco Car Hire waren im Mietpreis folgende Dinge enthalten:

  • Dachzelt mit Matratze, 2 Decken und 2 Kissen
  • 12V- Kühlschrank, im Fahrzeug verbauter Wassertank
  • 1 Tisch, 2 Stühle, 2 Gasflaschen mit Kochaufsätzen
  • Küchenutensilien: Grillrost und -besteck, tiefe/flache Teller, Gläser, Tassen, Besteck, Handtuch/Schwamm
  • 2 verschließbare Boxen, 1 Solar-LED-Licht, Handbesen (!), Wasch-/ Spülschüssel
  • Erste-Hilfe-Kasten, Werkzeugkoffer, Abschleppseil, Spaten, Axt

Weitere Infos findet ihr hier. Wenn ihr bei einem anderen Autoverleih mietet, informiert Euch am besten vorher, welche Leistungen enthalten sind. Sonst kann es passieren, dass Euch Ausstattung fehlt und ihr diese vor Ort teuer nachkaufen oder ausleihen müsst.

Während der Fahrt können die Matratze und das Bettzeug im Dachzelt verbleiben. Auf der Ladefläche ist die sonstige Ausstattung untergebracht. Der Auslass des Wassertanks befindet sich hinten, unter dem Auto. So habt ihr immer Dusch- und Spülwasser.

Essen, Nahrung und Gesundheit

Das Wichtigste ist Trinkwasser. Wir rechnen mit fünf Liter pro Person und Tag. Es ist teilweise sehr heiß und wir planen daher lieber großzügig. Zudem ist bei möglichen Pannen mit dem Auto nicht unbedingt sofort Hilfe vor Ort. Deshalb hatten wir immer so viel Wasser und Lebensmittel dabei, um im Notfall etwas Zeit problemlos überstehen zu können.

Uns ärgert es, wenn wir immer wieder Plastikflaschen mit Wasser kaufen müssen. Hier haben wir einen Reisetipp für Namibia für Euch, zumindest für Swakopmund und Windhoek. Dort könnt ihr Eure Wasserflaschen in Supermärkten und teilweise auch an Tankstellen mit Trinkwasser wieder auffüllen. Ihr spart so nicht nur Plastik, sondern auch richtig viel Geld. 1 Liter Wasser kostete bei uns im Refill 1 N$, während ein 5-Liter-Kanister Wasser sonst etwa 25 N$ im Supermarkt kostet.

Malaria ist in Namibia ein Thema. Allerdings sind im Wesentlichen die Gebiete im Norden des Landes betroffen. Schon im Etosha Nationalpark wird das Malariarisiko als gering eingestuft. Einige Teile des Landes sollen sogar malariafrei sein. Wir haben uns gegen eine Malaria-Prophylaxe entschieden. Eine Reiseberatung im Vorfeld, auch bezüglich anderer Impfungen, ist empfehlenswert. Auf jeden Fall gehört Mückenschutz ins Gepäck! Neben durchstechsicherer Kleidung könnt ihr Eure Kleidung auch selbst mit DEET* imprägnieren. Zusätzlich haben wir Mückenschutzspray* und ein Moskitonetz dabei.

Ansonsten können wir noch Kleidung in Safarifarben und Schuhe mit Knöchelschutz empfehlen (Jennys Modell* und Thomas Modell*). Schließlich gibt es auch in Namibia Schlangen, Skorpione oder andere giftige Tiere. Ein Mitarbeiter in Kolmanskop hatte uns beispielsweise ein wenige Tage altes Foto einer großen, giftigen Schlange gezeigt, die sich in einem der verlassenen Gebäude im Sand versteckt hatte.

*** Für weitere Infos, klicke hier für unsere Weltreise Packliste ***

Was wir sonst noch mitgebracht haben

In Namibia waren eigentlich alle Unterkünfte eingezäunt, so dass wir keine Gefahr von nächtlichem Wildtierbesuch hatten. Am aufregendsten war morgendlicher Affenbesuch auf der Campsite in Klein-Aus. Trotzdem hatten wir immer eine Taschenlampe dabei. Wir haben uns damit sicherer gefühlt. Außerdem war es teilweise sehr dunkel und wir wollten auch nicht auf irgendein kleines Tierchen treten.

In der Weite der Natur und in den Nationalparks gibt es meist nur wenig Infrastruktur. An einzelnen entlegenen Orten wie auf dem Welwitschia Drive in der Nähe von Swakopmund oder auf der Sandbank vor Walvis Bay stehen zwar urplötzlich Toilettenhäuschen herum. Aber insgesamt seid ihr häufig längere Zeit alleine mit Euch und der fantastischen Natur. Dafür haben wir Mülltüten dabei und sortieren und verwahren unsere Abfälle (tiersicher) im Auto. Mülltrennung gab es eigentlich nur in den großen Städten. Positiv ist uns die staatliche Hobas Campsite am Fish River Canyon aufgefallen. Studenten haben dort in einem Projekt eine Mülltrennung organisiert und umgesetzt. Ein schönes Beispiel, wie wir finden, das nun nach und nach im ganzen Land umgesetzt werden soll.

Eine Safari garantiert keine Tiersichtungen und vor allem nicht in unmittelbarer Nähe. In unser Gepäck gehört daher zwingend ein Zoomobjektiv*. Auf ein Fernglas haben wir verzichtet. Nur ein wirklich gutes und teures Fernglas würde annähernd an die Leistung unseres Objektivs rankommen. Das ist es uns nicht wert. Vielleicht seht ihr das anders und nehmt eins mit?

Abschließend noch ein Satz zu den Temperaturen: Im namibischen Winter ist es von den Temperaturen her gut erträglich. Trotzdem ist einfach oft kilometerlang überhaupt kein Schatten da und wir haben uns viel in der Sonne aufgehalten. Neben ausreichend Wasser gehört daher ein Sonnenschutz ins Gepäck. Eine Sonnenbrille haben wir normalerweise eher nicht im Gepäck. Aber in Namibia haben wir das Licht teilweise als sehr grell empfunden und hätten eine gebrauchen können.

Sicherheit

Bei vielen anderen Reisen bezieht sich das Thema Sicherheit im Wesentlichen auf Aspekte, die mit Menschen zu tun haben. In Namibia spielt die teils unmittelbare Nähe zu wilden Tieren ebenfalls eine Rolle. Fangen wir mit diesen Reisetipps an:

Flora und Fauna

Auch wenn wir uns immer sicher gefühlt haben, aufregend ist die Begegnung mit wilden Tieren jedes Mal auf’s Neue. Unter Berücksichtigung elementarer Grundregeln schätzen wir die Gefahr eines Wildtierangriffs jedoch als sehr gering ein. Diese Regeln sind im Wesentlichen:

  • Laufe nicht in der Dunkelheit draußen umher, vor allem nicht alleine.
  • Halte immer ausreichend Abstand zu den Tieren.
  • Habe Respekt und sei vorsichtig, wohin du trittst!

Die erstgenannte Regel ist in Namibia relativ unwichtig, da die meisten Unterkünfte eingezäunt sind und ein Wildtierbesuch somit verhindert wird. Aber sicher gibt es auch Campsites in Namibia, wo diese Regel unbedingt beachtet werden sollte.

Die zweite Regel ist gerade bei den mehr an die Menschen gewöhnten Tieren wie im Etosha Nationalpark eminent wichtig. Durch die deutlich geringere Scheu kann man den Wildtieren sehr nah kommen. Dann ist Vorsicht geboten! Einmal kam im Etosha Nationalpark ein Elefant bis kurz vor unserer Fenster gelaufen und streckte uns seinen Rüssel entgegen. Da wurde uns schon etwas mulmig. Glücklicherweise standen wir frühzeitig dort und der Elefant hat uns so nicht als Bedrohung empfunden, sondern war einfach neugierig. Ebenfalls im Etosha Nationalpark haben wir beobachtet, wie ein Auto mehr als 100 Meter rückwarts fahren musste, weil drei Elefanten auf der Straße zielstrebig in Richtung des Autos liefen.

Die dritte Regel ist gerade in den Dünen und der Wüste wichtig. Es ist möglich, dass sich Schlangen oder andere giftige Tiere unter der Oberfläche im Sand verstecken und sich bei einem falschen Schritt erschrecken (und angreifen).

*** Ausführlich haben wir dir unsere Camping-Safari-Tipps hier zusammengefasst. ***

Grundsätzlich gilt aber: Die Tiere wollen uns nichts tun! Ohne eine Provokation unsererseits besteht somit eigentlich keine Gefahr. Sofern man sich draußen aufhält, insbesondere im Dunklen, bleibt man neben dem Zelt und Auto. Tagsüber ist es wichtig, die Umgebung gut zu beobachten und nicht zwischen Elefantenfamilien oder andere Rudel zu gelangen. Im Zweifel ist der Rückwärtsgang und das langsame Entfernen von den Tieren die sicherste Methode.

Verkehr

Auch wenn die Straßen in Namibia durchweg in hervorragendem Zustand sind, halten wir den Autoverkehr für wesentlich gefährlicher als Wildtiere. Lest Euch gerne unseren Namibia Routen Beitrag durch, um mehr zu diesem Thema zu erfahren.

Wichtig ist es, die Fahrweise auf verschiedene Terrains einzustellen. Zwar ist ein Allrad-Antrieb normalerweise nicht notwendig, aber die Bedingungen sind trotzdem unterschiedlich. Teilweise gab es wirklich steile Senken und Kuppen, so dass wir überhaupt nicht sehen konnten, was uns dahinter erwartet. Und das Thema Staub ist zu beachten. Auf einigen Schotterpisten haben wir überhaupt nichts mehr gesehen, wenn wir überholt wurden oder Gegenverkehr hatten. Wir haben dann lieber kurz angehalten und sind weitergefahren, wenn sich die Staubwolken verzogen hatten. Glücklicherweise sind die Straßen in Namibia häufig extrem breit, so dass die Gefahr von einem Steinschlag durch Gegenverkehr minimal ist.

Wir waren im namibischen Winter unterwegs und hatten tagtäglich strahlenden Sonnenschein und keinerlei Feuchtigkeit auf den Straßen. In anderen Jahreszeiten oder beispielsweise nach stärkerem Regen können die Straßenverhältnisse natürlich ganz anders sein. Informiert Euch also am besten im Vorhinein über die Beschaffenheit der Straßen, die auf Eurer Route liegen. Als Reisetipp können wir nur geben, bei Einheimischen, am besten bei Eurem Autovermieter, nachzufragen, ob ihr auf Eurer Route irgendetwas beachten solltet.

Kriminalität

In Namibia haben wir uns immer sicher gefühlt. Aktuell ist zu bedenken, dass viele Menschen aufgrund der Pandemie und dem damit einhergehenden Einbruch des Tourismus ihren Job verloren haben und jetzt in großen finanziellen Schwierigkeiten sind. Vermutlich haben wir unter anderem deshalb sehr viele Menschen erlebt, die uns angebettelt haben. Einige waren dabei respektvoll, andere eher aggressiv.

Natürlich zeigen wir auch, dass wir in einer priviligierten Situation sind. Schon die Tatsache, dass wir uns eine Reise durch Namibia in einem Mietwagen leisten können, macht offensichtlich, dass wir finanziell wesentlich besser gestellt sind, als die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung. Dieses Bewusstsein hilft uns, viele Situationen vor Ort richtig einzuschätzen. Da wir unser Auto immer nur bewacht geparkt haben und keine Wertsachen im Auto haben liegen lassen, ist aber letztlich nie etwas passiert.

Auf den meisten Campsites waren wir weit von der Zivilisation entfernt. So haben wir uns über Kriminalität überhaupt keine Gedanken gemacht. Die Besitzer und Angestellten waren sehr freundlich und hilfsbereit. Das Gleiche gilt übrigens für sämtliche Polizisten und andere Angestellten bei Verkehrskontrollen und an der Landesgrenze. Nur ein Polizist hatte uns „dezent“ um etwas Bargeld „gebeten“, damit wir weiterfahren konnten. Nach kurzer Diskussion und einer ablehnenden Haltung unsererseits durften wir dann auch so unsere Fahrt fortsetzen. Das war allerdings auch die einzige derartige Erfahrung.

Reisezeit & Reisedauer

Klima in der Trocken- und Regenzeit

Vereinfacht gesagt hat Namibia zwei Jahreszeiten, die Trockenzeit im Winter und die Regenzeit im Sommer. Die Trockenzeit beginnt zwischen März und Mai und dauert bis etwa September oder Oktober. Entsprechend beginnt die namibische Regenzeit etwa im Oktober oder November und endet frühestens im März. Bei einem so großen Land wie Namibia gibt es natürlich regionale Unterschiede. In den Küstengebieten um Swakopmund und Walvis Bay regnet es grundsätzlich weniger, während im Norden Namibias in der Regel die stärksten Regenfälle sind.

Konkret bedeutet das, dass in der Regenzeit einige Pisten teilweise schwierig oder nicht passierbar sind. Dies sollte in der Reiseplanung berücksichtigt werden. Gleichzeitig steigt in der Regenzeit aufgrund der Feuchtigkeit die Anzahl an Mücken und das Malariarisiko. Andererseits ist es aber auch wärmer, sowohl am Tag als auch in der Nacht. Nachts fallen die Temperaturen eigentlich nie unter 15°C, oft sind sie sogar um die 20°C.

In der Trockenzeit im namibischen Winter wird es nachts dagegen sehr kalt. Die Temperaturen können bis zum Gefrierpunkt fallen, insbesondere im Osten des Landes. Für eine Safari mit Dachzelt müsst ihr dann schon entsprechend ausgestattet sein. An der Küste ist es dagegen meist deutlich milder. Dafür bedeutet der Winter auch Sonne! Es ist die sonnigste Zeit im Jahr, wie wir selbst erfahren durften. In der Trockenzeit gibt es normalerweise auch weniger Vegetation, sodass ihr auf Eurer Safari eine freiere Sicht habt.

Unterschiedliche Tiersichtungen

In der Trockenzeit verlagern viele Tiere ihren Standort. Sie orientieren sich zu Stellen, an denen sie Wasser finden. Raubkatzen folgen ihrer potenziellen Nahrung und manche Gebiete sind dann fast unbewohnt. An den verbleibenden Wasserstellen tummeln sie sich dann umso mehr. Dieses Glück habt ihr in der Regenzeit meist nicht. Zwischen der üppigen Vegetation verteilen sich die Tiere überall und ihr bekommt sie schwerer zu Gesicht.

Jungtiere werden allerdings meistens zu Beginn der Regenzeit geboren. Dann bekommen sie ausreichend Wasser. Auch das kann ein Grund für die Wahl der Reisezeit sein.

Die Gleichung:
Winter = Sonne = Trockenzeit = viele Tiere
ist also sehr vereinfacht und geht nicht immer auf.

Letzlich kann es eine „richtige“ Reisezeit unserer Meinung nach nicht geben. Es kommt immer darauf an, wohin ihr reisen und was ihr dort erleben möchtet.

Für unseren, eher spontanen, Reisestil nimmt das Thema Reisezeit ohnehin eine untergeordnete Rolle ein. Wir fahren los, wenn wir Lust darauf haben und gucken dann, was uns erwartet. Außerdem haben wir gelernt, dass es zu jeder Reisezeit schöne Erlebnisse gibt und man sowieso nicht alles planen kann. Im Frühjahr 2022 hat es in Namibia beispielsweise stark geregnet und der Swakop Fluss hat bis Swakopmund Wasser geführt und sogar der Sesriem Canyon war mit Wasser gefüllt. Zu unserer Zeit haben wir dort lediglich ein paar kleinere Pfützen gesehen.

Mindestens drei Wochen!

Wir selbst waren auf unserem Roadtrip durch Namibia drei Wochen unterwegs und sehen dies als eine gute Mindest-Reisedauer an. Eine längere Zeit ist immer super. Namibia ist so groß und bietet so viel, dass auch nach einer mehrwöchigen Reise noch genügend Ziele für eine erneute Reise vorhanden sind. Zudem sind die Distanzen teilweise lang, sodass ihr viel Zeit im Auto verbringt. Wir hatten 21 Übernachtungen und hatten nur in Swakopmund wirkliche Ruhetage. Gerade bei einer längeren Reise würden wir regelmäßig Pausen einlegen. Zudem hätten wir an einigen Orten gerne mehr Zeit verbracht, zum Beispiel auf der wunderbaren Hoada Campsite im Damaraland. Also: Wenn ihr länger bleiben wollt, nur zu! Wir glauben, dass es auch für sechs oder acht Wochen Roadtrip mehr als genug zu entdecken gibt!

Kosten

Währung und Zahlungsoptionen

Landeswährung ist der Namibia-Dollar (NAD). Ein namibischer Dollar sind 100 Cent. Der 200 Dollarschein ist die größte vorhandene Banknote. Vom Wert her entsprechen 100 NAD in etwa 5,97€. Oder andersherum ausgedrückt entspricht 1€ etwa 16,74 NAD. Die Umrechnungskurse beziehen sich auf den Zeitraum unseres Besuches im Juni 2021. Allerdings sind die Wechselkurse im Zeitverlauf relativ stabil. Der namibische Dollar ist an den südafrikanischen Rand gekoppelt und wertgleich. Bis 1993 war letzterer noch die offizielle Landeswährung und wurde erst danach durch den namibischen Dollar abgelöst. Auch heute noch kann sowohl mit namibischen Dollar als auch mit südafrikanischen Rand bezahlt werden.

Das Geldabheben mit einer Kreditkarte war in Städten problemlos möglich. Die maximale Auszahlungshöhe ist allerdings meist gering. Wollt ihr viel bar bezahlen, müsst ihr mehrfach Geld abheben. Nicht immer kommen namibische Dollar aus dem Geldautomaten. Auch hier werden manchmal südafrikanische Rand ausgegeben.

Nehmt Euch Zeit mit, wenn ihr Geld abheben wollt. Teilweise haben wir lange Schlangen an den Geldautomaten gesehen. Am extremsten war es in Okahandja, als bestimmt 200 Leute vor der Bank anstanden…

Wir konnten sehr häufig mit Kreditkarte zahlen. Oft haben wir im Vorfeld gelesen, dass Tankstellen nur Barzahlung erlauben. Das können wir nicht bestätigen. An jeder Tankstelle im ganzen Land konnten wir mit unserer Kreditkarte bezahlen!

Wesentliche Kostenpositionen

Die Kosten hängen natürlich sehr von der Reiseart ab. Wir haben etwa die Hälfte der Zeit in unserem Dachzelt übernachtet und daher nur Kosten für die jeweilige Campsite gehabt. Versorgt haben wir uns in der Regel selbst. In Namibia ist es öfter möglich, auch auf den privaten oder staatlichen Campsites in den angeschlossenen Gebäuden Essen zu kaufen.

Nur in Swakopmund und teilweise in Windhoek haben wir einige Restaurants und Cafés getestet. Zudem waren wir im Restaurant der Kalahari Anib Lodge essen. Dort hatten wir unsere letzte Übernachtung im Dachzelt. Leider konnte das Essen überhaupt nicht überzeugen. Wir hatten dort das schlechteste und gleichzeitig teuerste Essen auf unserer Reise. Zudem verzichten wir in der Pandemie weitestgehend auf Restaurantbesuche (was so traurig ist!). Am Ende unserer Reise waren alle Restaurants für Vorort-Besuche geschlossen aufgrund der Pandemie.

Daher sind unsere wesentlichen Kosten der Mietwagen, das Benzin, die Lebensmittel und die Eintrittsgebühren für die Parks.

Bei den Kosten für Touren sind die Grenzen nach oben offen: Sei es der Rundflug über die Dünen rund um das Sossusvlei, Wüsten- und Dünenfahrten in der Namib-Wüste, die geführte Safari im offenen Jeep, der bushwalk durch die Wildnis oder die mehrtägige Wanderung durch den Fish River Canyon. Also wie immer: Das sind nur Richtwerte, die Euch aber hoffentlich helfen.

4×4 Mietwagen mit Dachzelt

Wir waren mit einem Toyota Hilux double cap unterwegs. Diesen würden wir auch zu zweit wieder wählen, da wir so unsere Rucksäcke auf der Rückbank relativ staubgeschützt transportieren konnten. Während der Pandemie gab es besondere Sparangebote, die wir genutzt haben. Außerdem haben wir das Auto für fünf Wochen gemietet und uns für einen „alten“ Mietwagen von 2017 entschieden. Das alles hat den Preis stark reduziert. Unser Auto von Asco Car Hire war (trotzdem) in einem top Zustand. Wenn ihr Interesse habt, findet ihr die Budget-Angebote hier.

In Tansania waren wir als Selbstfahrer in einem wesentlich älteren Land Rover unterwegs. Das war hinsichtlich Ausstattung, Federung und Komfort schon eine ganz andere Nummer *grins.

Aber zurück zum Toyota Hilux: Im Gesamtpreis für das Auto war das gesamte Camping-Equipment enthalten. Unter dem Punkt Packliste haben wir dies genau beschrieben. Wir haben auch nichts hinzugebucht. Oft wurden uns zum Beispiel extra Boxen für den Kofferraum empfohlen. Aber zwei Boxen waren sowieso im Auto und wir haben die Sachen dann problemlos so gut gepackt, dass eine Box leer blieb. Die haben wir dann für unser Essen benutzt (denkt an den Staub!).

Unser 4×4-Mietwagen hat 62,70 € pro Tag gekostet. Mit 25 € pro Tag war die zusätzliche Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt relativ teuer. Zudem haben wir 4,86€ pro Tag für einen FastFind bezahlt. Die Funktion des FastFind haben wir oben erklärt. Damit ergibt sich ein Tagespreis in Höhe von 92,56€. (Den FastFind hatten wir nur zur Sicherheit für unsere Zeit in Botswana dazugebucht. Leider konnten wir diesen nicht tageweise buchen, sonst hätten wir ihn nach Botswana in Windhoek zurückgegeben. Für Namibia braucht ihr ihn unserer Meinung nach nicht.)

Tankkosten

Der Preis für einen Liter Diesel lag im Durchschnitt bei 77 Euro-Cent. Während unseres Roadtrips sind wir in vier Wochen 6.398 Kilometer gefahren. Darin enthalten sind auch die Kilometer, die wir mit unserem zweiten Mietwagen zurückgelegt haben. Bei einem Spritverbrauch von etwa 9 Litern auf 100 Kilometern sind uns Benzinkosten in Höhe von 456,24€ entstanden. Wir konnten an jeder Tankstelle mit Kreditkarte bezahlen. Das hatten wir vorher anders gehört und gelesen. Eine Maut gibt es in Namibia nicht. Somit sind die Kosten für den Transport verhältnismäßig gering. Im Gesamtpreis ist das Trinkgeld an den Tankstellen übrigens noch eingerechnet. Wenn ihr wollt, wird es also noch etwas günstiger.

Alternativen und Spartipps

Namibia ist zwar günstiger als Botswana, aber trotzdem gibt es Sparmöglichkeiten!! Daher einige Gedanken von uns:

Wenn ihr Zeit habt und das länderübergreifende Reisen möglich ist, könnt ihr den Mietwagen in Südafrika leihen. Startet ihr von dort Euren Trip durch das südliche Afrika, könnt ihr von (deutlich) günstigeren Mietpreisen profitieren. Wir haben andere Reisende getroffen, die für das gleiche Fahrzeug und die gleiche Ausstattung etwa 30% weniger bezahlt haben!

Seid ihr zu mehreren unterwegs, könnt ihr auch mit zwei Dachzelten auf Eurem double cap reisen. Platzmäßig muss man das Gepäck dann hinten auf der Ladefläche natürlich gut organisieren. Aber, dass es möglich ist, haben wir mehrfach gesehen. Ihr verzichtet damit natürlich auf das zweite Fahrzeug zum Hilfe holen. Ein weiterer Nachteil ist, dass Tiersichtungen von vorne aus unserer Erfahrung besser möglich sind, als von den hinteren Plätzen.

Mietwagen für Windhoek, Swakopmund und Umgebung

Nur der Vollständigkeit halber möchten wir erwähnen, dass wir für den zweiten Teil unserer Reise durch Namibia keinen Geländewagen gemietet haben. Um Swakopmund und die Umgebung zu erkunden, sind wir mit einem kleinen VW Polo von Windhoek aus gestartet.

Bei den gängigen Portalen im Internet haben wir den günstigsten Anbieter ausgewählt, der in unserem Fall am nationalen Flughafen von Windhoek sein Büro hat. Wir haben auf keinerlei besondere Ausstattung geachtet und sind auf den beschriebenen Strecken sehr gut zurecht gekommen. Bezahlt haben wir für 14 Tage 309 €.

Wichtig ist es allerdings, genau auf die Versicherungsbedingungen zu achten. Einige Anbieter verbieten das Fahren auf unbefestigten Straßen. Dadurch fallen in Namibia so einige weg… Das solltet ihr bei Eurer Planung und Anmietung eines Autos beachten.

Campsites

Im Gegensatz zu den Campsites in Botswana sind die preislichen Unterschiede zwischen staatlichen und privaten Campsites oft gering. Häufig sind private Campsites sogar günstiger, obwohl sie mehr Komfort bieten. Häufig hatten wir sogar ein eigenes Bad. Staatliche Campsites haben teilweise den Vorteil, direkt in den Nationalparks zu liegen und ermöglichen dann mehr Zeit im Park. So sind wir im Etosha Nationalpark auf der staatlichen Halali Campsite in den abendlichen Genuss von Nashornbesuch am angrenzenden Wasserloch gekommen. Bei den staatlichen Campsites haben wir von einem deutlichen Rabatt – vermutlich aufgrund der ausbleibenden Touristen im Zuge der Pandemie – profitiert. Normalerweise sind die Campsites etwa doppelt so teuer.

Insgesamt haben wir für die Übernachtungen auf den Campsites in Namibia 536,20 € bezahlt. Bei 21 bezahlten Übernachtungen entspricht dies 25,53 € pro Nacht für uns beide zusammen. Die Schwankungen bei den Preisen der einzelnen Campsites reichten von 15,60 € bis zu 54,00 € (im Sesriem NP). Für die 27 Übernachtungen in Windhoek und Swakopmund nach unserem Roadtrip in den oben vorgestellten Apartments haben wir zusammen 815,39 € bezahlt. Pro Nacht sind dies 30,20 €.

Alle Infos zu unseren Campsites, zu den Ausstattungen und den genauen Kosten der Campsites, findet ihr in unserem separaten Bericht hier!

Nationalparks und sonstige Eintritte

Die Eintrittspreise für Nationalparks haben wir als günstig empfunden. Da wir ausnahmslos in staatlichen Parks waren, haben wir immer etwa den gleichen Eintrittspreis bezahlt. Pro Tag (für 24 Stunden) waren das ca. 8,36 € (150 NAD) pro Person und 2,79 € (50 NAD) pro Fahrzeug. Insgesamt haben wir für sieben Tage in verschiedenen Nationalparks 103,20 € gezahlt.

Geführte Touren haben wir nur wenige unternommen. Diese waren zu den Felsmalereien von Twyfelfontein, am versteinerten Wald und zu den Mesosaurus-Fossilien. Spontan haben wir uns noch einer Führung durch Kolmanskop angeschlossen, die allerdings im Eintrittspreis des Nationalparks inkludiert war. Zusätzlich haben wir dort ein Foto-Permit erworben, so dass wir am Nachmittag bis zum Sonnenuntergang alleine durch die Geisterstadt laufen konnten. Hinzu kamen noch die Kosten für den Quiver Tree Forest, Giants Playground und die Robbenkolonie am Cape Cross. Insgesamt haben wir dafür 103,63 € gezahlt.

Insgesamt ist Namibia somit kein günstiges Reiseland. Dafür, dass wir soviel gesehen haben, sind wir dennoch sehr zufrieden mit unseren Ausgaben und werden sicherlich noch einmal in dieses tolle Land reisen.


Uns hat es viel Freude bereitet, diesen Länder-Rückblick zu erstellen. Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen, der (nun) auch nach Namibia reisen möchte. Oder wart ihr schon da und habt eigene Erfahrungen gesammelt? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar! Natürlich freuen wir uns auch über Fragen, Anregungen oder Hinweise! Viele Grüße Thomas und Jenny

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Hinweis: Dieser Beitrag enthält Werbung, da wir Euch erzählen, was wir für ein Auto gemietet haben und dies auch zeigen…

Ein Kommentar

  1. Da bleibt keine Frage offen, vielen Dank für diesen sehr ausführlichen und hilfreichen Artikel!! Bin gespannt was sich bei uns an Kosten ergibt, aber ich schätze die Unterkünfte und das Benzin (1,21 für den Liter Diesel momentan?!) wird eine ganze Ecke teurer als bei euch 😉

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